Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

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Nihilominus
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Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Nihilominus » Mo 30. Dez 2013, 12:08

Nur weil es heute in der FAZ (v. 30.12.2013, S. 19) einen insgesamt recht positiven Artikel zum "Goldenen Reis", also den gentechnisch veränderten Reis, der auch Vit. A enthält und dadurch in der Lage wäre, Krankheiten usw. zu vermeiden.

Das Thema Gentechnik ist in unseren Breiten ein recht ideologisches Thema, bei dem m.E. durchaus die positiven Aspekte vor der üblichen "Monsanto et al.-Diskussion" überlagert werden. Felder werden verwüstet, Gerichte eingeschaltet und natürlich ist alles daran Böse. Gut, ich bin keine Biologin, aber aus meiner Laiensicht stellt sich das ganze etwas differenzierter dar.

Leider ist der Beitrag aus der FAZ nicht frei, so dass ich ihn nicht verlinken kann. Das Thema ist aber andernorts verfügbar (vgl. z.B. Wiki oder http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/natur/Der-Mann-der-die-Welt-retten-will-dies-aber-nicht-darf-/story/21497647, oder http://www.welt.de/politik/ausland/article122021827/Der-genveraenderte-Reis-der-Leben-retten-kann.html) und die Insider kennen die Thematik ohnehin. Lustig beim Googlen war dann auch schon ein - natürlich - kritischer TV-Beitrag zum Thema, wobei wohl die üblichen Zweifel gestreut werden (z.B. http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/tv-kolumne-der-wunderreis-die-undurchsichtige-affaere-um-den-golden-rice_aid_1112270.html oder auch in den Kommentaren unter den oben zitierten Beiträgen), was meinen Eindruck bestätigt, dass bei Themen um die Gentechnik - ähnlich wie beim Veggerltum - häufig nur mit Worthülsen und nebulöser Diskreditierung Stimmung gemacht wird. Dem unbedarften Konsumenten (oder auch Wähler) wird damit eine objektive Meinungsbildung doch recht erschwert...
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Marsupi-Lami
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Marsupi-Lami » Mo 30. Dez 2013, 17:44

Nihilominus hat geschrieben: Dem unbedarften Konsumenten (oder auch Wähler) wird damit eine objektive Meinungsbildung doch recht erschwert...


so sehe ich das auch, es ist (wie bei jeder neuen Technologie) der Verbraucher erstmal skeptisch. Nur anstatt hier einfach sachlich Argumente für und wieder heraus zu stellen, entfalten bei der Gentechnik die Medien ihre volle "Kompetenz". Als Biologe weiß man oft auch gar nicht wo man ansetzen soll, denn oft ist gar nicht nachvollziehbar, woher diese Angst kommt. Bei allen Diskussionen im Bekanntenkreis erlebe ich es oft nach dem Motto " was der Bur nicht kennt, dat fritt er net"
Den goldenen Reis sehe ich als einer der Pflanzen an, die durchaus nützlich wäre. Die Amflora-Kartoffel übrigens auch. Diese wird sogar nur industriell genutzt, würde also beim Verbraucher auch nie auf dem Teller landen.

Aber wie gesagt ich raff ja eh nicht warum ein mit Gentechnik produzierter Stoff wie Insulin, voll toll ist und die meisten würde es sich direkt in den Körper spritzen, aber ne Pflanze mit Gentechnik essen (wo ja auch noch Verdauungssäfte die DNA zerstören) soll pfui sein. Vom mikrobiell hergestelltem Lab (für viele Vegetariere die Kaufentscheidung beim Käse) ganz zu schweigen. Hat sich von denen schonmal wer gefragt wie der mikrobiell hergestellt sein kann?
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Plumbum » Mo 30. Dez 2013, 19:53

Dem unbedarften Konsumenten (oder auch Wähler) wird damit eine objektive Meinungsbildung doch recht erschwert...


das find ich allerdings auch! ich bin daher immer ambivalent bei dem thema. dieser goldene reis scheint für mich aber durchaus sinnvoll zu sein für den anbau. meine größte sorge ist ja grundsätzlich immer, dass durch blütenstaub etc. von den Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen einkreuzungen in andere felder stattfinden und irgendwann ältere sorten quasi verdrängt werden. das problem ist für mich… es ist schwer, zu beurteilen, ob das eine reale gefahr ist. ich denke nicht, dass ansich erstmal ein gravierendes gesundheitliches problem durch gentechnisch veränderte sorten entsteht, da vertrau ich den wissenschaftlern schon, dass sie das genügend testen, bevor es auf die menschheit losgelassen wird.

es gibt halt manche wissenschaftliche sachen, die lassen sich für mich einfacher beurteilen, als ausgerechnet gentechnisch veränderte Pflanzen. und ich bin nicht ansich gegen neuerungen in der technik und der wissenschaft durchaus aufgeschlossen.

bei der hausdämmung ist es ähnlich. 3 artikel, 10 meinungen. :grin:

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Marsupi-Lami » Mo 30. Dez 2013, 21:09

ahh da kann man doch mal drauf eingehen, also generell kann man natürlich nicht alle Risiken absehen und alles vohersehen und ich bin durchaus auch dazu ambivalent zu eingestellt, einfach weil man nicht jeden Nutzen (z.B. etwas mehr Ertrag) über solch einen Weg gehen muss (Kosten/Zulassungsverfahren/Risiken... ich finde Vorteile müssten schon klar Nachteile überwiegen)

also ja das Einkreuzen ist eine reale Gefahr und so wie ich das beurteilen kann DIE Hauptsächliche. Nur als Beispiel wenn ich eine neue Sorte Mais züchte oder sie mittels Gentechnik "kreiere". In ältere Sorten einkreuzen können sich beide. Ist also kein alleiniges Problem der Gentechnik. Gravierender ist vor allem wenn ich Resistenzen oder irgendetwas, was die Fitness meiner Gentechnik-Pflanze erhöht, einbringe und es in dem Land/Region Wildpflanzen dieser Sorte gibt. Denn auch hier konnen Auskreuzungen stattfinden und dann könnte das Ökosystem gestört werden. DAS ist ein Problem und deshalb beinhaltet das Zulassungsverfahren genau dieses Kriterium als Risikofaktor. Sprich man darf veränderte Pflanzen nur dort ausbringen, wo sie nur als Kulturpflanzen existieren. Gentechnischer Raps in unseren Breiten also nicht. Kartoffel wäre kein Problem. Dies sollte m.E. auch dringend eingehalten werden.

Eine zukünftige Idee könnte es sein, bei gentechnischen Pflanzen Gene für die Blüte bzw. Pollenproduktion auszuschalten.


Die Sorge vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen kann ich zumindest für die eingebrachten Gene selber (ich weiß, dass hast du nicht gesagt aber im Bekanntenkreis höre ich das öfter) nicht nachvollziehen. Warum sollten die etwas mit mir zu tun haben? 1. Wird bei der Verdauung Nukleinsäure wie auch Kohlenhydrate abgebaut und dann erst aufgenommen 2. Es gibt zwar Hinweise auf horizontalen Gentransfer, woher dieser kommt ist aber ungeklärt (wahrscheinlich am meisten über Viren), und wenn würde dieses Risiko für alle Gene gelten und nicht nur für die künstlich eingebrachten. Und wie schon mal woanders erwähnt ich hatte bisher keine Angst zu einem Baum zu werden, wenn ich Äpfel essen :grin:
Bei den Substanzen die eine Pflanze jetzt selber produziert (vor allem wenn eine Resistenz gewollt ist), wäre eine Sorge berechtigt. Eine zukünftige Idee wäre hier, diese Substanzen von der Pflanze nur in den nicht essbaren Teilen expremieren zu lassen. Deswegen sehe ich hier ja grade keine Bedrohung durch den goldenen Reis. Man will ja grade das Provitamin A haben.
Aber das müsste man immer vom Einzelfall abhängig machen.

Schlussendlich könnte man noch sagen, das darf der Mensch einfach nicht. Gentechnik geht zu weit. Nur man kann durch Gentechnik keine neuen Gene kreieren, man kann nur schon vorhandene Gene in einen Organismus bringen, die dort nicht drin waren. Wenn man dieser Logik folgt, dürfte man auch nicht züchten. Gentechnik macht züchten halt nur über die Artengrenze hinweg möglich.
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Plumbum » Mo 30. Dez 2013, 21:24

jut, also bin ich eigentlich mit meiner Meinung schon ganz vernünftig, wenn ich sage, ich hab nicht generell was gegen gentechnik, aber es muss einen vernünftigen mehrwert bieten und so gestaltet sein, dass es die ursprüngliche flora und fauna nicht beeinträchtigt. und deshalb muss man sorgfältig prüfen.

und eine reine ertragserhöhung wäre für mich nicht zwingend ein wichtiger grund, jedenfalls nicht aktuell, wo in der welt ein verteilungsproblem existiert, kein mangel an anbauflächen. wenn in der 3. Welt tatsächlich ein vitamin-A-Mangel herrscht (kenn ich mich gar nicht mit aus, kann ich mir aber gut vorstellen, bei 1 Dollar/Tag sind ja möhrchen oft nicht verfügbar), dann kann der reis schon ein wichtiger grund sein.

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Marsupi-Lami » Mo 30. Dez 2013, 21:30

ja kann man so zusammenfassen

achja und die meisten angesprochenen Probleme, sind meiner Meinung nach auch bei der konventionellen Zucht real.
Die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA hat einen Rückruf für sechs homöopathische Mittel der Firma Terra-Medica veröffentlicht, weil diese offenbar Wirkstoffe enthalten. (SZ, 27.3.14)

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Mo 30. Dez 2013, 22:23

In der guten alten Zeit war alles besser. :kaffee:
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Marsupi-Lami » Mo 30. Dez 2013, 22:36

schöner Artikel
Die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA hat einen Rückruf für sechs homöopathische Mittel der Firma Terra-Medica veröffentlicht, weil diese offenbar Wirkstoffe enthalten. (SZ, 27.3.14)

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Plumbum » Mo 30. Dez 2013, 22:41

ja, sehr interessant!

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Nihilominus » Di 31. Dez 2013, 14:15

Zaunkönigleberpastete hat geschrieben:In der guten alten Zeit war alles besser. :kaffee:


Oha... damit müssen so manche jetzt den bio-Pfefferminztee streichen. Blöd!

Grundsätzlich birgt doch damit jede Züchtung, gleichgültig, ob Kreuzung, grüne Gentechnik usw. Risiken, oder nicht?
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Roschdbroda

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Roschdbroda » Mi 1. Jan 2014, 05:41

Nihilominus hat geschrieben:Grundsätzlich birgt doch damit jede Züchtung, gleichgültig, ob Kreuzung, grüne Gentechnik usw. Risiken, oder nicht?

Leider ja!
Es besteht jederzeit das Risiko, an einer Tomate zu ersticken. Gegen unsachgemäßes Kauen und Schlucken wurde immer noch kein Heilmittel gefunden. :(

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Henry » Mi 1. Jan 2014, 14:38

Ich warte schon lange darauf, dass hier das Thema so explizit Erwähnung findet :rock:
Mir ist durchaus bewußt, dass die nächsten Zeilen wirr sind, da bitte ich um Nachsicht, da ich so geschrieben habe, wie es mir einfiel und mir leider jetzt die Zeit zur genaueren Durchsicht fehlt.

Es gibt in der deutschen Bevölkerung wohl kaum ein Thema, wo sich kategorische Ablehnung mit völliger Ahnungslosigkeit paaren. Der Durchschnittsverbraucher weiß weder, was die Gentechnik bewirkt, noch wie sie zustandekommt. Die grundlegende Ablehnung der Gentechnik in der öffentlichen Meinung wird dabei regelmäßig gefüttert. Wenn die lokale Greenpeacegruppe durch die Stadt zieht, jeder ein Plakat mit einem mit Fratzen versehenen Maiskolben hochhält oder in der Vergangenheit Forschungsfelder von Menschen in putzigen Schutzanzügen zerstört wurden, verfehlt das seine Wirkung nicht. Greenpeace etc. hängt noch immer der Nimbus des Robin Hoods der armen Umwelt unbegreiflich fest am Hintern, wenn die sagen, dass Gentechnik böse ist, wird das schon stimmen. Und damit das noch lange so bleibt, verwehrt man unter dem Schild der Unabhängigkeit niedersächsischen Schülern einen Einblick in die Gentechnik (hatten wir hier schon: http://www.antiveganforum.com/forum/viewtopic.php?f=24&t=7439).

Ein Gentechnikgegner bezeichnet sich, unabhängig von seinem Kenntnisstand, als Gentechnikexperte, ebenso wie er Vertreter anderer Meinungen Lobbyisten heißt. Ich habe einmal an einer Diskussion zum Thema teilgenommen, damit nicht alle Diskutierenden eine Meinung haben, und es war eine Frage von Minuten, bis eine Unterstellung kam, ich sei von Monsanto bezahlt. Damit war meine Kompetenz gänzlich widerlegt und man konnte kollektiv verbal auf Henry einschlagen. Argumente können dabei ruhig unlogisch und erfunden sein, solange sie das eigene Weltbild stützen, sind sie wahr.

Ich bin der Meinung, dass die Diskussion zum Thema Gentechnik dringend eine neue Justierung braucht, sozusagen einen neuen Nullpunkt. Eine Seite vertritt momentan zwar sehr emotional, aber unhaltbare Extrempunkte, während die andere Seite wesentlich neutraler und durchaus naturwissenschaftlich ausgerichtet ist. Wenn Vereinigungen sich feiern, weil BASF, Bayer und selbst öffentliche Forschungseinrichtungen ihre Forschung für grüne Gentechnik weit westwärts verlagern, fehlen mir die Worte. Letztlich wird es eine Wiederholung geben wie beim Insulin seinerzeit: Deutschland verschließt sich aufgrund politisch gewollter diffuser Ängste einer Technologie, diese wandert aus und bedient den deutschen Markt von außerhalb. Soviel auch dazu, dass Gentechnik automatisch zur Monopolisierung hin zu einzelnen Züchtern führt.
Wenn ich demnächst Zeit dazu finde, werde ich auch noch auf Inhalte der Behauptungen seitens der Gentechnikgegner eingehen. Jedem interessierten möchte ich das Buch „Gentechnik bei Pflanzen Chancen und Risiken“ des Ehepaars Kempken empfehlen, in dem auch absolut laienverständlich die Grundlagen der grünen Gentechnik erklärt werden.
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Plumbum » Mi 1. Jan 2014, 16:01

Ich bin der Meinung, dass die Diskussion zum Thema Gentechnik dringend eine neue Justierung braucht, sozusagen einen neuen Nullpunkt.


das sehe ich allerdings auch so. Ich sehe es bei mir, ich bin sehr verunsichert bei dem Thema. Jetzt habe ich ja tatsächlich ein paar nachvollziehbare erklärungen bekommen, da bin ich auch dankbar für. Ich hab durchaus eine hohe affinität zu Naturwissenschaften und genetik/Radioaktivät usw. mit Interesse im Unterricht verfolgt, aber ich hab nunmal Biologie nur bis zur 11. Klasse gehabt und danach einen Beruf gewählt, der mit Naturwissenschaften null am Hut hat. Da ist man einfach auf halbwegs neutrale Infos in normalen Medien angewiesen, um sich ne Meinung bilden zu können. Wenn man nebenbei mal gelegentlich einen zeitungsartikel dazu liest, ist es ja auch glückssache, einen neutralen zu erwischen.

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Henry » Mi 1. Jan 2014, 19:14

Plumbum hat geschrieben: Da ist man einfach auf halbwegs neutrale Infos in normalen Medien angewiesen, um sich ne Meinung bilden zu können.

... und das ist schwierig. In den Massenmedien läuft man offenbar mit, es erfordert weniger Einarbeitung ins Thema und führt nicht zu Shitsürmen, wenn man mit Schlagworten wie Frankenstein-Food, Gendreck etc. der allgemeinen Meinung entspricht, als sachliche Erkenntnisse zu verbreiten. Und wenn man als Argument gegen die Gentechnik anführt, dass die Bevölkerung sie mehrheitlich ablehnt, so ist das viel mehr langjähriger grüner Propaganda geschuldet, als irgendeiner Form von Sachverstand.

Meines Erachtens recht gute Artikel dazu:
Grüne Gentechnik: Die Argumente der Gegner
Von Patrick Zimmerschied

http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001255

Grüne Gentechnik: Sprache und Antigentechnik-Demagogie
Von Reinhard Szibor

http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001283

Grüne Gentechnik - Schluss mit der Scheindebatte

http://www.sueddeutsche.de/wissen/gruene-gentechnik-schluss-mit-der-scheindebatte-1.1758979

Zum Thema Golden Rice bei Psiram ein Interview mit einem der Erfinder der ganzen Sache:
http://blog.psiram.com/2013/09/prof-potrykus-ueber-goldenen-reis/?COLLCC=1212298570
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Do 2. Jan 2014, 11:43

Ich hab mal eine fachfrauische Expertise eingeholt:

Golden Rice geht gar nicht!

Wenn es dagegen um die eigenen Gelüste geht, sieht es anderst aus:
Da darf man sich sogar mit dem Teufel einlassen, wenn dies auch zukünftig die Verfügbarkeit von Musa × paradisiaca sicherstellen könnte:

Die Natur schlägt zurück – Verschwindet die Banane?
Eine dritte Alternative ist die Gentechnik. Es könnten so resistente Bananen gegen Pilz- und Virenerkrankungen gezüchtet werden. Erste freilandversuche fanden zwischen 2004 und 2011 bereits in einigen Ländern, darunter Australien und Israel, statt.

:mauer:
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Plumbum » Do 2. Jan 2014, 11:55

Hübsch sieht er ja aus, der goldene Reis.

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Do 2. Jan 2014, 12:08

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Plumbum » Do 2. Jan 2014, 12:19

Coool... Das wäre doch mal ne gartenpflanze!

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Henry » Do 2. Jan 2014, 13:01

Ohne jetzt wie Horst E. wirken zu wollen
http://www.theeuropean.de/bjoern-lomborg/7482-die-toedliche-moralische-opposition-gegen-gen-food
Die Wohlfühllügen von Greenpeace & Co.

Seit Jahren wird die Entwicklung von genetisch verändertem goldenen Reis von reichen Westlern verhindert. Millionen Kinder starben in dieser Zeit. Wir müssen uns endlich fragen, wer daran zumindest Mitschuld trägt.
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Gästin

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Gästin » Do 2. Jan 2014, 13:06

Es gibt auf den Phillipinen auch heute schon keine Mangelerscheinung an Vitamin A bei Kindern. Und Glasperlenmais ist konventionell gezüchtet, nix Gentechnik.

Chemtrail (n.e.)

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Chemtrail (n.e.) » Do 2. Jan 2014, 13:17

Die öffentliche Kernkraftdebatte ist seit Jahren fest in der Hand von Physikabwählern und hysterischen Hausfrauen, die "Atom scheiße finden". Völlig entsachlicht und ich wüßte nicht, wie man dem noch entgegenwirken könnte. :/
Die Gentechnikdebatte ist das Gleiche in grün.

Mann sollte Globuli gegen Gene und Atome auf den Markt bringen. Wäre ein Bombengeschäft.

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Henry » Do 2. Jan 2014, 13:42

Es gibt auf den Phillipinen auch heute schon keine Mangelerscheinung an Vitamin A bei Kindern. Und Glasperlenmais ist konventionell gezüchtet, nix Gentechnik.

Zum ersteren: Für den Fall, dass deine Aussage stimmt, was sagt das dann aus? Dass Versuchsanbauflächen zerstört werden dürfen und der Anbau immer weiter verhindert werden kann, schließlich gibts auf den Phillipinen genug Vitamin A? Dass Potrykus sich das hätte sparen können, weil es in seiner Heimat ebenfalls keinen Vitamin-A-Mangel gibt?
Und Glasperlenmais wurde hier lediglich am Rande aufgrund seiner optischen Erscheinung erwähnt.

Chemtrail hat geschrieben:Die Gentechnikdebatte ist das Gleiche in grün.

Das fürchte ich auch. Ich für meinen Teil kann dazu überhaupt nichts sagen, das ist absolut nicht mein Gebiet. Aber mein Horrorgebäude Kernkraft bekam Risse, als ich im Studium erste Kontakte zur grünen Gentechnik bekam und merkte, wie dieselben, die gegen Kernkraft wettern, in Bezug auf Gentechnik gezielt lügen und skandalisieren.
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Do 2. Jan 2014, 13:43

Gästin hat geschrieben:Es gibt auf den Phillipinen auch heute schon keine Mangelerscheinung an Vitamin A bei Kindern.
Schön. Dann brauche ich ja nicht mehr an UNICEF zu spenden, wenn die massig Geld für unnütze Vitamin-A-Tabletten für philippinischer Kinder verpulvern.

Gästin hat geschrieben:Und Glasperlenmais ist konventionell gezüchtet, nix Gentechnik.
Hat das Herz schon höher geschlagen ob des vermeintlichen Monsanto-Monster-Maises? :baeh:
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Marsupi-Lami » Do 2. Jan 2014, 13:51

BTW. : An unsere Uni gibt es die Legende von nem Prof. der beim Bäcker "genfreie" Brötchen gekauft hatte, kurzerhand ne PCR von diesen gemacht hat und mit den Ergebnissen zurückgegangen ist und der Bäcker das Werbeschild abnehmen musste. :grin:

@Gast wenn dieser Glasperlen-Reis nicht konventionell gezüchtet worden wäre, wäre die Empörung aber groß gewesen, aber so natürlichTM sind die Farben aber ganz klar harmlos :rolleyes:

In dem einen Artikel wird ja rumgezetert, dass man mit den ganzen Forschungsgeldern für den goldenen Reis lieber Entwicklungsprojekte unterstützen hätte sollen. hmm ich fang jetzt mal lieber nicht an daran zu denken, welche sinnvollen Taten mit dem Geld von Greenpeace und co hätten angestellt werden können, wenn es nicht für die Verunglimpfung von Gentechnik ausgegeben werden würde. :angry:

Wie gut diese Propaganda wirkt habe ich an mir selbst gemerkt, denn unglaublich vielen Forderungen gegen Gentechnik hätte ich vor meinem Studium sogar unterstützt. In der Schule fängt es schon an, dass genetic engineering in englisch Abiturrelavant ist, die Lehrer aber selber gar nichts damit anzufangen wissen und nur Cartoons mit Horrorvorstellungen (8 beinige Truthhähne usw.) besprochen werden und sich auf ein Konsens geeinigt wird, wovor man dabei Angst haben könnte. An dem Thema was dabei passiert (also wie funtioniert Gentechnik überhaupt) wurde nicht mal an der Oberfläche gekratzt.
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon RächerDerVerderbten » Do 2. Jan 2014, 14:38

Hatte neulich mit nem Bekannten ne ausufernde Diskussion, die ich wider Erwarten vorläufig "gewonnen" hab( er hat mal was mit Umwelt studiert), nachdem wir uns drauf geeinigt haben, dass "Monsanto" als Argument flachfällt, hat er mich mit Artikeln über Studien eingedeckt, zu meiner Erleichterung warn die Quellen aber entweder "Kopp- Verlag" oder "Deutsche Wirtschaftsnachrichten", die Studien nachweislich grottenschlecht bis gefälscht, er hats dann als berechtigten Einwand erst mal akzeptiert, n paar Tage später hatter dann selber gepostet, dass die Seralini- Studie zurückgezogen wurde, fand ich sehr fair von ihm :grin:

Ich kann mir in etwa vorstellen, wasser gedanklich für Barrieren überwinden muss, einerseits isser interessiert an echten Erkenntnissen ( wollte mal Philosophie studiern ), andererseits bewegter sich innem alternativ- eso- öko- Umfeld, da macht man sich keine Freunde, bzw. kann ganz fix alte verlieren, wenn man zu tief schürft, die definiern sich ja über ihre Deutungshoheit zu Fragen wie Ernährung, "Natürlichkeit", usw.
Brennende Fragen der Tierethik: "Dürfen wir Tiere duzen?" Klaus Alfs


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