Alles Gute ist Bio

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Vormund
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Alles Gute ist Bio

Beitragvon Vormund » Di 8. Jul 2014, 17:31

... könnte man manchmal fast glauben. Selbst hier :devil: .
Nur manchmal scheint auch für Laien durch, dass bei dem hochgelobtem System einiges im Argen liegt - nicht nur bei den Ferkelverlusten, sondern sogar bei den Kartoffeln.
"Tierschützer" ist ein billig zu habendes Label moralischer Selbstermächtigung. (Eckhard Fuhr, Die Welt 11.02.14)

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Zaunkönigleberpastete
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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Mi 9. Jul 2014, 11:25

Naja, das schlechte Drittel der Biokartoffeln wird sicherlich nicht "vernichtet" (oder laut zugrundeliegenden NOZ-Artikel "weggeworfen"), sondern schon auf irgendeine Art verwertet (Stärkeindustrie, Biogasanlage?).

Der AchGut-Artikel unterschlägt zudem, dass der Drahtwurm auch im konventionellen Anbau zunehmend problematisch wird.
Die Bekämpfungsmöglichkeiten sind spätestens seit dem Verbot der Neonicotinoide recht spärlich. In diesem Jahr stand wohl nur noch das von Umweltverbänden heftig kritisierte Fipronil zur Verfügung, und das auch nur mit Ausnahmegenemigung und unter strengen Auflagen.
Wenn das noch wegfällt, kann es übel werden:
Da der Drahtwurm eigentlich ein Grünlandbewohner ist (und dort i.d.R. auch keine nennenswerten Schäden anrichtet), wird er blöderweise gerade durch die Maßnahmen unterstützt, die im Hinblick auf eine "grünere" Landwirtschaft ausdrücklich erwünscht sind. Und die EU hat gerade dafür gesorgt, dass dieses "Greening" in den kommenden Jahren ausgedehnt wird.


Immerhin ist der Drahtwurm mal ein Argument, das für den vielgescholtenen Import von Kartoffeln aus Ägypten spricht. Die Ägypter haben zumindest dieses Problem nicht.
Ob das aber wirklich die bessere Alternative ist, muss jeder Kunde für sich entscheiden:
Essen auf der Überholspur - Das globale Nahrungsnetzwerk (ab 1:30)
»Fleischkonsum macht aggressiv und fördert Verblödung, macht stumpf und hart.« Christian Vagedes

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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Mi 3. Sep 2014, 10:51

http://www.topagrar.com/news/Schwein-Ne ... 30395.html
4. „Die wachsende Weltbevölkerung kann ausschließlich mit Ökolandbau und kleinbäuerlicher Wirtschaftsweise ernährt werden.“
Falsch. Dies sei nicht möglich, weil einerseits die Weltbevölkerung rasant wachse, der Lebensstandard global steige und der weltweite Nahrungsmittelbedarf sich bis 2050 mehr als verdoppelt haben dürfte. Andererseits seien die Erträge im Ökolandbau viel geringer als im konventionellen Ackerbau. Hinzu komme, dass beim Anbau von Ökogetreide der Pflanzenschutz fehle. Deshalb sei der Pilzgiftbesatz dort höher. In der Folge belaufe sich der Brotgetreideanteil bei Ökogetreide nur auf etwa ein Drittel des Anteils, der im konventionellen Anbau erzielt werde. Um die gleiche Menge Brotgetreide für die gewachsene Bevölkerung ökologisch zu erzeugen, werde demnach eine im Vergleich zur konventionellen Produktionsweise neun Mal größere Fläche benötigt, rechnet der LBV [Landesbauernverband Brandenburg] vor.

:devil:
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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Skittles » Mi 3. Sep 2014, 11:18

Das gült nicht. Solche Angaben sind selbstverständlich von der pöhsen Landwirtschaftsmafia frei erfunden. Natürlich lässt sich die Weltbevölkerung durch biovegane Landwirtschaft viel besser ernähren. Frag doch Vagedes, der rechnet dir das ganz genau vor! :ks:
Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
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Ute Wohlrab
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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Ute Wohlrab » Mi 3. Sep 2014, 11:33

Skittles hat geschrieben:Frag doch Vagedes, der rechnet dir das ganz genau vor! :ks:


Ist das dieser seltsame Dickliche mit dem weißen Hemd? Der sieht wirklich äußerst kompetent aus, dem würde ich alles glauben.
Manuela Frey Also wenn das Huhn das Ei legt und ein Hahn es dann befruchtet wird es ein Küken? Sorry aber ich hab mich noch nie damit beschäftigt

ANDI Läsker Ein Ei ist sozusagen eine externe Gebärmutter.
Fundstelle: Andreas Bär Läsker / FB

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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Skittles » Mi 3. Sep 2014, 11:54

Der schaut nicht nur äußerst kompetent aus, er kann auch wahnsinnig gut mit Zahlen umgehen. Schier unglaublich!
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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Forenstalker » Mi 3. Sep 2014, 18:06

Und morgen zeigt uns ein Arzt mit einer kleinen Taschenlampe, wo seine Zahlen herkommen.
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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Skeptiker » Mo 15. Sep 2014, 07:28

Ist der Öko-Landbau eine nachhaltige Bewirtschaftungsform?
Gerhard Breitschuh, Hans Eckert, Erich Grantzau und Martin Körschens
22. Mai 2013

http://files.agrarfakten.de/200000039-4 ... 220513.pdf


"Im Vergleich von 400 Haupterwerbsbetrieben des Öko-Landbaus mit 7500 konventionell bewirtschafteten Haupterwerbsbetrieben erreichen die Getreideerträge des Öko-Landbaus im 11-jährigen Mittel knapp 46 % des Ertragsniveaus der vergleichbaren konventionellen Bewirtschaftung (BMELV 2012)."

"Es sind vor allem vier Gründe, die gegen eine Ausweitung sprechen:
• Der extreme Flächenverbrauch je Produkteinheit, der im Vergleich mit der konventionellen Bewirtschaftung mehr als doppelt so hoch ist."

Der Aufsatz ist ja auch anti-bio, aber von einem Faktor 9 ist man doch weit entfernt.
Könnte ich mir auch kaum vorstellen. Die Rechnung würde ich dann schon gerne mal sehen...
"Natürlich möchte kein Tierrechtler, dass seine Idee so zu Ende gedacht wird, denn dann erwiese sie sich ja als die Idiotie, die sie ist."
- Eckhard Fuhr.

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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Skeptiker » Mo 15. Sep 2014, 07:36

Zaunkönigleberpastete hat geschrieben:
...zur konventionellen Produktionsweise neun Mal größere Fläche benötigt, rechnet der LBV [Landesbauernverband Brandenburg] vor.



Auf deren homepage nach bio gesucht und man findet:
http://www.lbv-brandenburg.de/index.php ... Itemid=224

"... sprach sich der Vorstand des LBV Brandenburg ausdrücklich... für die weitere Förderung des ökologischen Landbaus im Land Brandenburg nach 2013 aus."

Heuchler?
"Natürlich möchte kein Tierrechtler, dass seine Idee so zu Ende gedacht wird, denn dann erwiese sie sich ja als die Idiotie, die sie ist."
- Eckhard Fuhr.

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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Mo 15. Sep 2014, 08:39

Spielverderber.

Die schreiben ja explizit von Brotgetreide. Je nachdem, was man darunter versteht und wie man Nicht-Brotgetreide und andere Kulturen im Rahmen der Fruchtfolge bewertet, kann man den Faktor beliebig schön- oder schlechtrechnen.
Vor allem beim Weizen gibt es signifikante Qualitätsunterschiede zwischen Bio und Konv. Lies das hier und denk Dir Deinen Teil:
Bio-Weizen muss nach anderen Kriterien beurteilt werden (man beachte die Quelle: Demeter :rolleyes: )

Dann kann man natürlich noch ins Feld führen, dass mit der Ausweitung des Biolandbaus der Schädlingsdruck dermaßen steigen würde, dass - wie vor Einführung der (schon lange verbotenen) Quecksilberbeizen in den 50er? Jahren - ganze Ernten nach heutigen Maßstäben als Sondermüll zu entsorgen wären.
Lies dies: Steinbrand im Bio-Landbau.

Gerade nach veganer Denke ist ein Faktor Neun wohl gar nicht so schwer zu begründen, da die Ersatzverwertung Tierfutter wegfällt. Freilich ändert das nichts daran, dass die Zahl in dieser Höhe schon recht polemisch ist.
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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Mo 15. Sep 2014, 09:05

Skeptiker hat geschrieben:"... sprach sich der Vorstand des LBV Brandenburg ausdrücklich... für die weitere Förderung des ökologischen Landbaus im Land Brandenburg nach 2013 aus."

Heuchler?

Nur bedingt. Die Bauernverbände sind ja staatlich bestellte Organe, die neben den konventionellen Landwirten auch die biologisch wirtschaftenden Landwirte vertreten müssen sollen dürfen. Und auch noch Landverpächter, Jagdgenossenschaften, ...
Dass es zu Interessenskonflikten und sich wiedersprechenden Aussagen kommt, ist da an der Tagesordnung.

Deswegen haben sich ja auch etliche privatwirtschaftlich organisierte Interessenvertretungen wie BDM (gut™), Abl (noch besser™), ISN (böse™), ZDG (noch böser™) gebildet, die sich mit ihren Aussagen leichter tun, da sie ja nur ein recht geringes Spektrum abdecken müssen. Die sind zwar im Vergleich eigentlich unbedeutend, werden aber überproportional wahrgenommen.
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Biobauer
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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Biobauer » Mo 15. Sep 2014, 10:04

ach ist das ein schönes Beispiel für grassierende Dummheit, die sich unbekämpft ausbreitet.

Weil 2% (Bioanteil) Kartoffelanbau in einem Bundesland Probleme machen ist der Beweis erbracht, dass wir die Welt nicht ökologisch ernähren können? Gratulation!

Wir werden die Welt nicht konventionell ernähren können, ganz einfach weil konventionell nicht nachhaltig ist, nicht nur wegen Oil-Peak. Wenn man mal vom Äckerchen des niedersächsischen Biobauern in die Welt schaut sieht man doch eigentlich die globalen Probleme ganz gut:
Klimawandel Hauptursache Lachgas und Massentierhaltung
Bodenerosion und rasant ansteigender Verlust von ackerfähigen Böden
Bienensterben (Chinesen wollen inzwischen auch lieber Porsche fahren und nicht mit dem Pinselchen Äpfel manuell bestäuben)
Aber schauen wir nach D: haben wir nicht ein Verfahren der EU am Hals wegen massiver Nitrateinträge ins Grundwasser?
Verblöden die Deutschen nur wegen Hartz IV Privatfernsehen oder weil Glyphosat in der Muttermilch von Städtern bereits das Hirn von Neugeborenen schädigt...
Um die Menschheit zu ernähren braucht es Bildung und stagnierende Geburtenraten und ökologischen Anbau (wozu moderne Reissorten in Indien führten ist ja bekannt und kommt jetzt bloss nicht mit dem Fake von Golden RIce) und letztlich massiven Rückgang des Fleischkonsums besonders von Nichtgrünlandverwertern wie Geflügel und Schwein.

PS: Ich habe in den Anfängen auf meinem Hof nach Umbruch von 5 jährigem Kleegras auch Kartoffeln angebaut und welch Wunder: Kleegras mehrt nicht nur Humus/Stickstoff und unterdrückt Ampfer und Distel, sondern mehrt auch Schnecken und Nematoden. Die Kartoffeln waren sehr lecker, der Ertrag war gut, nur hatten sie immer wieder kleine Löcher von den Drahtwürmern gebohrt. Das wollten nur wenige Kunden hinnehmen, also baue ich keine Kartoffeln mehr an und warte bis das dekadente Gehabe vom makellosen landwirtschaftlichen Produkt abgeklungen ist. Es werden Zeiten kommen, das wird mir die Smartphonegeneration die durchlöcherten Kartoffeln aus den Händen reissen, spätestens wenn sie merken dass man eine Ei-Watch nicht fressen kann und der ganze Kram beim Discounter letztlich ein hochgradiger Giftcocktail der Agropharma-Lobby ist.

Und wem das Hirn noch nicht ganz verbruzzelt ist, dem rate ich zur Hormon-Antibiotika-Schweineschwarte vom Nitrosamin-Grill ein schönes Gentech-Bier, in das zur Beschleunigung gerne ein Gläschen des völlig harmlosen Round-Up gekippt werden darf. MAHLZEIT!
sie nannten ihn nur noch Mr. Delete

Hans Olo
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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Hans Olo » Mo 15. Sep 2014, 13:39

:rolleyes:

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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Skittles » Mo 15. Sep 2014, 13:57

Ich mag das. Die Welt ist heute wieder so schön schwarz und weiß und so einfach erklärt. Bio = gut, konventionell = böse.
:rolleyes:
Ich bin der Geist, der stets verneint!
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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Hans Olo » Mo 15. Sep 2014, 14:06

hey Skittles :prost:

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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Skittles » Mo 15. Sep 2014, 14:15

:prost:
Weisst Hans, ich bin eh gern böse. :devil:
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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Ute Wohlrab » Mo 15. Sep 2014, 14:35

Ich schmeiß hier einfach mal in den Raum, daß ich mich heute (EU-Land) erkundigt habe, wie ich meine Hennen bio halten kann. Futter aus Biobetrieben zukaufen ist kein Problem, das kriege ich hin. Aber bei 20 - 30 Hühnern wollten die mich doch schon an die Wand klatschen. Unter 500 Hühnern "geht bio gar nicht". Soso.

Vorgewarnt hatten mich ja schon Hühnerzüchter aus Deutschland, die wie ich aussterbende Rassen oder alte Landschläge erhalten - die sind alle NICHT bio, nicht weil ihre Haltungsbedingungen nicht stimmen würden, sondern weil schlicht und einfach die Bedingungen, die mit den Hühnern nichts zu tun haben, nicht einhaltbar sind.

Also ich müßte eine Firma gründen, einen gewissen Quadratmetersatz an diese Firma verkaufen und damit fängt doch der verlogene Scheiß schon an. Als könnte man nicht als Privatperson ein paar Hennen bio halten. In Estland jedenfalls nicht.

Daß die Biobauern hier Hybridhennen schlimmster Sorte halten und ich mir 2 Betriebe angesehen habe, bei denen mirs kalt über den Rücken läuft (die m² Anzahl Freilauf ist vorhanden, aber eben betoniert...), zeigt, daß bei Bio ganz schön viel Spielraum besteht. Wenn man denn eine extra Firma dafür gründet.

Damit schadet man sich also selbst, wenn man als Biolandwirt auf aussterbende Rassen umsteigen wollte...

Ich habe jedenfalls die Hühnerhaltung in "kontrollierte, artgerechte Kleinhaltung der aussterbenden Rasse" deklariert und meine Kunden sind zufrieden. Aber wenn ich mir die Bio-KZs so ansehe... wenn das mal der Kunde mitkriegt...
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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Merapi » Mo 15. Sep 2014, 15:19

Bio ist in meinen Augen eine gigantische Mogelpackung.
Ich hätte doch Psychiater werden sollen. Da bekommt man wenigstens Geld, wenn man sich mit Irren befasst.

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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Ute Wohlrab » Mo 15. Sep 2014, 15:34

Also seit ich die Milchkühe auf blankem Beton gesehen habe und die dazugehörigen Kälber auf mehr als 1/2 m Mist, traue ich der Bio-Milchvieh-Haltung schon mal nicht mehr.

Und wenn ich mir die beiden Bio-Hühner-Barone anschaue mit ihrem gerupften Viechzeug, dann traue ich auch den Bio-Eiern nicht mehr.

Heute habe ich eine Statistik gefunden, nach der in Estland 9 % "bio" sein soll - super, nur die Betriebe sollte man nicht selbst in Augenschein nehmen, könnte einem ganz schön das Grausen kommen.

Ich habe entschieden, daß ich da nicht mitmache und versuche, meine Kunden trotzdem bei Laune zu halten. Aber ernüchternd ist das schon.
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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon ActOfGod » Mo 15. Sep 2014, 18:26

In meiner Jugend mussten die Apfelsinen nur länger am Baum hängen um gesünder zu sein.
Heutzutage muss ein Gebührenpflichtiges Label drauf. :kaffee:
Es gibt Menschen, die ekeln sich vor gar nichts mehr, nicht mal vor dem eigenen Ersprochenen.

Du solltest dein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Bitte versteck es im Keller.

ZKLP na

Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon ZKLP na » Mo 15. Sep 2014, 18:46

Biobauer hat geschrieben:wozu moderne Reissorten in Indien führten ist ja bekannt

Ähm - - - nein. Vermutlich zu höherem Ertrag pro Fläche? :???:

Merapi
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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Merapi » Mo 15. Sep 2014, 18:57

ZKLP na hat geschrieben:
Biobauer hat geschrieben:wozu moderne Reissorten in Indien führten ist ja bekannt

Ähm - - - nein. Vermutlich zu höherem Ertrag pro Fläche? :???:



pssst, .... gleich kommt das Unwort Monsanto!
Ich hätte doch Psychiater werden sollen. Da bekommt man wenigstens Geld, wenn man sich mit Irren befasst.

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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Biobauer » Mo 15. Sep 2014, 22:25

ZKLP na hat geschrieben:
Biobauer hat geschrieben:wozu moderne Reissorten in Indien führten ist ja bekannt

Ähm - - - nein. Vermutlich zu höherem Ertrag pro Fläche? :???:

http://www.taz.de/!77350/
http://www.swr.de/hunger/laender/indien/interview-suman-sahai/-/id=6756266/nid=6756266/did=7071460/1106haa/index.html
sie nannten ihn nur noch Mr. Delete

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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon Schweineschubser » Mo 15. Sep 2014, 23:27

"In Wirklichkeit kann man auch mit Gentech-Pflanzen (Baumwolle) für die Lebensmittelproduktion das Hungerproblem nicht lösen."

Ja nee ist klar.
Der Eber, der ist mißgestimmt,
weil seine Kinder Ferkel sind.
Nicht nur die Frau, die Sau alleine,
auch die Verwandtschaft: Alles Schweine!

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tori
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Re: Alles Gute ist Bio

Beitragvon tori » Di 16. Sep 2014, 01:14

zum Thema moderner Reis und Indien: Ich bedauere momentan, daß psiram nicht erreichbar ist.
Das betrifft auch die höchst extremen Aussagen zu Glyphosat.
Liebe Eso-Deppen und Aluhut-User,

Seid versichert: das Leuchten in Euren Augen ist nur das Licht der Sonne, welches durch Eure hohle Birne scheint.
von @ nochsoeine


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