Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon DauergrillerIn » Mi 28. Sep 2016, 11:33

Es gibt etliche gute Gründe, Katzen zu töten. Nicht zuletzt unsere Singvögel, aber auch Feldhasen würden es danken. Das ist bereits ein vernünftiger Grund. Aber immer seltener ein legaler. Dasselbe gilt für Füchse und Bussarde.

Trotzdem gibt es natürlich keinen Grund, Wirbeltiere zu quälen, wie hier vielfach beschrieben. Nur: Die Gedanken sind frei, und auch schlechte bzw. geschmacklose Witze können lustig sein. Und die Freiheit der Rede ist ein hohes Gut, also weg mit der Schere im Kopf!

P.S.: In einigen Bundesländern wie NRW oder BW sind die Fundämter verpflichtet, gefundene Katzen anzunehmen. Wer also Spass haben will, der kann die Sachbearbeiter mit Katzen quälen...
" Leben ohne Tod ist nicht denkbar. Wer das erkennt und das Töten annimmt ist zwar kein besserer Mensch als andere, doch er ist ein mündiger Mensch, ein Erwachsener in der Gesellschaft von Kindern, die den Tod leugnen."
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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Rageboy » Mi 28. Sep 2016, 13:06

DauergrillerIn hat geschrieben:Es gibt etliche gute Gründe, Katzen zu töten. Nicht zuletzt unsere Singvögel, aber auch Feldhasen würden es danken. Das ist bereits ein vernünftiger Grund. Aber immer seltener ein legaler. Dasselbe gilt für Füchse und Bussarde.


Persönlich bezweifle ich, dass Katzen an ggf. abnehmenden Populationen dieser Tiere die entscheidende Ursache sind. Zumal das Beutetier der Katze ohnehin die Hausmaus ist - und an der gibt es ja nun wirklich keinen Mangel.
Gut möglich, dass die Hauskatze in der Lage ist, ohnehin aus anderen Ursachen stark geschwächten Populationen den letzten Rest zu geben. Die Population des Feldhasen leidet mutmaßlich an der Intensivierung der Landwirtschaft, Flurbereinigung, Monokulturen und Pestiziden. Und nicht an der Killerkatze unter den Katzen, der es mal gelingt, einen Hasen zu erbeuten.
Ich möchte aber mal vermuten: Eine Population, die aus den o.g. Gründen bereits bedroht ist, hat auch mit oder ohne Katze für die Zukunft keine große Überlebungschance - wenn man mal von der besonderen Situation auf Inseln absieht.

Den Haussperling sieht man heutzutage, zumal in den Städten, kaum noch und längst nicht mehr so viel wie früher - aber auch für diese Bestandsrückgänge gibt es andere, menschliche Gründe, und nicht die paar Katzen, die hier herumlaufen. Dafür haben in der Stadt andere deutlich zugenommen, die Krähe z.B. aber auch die Nervensäge Amsel ("Singvogel").

P.S.: In einigen Bundesländern wie NRW oder BW sind die Fundämter verpflichtet, gefundene Katzen anzunehmen. Wer also Spass haben will, der kann die Sachbearbeiter mit Katzen quälen...


Wozu, die geben sie ja doch nur an die Tierheime weiter. Dann kann man das Tier gleich im Tierheim abgeben und da gehört es dann ja auch hin.
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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Skittles » Mi 28. Sep 2016, 14:08

DauergrillerIn hat geschrieben:Die Gedanken sind frei, und auch schlechte bzw. geschmacklose Witze können lustig sein. Und die Freiheit der Rede ist ein hohes Gut, also weg mit der Schere im Kopf!

+1
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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon DauergrillerIn » Mi 28. Sep 2016, 14:30

Katzen sind EINE Ursache von mehreren. Aber eben auch eine. Damit sind Katzenhalter mit verantwortlich für einen Rückgang der Artenvielfalt, besonders in Ballungsgebieten.

http://www.lbv.de/ratgeber/vogelschutz/katzen.html

Die Zunahme von Elstern und Krähen ist ebenfalls ein Problem, keine Frage. Blöd halt, dass man die nicht mehr ohne weiteres jagen kann. Mit wird die Population immer weiter wachsen, mit entsprechenden Folgen für die Artenvielfalt.

Katzen erbeuten natürlich keine erwachsenen Hasen. Aber die jungen. Die sind tagsüber allein und drücken sich einfach nur ins hohe Gras, Sie flüchten nicht. Einfachste Beute.
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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Lachsbrötchen_mit_Ei » Mi 28. Sep 2016, 17:18

"Katzenhalter sind Mörder"
Wer aber, ..., seine Liebe der Menschheit entzieht und sie an Hund oder Katze wendet, begeht zweifellos eine schwere Sünde, eine soziale Sodomie sozusagen, die ebenso ekelerregend ist wie die geschlechtliche.

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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Max P » Mi 28. Sep 2016, 19:48

Rageboy hat geschrieben:Die Population des Feldhasen leidet mutmaßlich an der Intensivierung der Landwirtschaft, Flurbereinigung, Monokulturen und Pestiziden.

So ist es. Katzen werden die Situation da kaum beeinflussen. Wahrscheinlich gilt das auch für etliche andere potentielle Beutetiere wildernder Hauskatzen.

Ansonsten kann man einer Katzenschwemme natürlich auch durch Nutzung begegnen.*

*Sorry Zachi, dass ich wieder abgestandenen deutschen Humor verbreite. :)

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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Rageboy » Do 29. Sep 2016, 11:21

DauergrillerIn hat geschrieben:Katzen sind EINE Ursache von mehreren. Aber eben auch eine. Damit sind Katzenhalter mit verantwortlich für einen Rückgang der Artenvielfalt, besonders in Ballungsgebieten.


Ich zitiere mal aus dem verlinkten Artikel:
In den meisten Fällen erbeutet die Katze Jungvögel und geschwächte, alte oder kranke Tiere.


Ballungsgebiete:
Die Stadt, in der ich aktuell lebe - München - ist sicher ein Ballungsgebiet. Freilaufende Katzen sieht man aber vergleichsweise zum Land eher kaum. Nur wenige Halter lassen in einer Großstadt ihre Tiere frei laufen, als zu gefährlich schätzen sie den Straßenverkehr ein.

Ein Freund vor mir wohnt auf einem "wilden" Gelände, sehr ungewöhnlich für München - siehe vorne rechts :grin: , besitzt zwei Katzen und die sind Freigänger. Links neben dem Gelände ist ein Pferdehof, rechts daneben sind Schrebergärten: Ein Katzenparadies.
Der Kater jagd überhaupt nicht: Zu faul, zu alt und außerdem frisst der sowieso nur Dosenfutter. Die Katze jagd gelegentlich: Was sie mitbringt, ist zu über 90 % Hausmaus. Die gibt es in der Stadt München allerdings im sichtbaren Übermaß. Als Nachtschwärmer wird man in jedem Viertel jede Nacht mindestens eine Maus zu Gesicht bekommen. Da kann man froh sein, dass Katzen sie ein wenig dezimieren.

Erneut aus dem Artikel:
Darüber hinaus bedeutet die Anwesenheit einer Katze enormen Stress unter den möglichen Beutetieren. Für Altvögel bedeutet das:
◦Sie müssen Umwege zum Nest fliegen, um den Räuber nicht auf dessen Standort aufmerksam zu machen.
◦Sie können nicht mehr überall nach Nahrung suchen.
◦Ihr Energieverbrauch steigt.
◦Sie können nur Füttern, wenn keine Katze in der Nähe des Nestes ist.


An der Hausmauer meines Freundes entlang steht ein Baum. Die Katzen klettern den Baum hinauf und herab und von da auf's Dach. In dem Baum nisten auch Amseln und die zetern dann. Allerdings nisten die Vögel dort jedes Jahr - man sollte meinen, die müssten das irgendwann einmal kapieren, dass es dort Katzen gibt. Zumal dann, da es im weiträumigen Umfeld vergleichsweise viele Bäume gibt: Da ist ein kleines Wäldchen in der Nähe (unbewohnt), eine Reitschule mit ein paar Bäumen, eine Hundeschule mit Bäumen, die Schrebergärten.
Interessanterweise sieht man Amseln und andere Vögel eher in menschlicher Nähe: Bei meinem Kumpel, der Reitschule, den Schrebergärten.

Im Wäldchen (ohne nahe menschliche Besiedelung, kaum Spaziergänger) dagegen sieht man dagegen deutlich weniger Vögel. Wo sie doch da ihre Ruhe hätten und Raubtiere gäbe es auch keine - denn die Hauskatze geht nicht in den Wald (oder zumindest in den nicht).
Es scheint also so zu sein, dass die Vögel irgendeinen Vorteil daraus ziehen, in der Nähe menschlicher Besiedelung zu leben - und das selbst dann, wenn, wie in einer Großstadt üblich, die "Ferne" sehr kleinräumig ist. Und dafür nehmen sie das Risiko Hauskatze dann in Kauf.

Die Katzen interessieren sich übrigens für die Amseln nicht die Bohne. Auch Kadaver von (Jung-)Vögeln finden wir im Allgemeinen keine.
Mäusekadaver aber öfters und manchmal sogar einen Maulwurf (den will ja auch keiner haben).
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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon DauergrillerIn » Do 29. Sep 2016, 12:04

Ich hatte mal eine schöne Aufstellung, die ich leider nicht mehr finde. Dort war das Jagdverhalten von Katzen ziemlich gut beschrieben. Danach sieht es in etwa so aus:

Mehr die Hälfte aller Hauskatzen, die nach draussen dürfen, jagt auch. Katzen, die jagen, machen etwa alle 2 Wochen Beute.

Ca. 60% der Beute wird vor Ort belassen (Der Besitzer kriegt davon nichts mit), 40% nach Hause gebracht. Von der Beute sind etwa 70% Kleinnager, der Rest Vögel.

Bei 8 Mio Hauskatzen kann man sich etwa ausrechnen, wie viele Vögel den Katzen zum Opfer fallen.

Schade, dass ich die Aufstellung nicht mehr finde. Unabhängig von den exakten Zahlen liegen wir in der Größenordnung von 7-20 Mio Vögeln, die jedes Jahr Hauskatzen zum Opfer fallen. Kann mir keiner erzählen, dass das keine Auswirkungen haben soll.
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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Rageboy » Do 29. Sep 2016, 13:37

DauergrillerIn hat geschrieben:Schade, dass ich die Aufstellung nicht mehr finde. Unabhängig von den exakten Zahlen liegen wir in der Größenordnung von 7-20 Mio Vögeln, die jedes Jahr Hauskatzen zum Opfer fallen. Kann mir keiner erzählen, dass das keine Auswirkungen haben soll.


Solche Zahlen bezweifle ich. Wären sie so hoch, hätten wir schon längst keine Vögel mehr. Die Hauskatze gibt es, selbst in vergleichbaren Größenordnungen, ja nicht erst seit gestern.

Inzwischen kursieren außerdem grobe Schätzungen, die für Deutschland von 200 Millionen von Katzen getöteten Vögeln pro Jahr ausgehen.

Was sagst Du als NABU-Vogelexperte zu diesen Zahlen?

Über diese absoluten Zahlen kann man lange diskutieren. Tendenziell halte ich sie aber für zu hoch. Ausgehend von nach der Brutzeit etwas mehr als 400 Millionen Vogelindividuen in Deutschland müsste dann jeder zweite Vogel von Katzen getötet werden. Geht man dazu davon aus, dass Katzen meistens im Siedlungsbereich jagen, müsste nach diesen Zahlen dort jeder Vogel von Katzen gefressen werden.
[...]
Aber man muss das Gesamtbild sehen: Nur im menschlichen Siedlungsbereich sind Katzen ein ernstzunehmender Faktor, der partiell zu einem Rückgang von Vogelpopulationen führen kann. Tatsächlich steigen die Vogelbestände dort aber eher an, während sie vor allem in der Agrarlandschaft, aber auch im Wald eher abnehmen. Diese Rückgänge den Katzen anlasten zu wollen, wäre daher viel zu einfach. Die größte Bedrohung für die Artenvielfalt ist und bleibt die fortschreitende Verschlechterung von Lebensräumen durch den Menschen.
[...]
Wenn man überlegt, was zu tun ist, muss man sich als erstes klar machen, wie sich die geschätzt gut acht Millionen Hauskatzen in Deutschland aufteilen: Die „Stubentiger“ sind für die Vogelwelt harmlos. Freigänger, die dennoch ein zu Hause haben, jagen nur zum Zeitvertreib. Das größte Problem für die Vögel stellen verwilderte Hauskatzen dar. Sie sind gezwungen, ihren Nahrungsbedarf außer über menschliche Abfälle praktisch komplett durch die Jagd auf Kleintiere zu decken. Wenn es gelänge, die Bestände verwilderter Hauskatzen zu reduzieren, hätte man das Problem sicherlich auf ein erträgliches Maß verringert.
Ein optimales Ergebnis würde man mit umfassenden Programmen zur Kastration bzw. Sterilisation aller verwilderten Hauskatzen kombiniert mit einer entsprechenden Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Hauskatzen mit Freigang erzielen. Dies würde dazu führen, dass der Bestand verwilderter Katzen in kurzer Zeit deutlich abnehmen würde, und es gäbe auch keinen „Nachschub“ mehr durch Freigänger, die mit den verwilderten Katzen Nachkommen zeugen. Kastrierte Katzen zeigen übrigens auch deutlich weniger „Jagdfieber“.

Hat man irgendwo schon Praxiserfahrungen mit dieser Problemlösung gesammelt?

Die Stadt Paderborn verfährt auf diese Weise und hat damit durchweg positive Erfahrungen gemacht.


Quelle: NABU: Bedroht die Hauskatze die Artenvielfalt?
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DG ne

Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon DG ne » Do 29. Sep 2016, 14:02

Bezweifeln kannst Du natürlich, was Du willst. Nur bringst Du keine Argumente. Dass die NABU Zahlen zu hoch sind, bestätigt meine Überschlagsrechnung ja nur.

Blos. Niemand in D hat die Courage, sich mit den grob geschätzten 6 Mio Haushalten mit Katze, also 9 Mio. Einwohnern anzulegen. Gerade die sog. "Tierschützer" haben kein Interesse, dürfte doch der Anteil von Katzenhaltern unter den Mitgliedern überproportional hoch sein.

Es leben übrigens 70-100 Mio Vogelpaare in D. Die Anzahl ist stark rückläufig (passt zum Katzenthema), wobei Hauptgrund wohl das Thema Habitat sein dürfte, danach die Prädatoren.

http://vogel-beobachtung.de/der-vogelbe ... utschland/

DG ne

Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon DG ne » Do 29. Sep 2016, 14:03

Korrektur:
15 Mio. Nicht 9. bei 2,5 Personen pro Haushalt.

Kajver
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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Kajver » Do 29. Sep 2016, 14:10

Unabhängig von Zahlen sind besonders spezialisierte Vogelarten von der Verarmung/Zerstörung des Lebensraums bedroht. Kommt noch der Druck durch Prädatoren dazu, ist ganz schnell Ende mit der Population.
Die Hauskatze, genauso wie Waschbär und Mink sind als Neozoen eine Bedrohung für unsere heimisch Fauna. Da beisst die Maus keinen Faden ab.

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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Rageboy » Fr 30. Sep 2016, 11:16

Kajver hat geschrieben:Die Hauskatze, genauso wie Waschbär und Mink sind als Neozoen eine Bedrohung für unsere heimisch Fauna. Da beisst die Maus keinen Faden ab.


Für den Begriff "Neozoen" gibt es zwei unterschiedliche Definitionen. Nach einer der Definitionen bezieht er sich nur auf Arten, die nach 1492 eingeführt wurden - nach dieser Definition ist die Hauskatze kein Neozoen.
Nach der anderen Definition - für die es unerheblich ist, wann die Ansiedlung einer Art erfolgte - ist auch die Hausmaus ein Neozoen. Die Hausmaus erschien, von Indien ausgehend, um 4.000 v.Chr. in Griechenland, um 1.000 v.Chr. in Spanien und um die Zeitenwende auf den britischen Inseln.
Als äußerst erfolgreicher Kulturfolger ist die Hausmaus heute weltweit verbreitet und in ihren heutigen Beständen vom Menschen abhängig.

In vom Menschen aufgegebenen, landwirtschaftlichen und/oder städtischen Gebieten (z.B.: Tschernobyl) schrumpft die Population der Hausmaus innerhalb weniger Jahre auf 1/10 der ursprünglichen Größe. Das zeigt, wie stark die Hausmaus an den Menschen gebunden ist.
Es ist sicher richtig, dass die Population an Hauskatzen zu groß ist. Ohne die Hauskatze, deren Beute zu 70 % aus Nagern besteht (s.o.) hätten wir sicherlich aber ganz andere Probleme - Mäuseplagen nämlich, mit all den damit verbundenen Problemen.

DG ne hat geschrieben:Es leben übrigens 70-100 Mio Vogelpaare in D.

NABU hat geschrieben:Inzwischen kursieren außerdem grobe Schätzungen, die für Deutschland von 200 Millionen von Katzen getöteten Vögeln pro Jahr ausgehen.

Wie soll man solche Zahlen miteinander in Einklang bringen? Klingt alles nicht sehr logisch.

Es drängt sich mir hier der Eindruck auf - eine reine persönliche Ansicht - dass unter Teilen der Jägerfraktion oft genug nur tradierte Ansichten im modernen Kleid zum Vorschein kommen, die jedes Raubtier als Faunenschädling einstufen - wobei es ziemlich egal zu sein scheint, ob es sich um Wolf, Fuchs, Luchs, Wildkatze, Bär oder eben die Hauskatze handelt.

Neuere Untersuchungen mit Markierstäben zur DNA-Untersuchung der heimischen Wildkatze haben gezeigt: Sie vermischt sich nicht mit der Hauskatze, und zwar überhaupt nicht. Offenbar geht die Hauskatze nicht in den Wald und die Wildkatze verlässt ihn nicht. Eine im Wald geschossene Katze ist daher mit ziemlicher Sicherheit eine Wildkatze - und die ist geschützt.
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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon DauergrillerIn » Fr 30. Sep 2016, 11:35

Ich weiss nicht, weshalb Du mir immer die Zahlen des NABU unterschieben willst. Ich bezog mich zu keiner Sekunde darauf, auch weil sie, wie der NABU selbst sagt, unrealistisch sind.

Mir ging es bei _meiner_ Betrachtung ausschließlich um die Frage, ob Hauskatzen ein vernachlässigbares oder ein tatsächliches Problem darstellen. Und das Ergebnis ist: Hauskatzen stellen ein Problem für die heimischen Singvögel dar. Und kein kleines.

Die Wildkatze ist übrigens, anders, als Du das offenbar annimmst, keine verwilderte Hauskatze, sondern eine eigenständige, streng geschützte und ziemlich seltene (und damit für den Vogelbestand vernachlässigbare) Art. Und ich sehe genügend Hauskatzen sowohl im Wald als auch in Waldnähe. Auch genau da, wo Bodenbrüter ihre Eier ablegen.

Im übrigen geht es Jägern schon aufgrund des gesetzlichen Auftrags um Hege mit dem Ziel der Artenvielfalt. Während Prädatoren wie Fuchs und Katze als Kulturfolger sich auch in Notzeiten wunderbar von dem ernähren können, was der Mensch ihnen zukommen lässt, während die Vogelwelt unter der Ausräumung der Natur zu leiden hat; es besteht also keine "Waffengerechtigkeit": Der Mensch hätte also dort einzugreifen, so er dürfte. Oder muss sich eben mit den Folgen arrangieren. Er entschied sich für letzteres. Wovon im übrigen gerade die Spendensammelvereine wie NABU, BUND & co. profitieren. Die helfen zwar auch nicht bei der Behebung des Problems, können aber von ihrem Ablasshandel profitieren.
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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Max P » Fr 30. Sep 2016, 12:08

Rageboy hat geschrieben:
Kajver hat geschrieben:Die Hauskatze, genauso wie Waschbär und Mink sind als Neozoen eine Bedrohung für unsere heimisch Fauna. Da beisst die Maus keinen Faden ab.

Der Begriff Neozoon bezieht sich sinnvollerweise nur auf Arten, deren Populationen sich selbst erhalten. Auf Hauskatzen trifft das ja nun nicht oder nur sehr bedingt zu. Kajver irrt auch, wenn er den Waschbär (der mittlerweile als heimische Art gilt) allgemein als Bedrohung für die sonstige Fauna ansieht. Diese Annahme hat sich mW nicht bestätigt, was übrigens auch für den Marderhund gilt. Dass Waschbären mancherorts trotzdem zur Plage werden können, ist ein anderes Thema. Wie es bem Mink aussieht, weiß ich nicht, könnte mir aber denken, dass er die Stelle des nahezu ausgestorbenen europäischen Nerzes einnehmen könnte.

Es drängt sich mir hier der Eindruck auf - eine reine persönliche Ansicht - dass unter Teilen der Jägerfraktion oft genug nur tradierte Ansichten im modernen Kleid zum Vorschein kommen, die jedes Raubtier als Faunenschädling einstufen - wobei es ziemlich egal zu sein scheint, ob es sich um Wolf, Fuchs, Luchs, Wildkatze, Bär oder eben die Hauskatze handelt.

Ja, dieser Endruck ist sehr oft nicht von der Hand zu weisen.

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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Kajver » Fr 30. Sep 2016, 12:19

Mag sein, dass es solche gibt. Es war nicht mein Anliegen dafür zu plädieren, alles Raubwild/-zeug umzunieten. Hinter jeder Hauskatze und hinter jedem Hund steht meistens ein Mensch. Naja, ich will nicht abschweifen.
Man muss das Prädatorenproblem regional und differenziert betrachten. Hier bei uns gibt es kein Problem. Das Grosstrappenprojekt sieht es anders, genauso wie die Niederwild Reviere am Niederrhein . Solange die Grossraubtiere nicht zu nah an den Menschen kommen, von mir aus.

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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Kajver » Fr 30. Sep 2016, 12:26

Übrigen haben fanatische Tierschützer den Mink feigelassen und der macht Elbaufwärts alles nieder. Bekämpfung unmöglich, das Faunensterben ist immens.
Der soll den europäischen Nerz nicht ersetzen, es muss dafür gesorgt werfen, dass der Nerz sich wieder erholen kann und das Überlebenden eigenständig sichern kann. Mehr Biodiversität in Deutschland tut dringend Not

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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Der vom Donnerstag » Fr 30. Sep 2016, 13:15

Kajver hat geschrieben:Man muss das Prädatorenproblem regional und differenziert betrachten.

+1

Neulich, Donautal:
Ein neuer Luchs tappt in die Falle | Donautal
Eigentlich sollte der Luchs "Friedl" gefangen und mit neuem Hals-Sender ausgestattet werden. Doch dann kam alles anders...


Dortige Jäger berichteten mir kürzlich, es sei noch ein dritter Luchs gesichtet worden. Gams dort, gewöhnlich um die 13/14 Stück, aktuell nur noch 4-5 gesichtet. Dort wird sogar gemunkelt, der Luchs sei nicht von allein eingewandert

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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon DG ne » Fr 30. Sep 2016, 14:16

Rageboy hat geschrieben:Es drängt sich mir hier der Eindruck auf - eine reine persönliche Ansicht - dass unter Teilen der Jägerfraktion oft genug nur tradierte Ansichten im modernen Kleid zum Vorschein kommen, die jedes Raubtier als Faunenschädling einstufen - wobei es ziemlich egal zu sein scheint, ob es sich um Wolf, Fuchs, Luchs, Wildkatze, Bär oder eben die Hauskatze handelt.


Im übrigen drängt sich mir der Eindruck auf, dass es von Katzenliebhabern schon zu viel verlangt ist, überhaupt mal kritisch über ihr tun nachzudenken - geschweige denn, sich verantwortlich zu verhalten. Jeder andere Tierhalter haftet für die Schäden, die ihr Tier anrichtet. Diese Normalität stösst bei Katzenhaltern auf Fassungslosigkeit. Warum eigentlich?

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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon antivegan.at » Fr 30. Sep 2016, 14:34

Rageboy hat geschrieben:Jungs, ich finde mit diesem Thread seid Ihr definitiv über das Ziel hinaus geschossen. […] Auch das Töten eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund ist strafbar[…]


Zwei Ziele. Erstens: Den Veggerln, die hier ja alle nicht mitlesen … und doch noch irgendwo der Vernunft anhängen, zu erklären, dass es vielleicht für Tiermord eben sehr gute Gründe gibt, und die anderen emotional fertigzumachen, denn je mehr Extremisten die Kontrolle über sich verlieren, desto ungefährlicher sind sie.

Gibt es gute Gründe für das Ersäufen kleiner Katzen? Natürlich! Das macht man nicht seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden oder Jahrzehntausenden einfach so aus Spaß an der Freude, da gibt es eben verdammt gute Gründe dafür. So ein Thread eignet sich sehr gut dafür, sowas wieder einmal an die Oberfläche zu schwemmen.

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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Rageboy » Fr 30. Sep 2016, 15:17

antivegan.at hat geschrieben:Gibt es gute Gründe für das Ersäufen kleiner Katzen? Natürlich! Das macht man nicht seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden oder Jahrzehntausenden einfach so aus Spaß an der Freude, da gibt es eben verdammt gute Gründe dafür. So ein Thread eignet sich sehr gut dafür, sowas wieder einmal an die Oberfläche zu schwemmen.


Es gibt aber auch gute Gründe es nicht zu tun:
Weil man als Halter der erwachsenen Tiere - der man so oder so ist - im Unterschied zu den letzten Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden die Möglichkeit hat, die Tiere sterilisieren und kastrieren zu lassen.
Bei allen anderen Produktionsmethoden der Landwirtschaft arbeitet man ja auch nicht wie zu Großvaters Zeiten.
Herr, lass mich ein guter Mensch sein. Aber bitte nicht sofort.

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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Max P » Fr 30. Sep 2016, 16:23

Kajver hat geschrieben:Übrigen haben fanatische Tierschützer den Mink feigelassen und der macht Elbaufwärts alles nieder. Bekämpfung unmöglich, das Faunensterben ist immens.

Sicher, 1000de von Minks freizusetzen war natürlich aberwitzig.

Der soll den europäischen Nerz nicht ersetzen, es muss dafür gesorgt werfen, dass der Nerz sich wieder erholen kann und das Überlebenden eigenständig sichern kann. Mehr Biodiversität in Deutschland tut dringend Not

Ja, da stimme ich dir voll zu. Wenn der Nerz noch zu retten ist, soll man dafür auch alle Anstrengungen unternehmen.

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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Forenstalker » Fr 30. Sep 2016, 19:57

Ich bin von den Protesten über den Inhalt dieses Threads überzeugt worden. Deshalb möchte ich anregen, dass wir uns hier in Zukunft besser über das effektive Töten von Hundewelpen austauschen.
"Everything you see in the internet is 100% true"
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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon antivegan.at » Mo 3. Okt 2016, 14:14

Ist in der Regel nicht notwendig, weil (Land-) Katzen Kulturfolger sind und keine Haustiere. Wenn man mehr Hunde haben will, führt man also einer Hündin entsprechend einen Rüden zu, Katzen kann man nicht so einfach kontrollieren.

Sollte es trotzdem einmal unerwünschte Welpen geben, wirft man sie einfach in den nächsten Fluss.

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Re: Wie am effektivsten neugeborene Kätzchen töten?

Beitragvon Max P » Mo 3. Okt 2016, 14:28

antivegan.at hat geschrieben:Ist in der Regel nicht notwendig, weil (Land-) Katzen Kulturfolger sind und keine Haustiere.

Doch, auch Landkatzen sind grundsätzlich noch Haustiere, wenn auch zum Teil verwildert. Von Kulturfolgern spricht man, wenn genuine Wildtiere ständig in Agrar- oder Siedlungsnähe leben bzw. diese Nähe sogar suchen, z.B. Füchse im Stadtgebiet, etliche Nager, viele Vogelarten etc.

Sollte es trotzdem einmal unerwünschte Welpen geben, wirft man sie einfach in den nächsten Fluss.

Damit wäre ja auch die Eingangsfrage dieses Threads geklärt.


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