Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

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Gastor

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Gastor » Mo 1. Dez 2014, 12:56

Max P hat geschrieben:Ich für meinen Teil würde diesen Reis den Menschen nicht vorenthalten. Ich will aber gleichzeitig darauf aufmerksam machen, dass "goldener Reis" nur eine Notlösung sein kann, neue Abhängigkeiten schafft und die eigentlichen Probleme ganz woanders liegen. Es gibt keinen naturgegebenen Mangel an vitaminhaltiger Nahrung (weswegen der oben irgendwo angeführte Vergleich mit dem Jodmangel auch abwegig ist).
Wieso neue Abhängigkeiten? Einmal das Saatgut geschenkt bekommen, kann der Bauer jeder Zeit aus seiner Ernte Saatgut zurückbehalten für die nächste Aussaat und er darf die Pflanzen sogar weiter züchten.

Natürlich gibt es einen natürlichen Mangel an vitaminhaltiger Nahrung. Denn es gibt faktisch Regionen, in denen die Bodenverhältnisse und landschaftlichen und klimatischen Rahmenbedingungen es nicht erlauben, jede Pflanze anzubauen, die man für eine ausgewogene Ernährung bräuchte. Dem kann man nur durch Handel mit Nahrungsmitteln entgegenwirken, dafür braucht es Infrastruktur und Geld mit dem Mann sich diese Nahrung kaufen kann. Ist man nicht gesund (Vitaminmangel), dann ist man aber nicht in der Lage dieses Geld zu erwirtschaften, mit dem man Nahrung kaufen oder Straßen bauen kann. Ob also nun die Infrastruktur oder der Vitaminmangel durch eine westliche NGO (Entwicklungshilfe) beseitigt wird, ist egal, abhängig ist man als Betroffener in jedem Fall (zumindest temporär, bis sich das Land weiter entwickelt). Ersteres haben NGOs schon lange versucht, sind aber ganz offensichtlich daran gescheitert, also kann ruhig mal jemand anders mit seiner Idee versuchen das Leid wirklich mildern. Wenn der Golden Rice erfolgreich eingesetzt wird, kann er die Hilfe zur Selbsthilfe sein. Jedes Kind das dann nicht erblindet, muss nicht mehr von seiner Familie gepflegt werden und kann stattdessen arbeiten (wenn es alt genug ist), somit Geld erwirtschatfen, Geld von dem es Steuern zahlen kann, von denen Straßen gebaut werden können. So dass der Teufelskreis der Armut durchbrochen werden kann. Die eigentlichen Probleme liegen zum Teil auch woanders (korrupte Politiker in den entsprechenden Ländern), des Pudels Kern ist aber genau das eben von mir genannte Durchbrechen des Teufelskreises, der zur Armut führt, die Hilfe zur Selbsthilfe. Natürlich könnte man das auch mit Vitaminpillen machen, aber ob das wirklich die bessere Option ist? Ich jedenfalls fände eine Abhängigkeit von der Almose "Vitaminpille" demütigender, als eine einmalige Schenkung von verbessertem Saatgut, welches mir große gesundheitliche Vorteile bringt.

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Zaunkönigleberpastete
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Mo 1. Dez 2014, 15:59

Gastor hat geschrieben:Einmal das Saatgut geschenkt bekommen, kann der Bauer jeder Zeit aus seiner Ernte Saatgut zurückbehalten für die nächste Aussaat und er darf die Pflanzen sogar weiter züchten.

Ganz so einfach ist es vermutlich dann doch nicht.

Hierzulande liegt die Halbwertszeit von "modernen" Sorten mittlerweile typischerweise irgendwo in der Größenordnung von drei Jahren; dann werden sie von neueren und (vermeindlich) besseren Sorten verdrängt.
Sicherlich gibt es auch in den Zielländern des G.R. viele verschiedene Reissorten und einen gewissen Zuchtfortschritt, wenn auch wohl weniger rasant.

Es reicht also nicht aus, das Gen in eine der Sorten einzukreuzen, und diese Sorte den Bauern zu überlassen. Entweder müssen die Züchter dafür Sorge tragen, dass das Gen auch in zukünftigen Sorten erhalten bleibt (das scheint mir eher unwahrscheinlich zu sein), oder das Gen muss auch in zukünftigen Sorten eingebaut werden.


Aus einem TAZ-Interview mit Peter Beyer:
Aber auf dem Reis liegen doch auch Patente von Monsanto und Syngenta?
…und anderen. Die haben wir freibekommen. In allen Entwicklungsländern brauchen Bauern mit höchstens 10.000 US-Dollar Umsatz pro Jahr aus dem Reisanbau nichts zu zahlen für die Technologie.
Ist es korrekt, dass der Ertrag des Goldenen Reises niedriger als der herkömmlicher Sorten ist?
Ja. Derzeit reicht der Ertrag im Feld nicht ganz an unsere Zielvorgaben heran. Das kann züchterisch behoben werden. Daran arbeiten wir gerade.
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Merapi
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Merapi » Mo 1. Dez 2014, 17:35

Monsanto hat mit dem Goldenn Reis schon mal gar nichts zu tun.

Ende der 1990er Jahre begann eine internationale Arbeitsgruppe um Ingo Potrykus, Professor an der ETH Zürich, und Peter Beyer, Professor an der Universität Freiburg, einen neuen ß-carotinhaltigen Reis zu entwickeln.

Das Ziel: Er sollte einen nachhaltigen Beitrag leisten, das Problem der Vitamin A-Unterversorgung vor allem in Asien zu überwinden. Vorausgegangen waren jahrelange Forschungsarbeiten über pflanzliche Stoffwechselwege, die zur Synthese von ß-Carotin führen. Das Projekt wurde von internationalen Stiftungen und Unternehmen unterstützt, die auf Lizenzgebühren verzichteten.


und

Golden Rice wird in verschiedene lokale Sorten eingekreuzt. Kleinbauern in Entwicklungsländern sollen das Saatgut kostenlos erhalten. Eine Nachzüchtung und Weiterverwendung in den Folgejahren ist erlaubt, jedoch nur zum Eigengebrauch, nicht für Export und Agrarhandel. Golden Rice ist in erster Linie als Nahrungsmittel für die lokale Bevölkerung gedacht.
Ich hätte doch Psychiater werden sollen. Da bekommt man wenigstens Geld, wenn man sich mit Irren befasst.

Hans Olo
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Hans Olo » Mo 1. Dez 2014, 17:36

@Gastor: und wenn Du Hybridpflanzen hast, machst Du mit dem Erntegut garantiert kein neues Saatgut.

Gastor

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Gastor » Mo 1. Dez 2014, 18:14

Hans Olo hat geschrieben:@Gastor: und wenn Du Hybridpflanzen hast, machst Du mit dem Erntegut garantiert kein neues Saatgut.
Wieso denn nicht? Zumindest das was ich über den Golden Rice gelesen habe, ist es keine sterile Pflanze, man kann ihn normal durch Selektion/Einkreuzen weiter züchten. Genau dies soll den Bauern auch rechtlich ermöglicht werden, mit dem Saatgut des Golden Rice, welches ihnen zur Verfügung steht. Zitat deutsche Wiki: "Goldener Reis kann nach Angaben der Herstellerfirma Syngenta nach dem Einkreuzen in lokale Sorten von den Landwirten selbst vermehrt und lizenzfrei angebaut werden."

@Merapi: Monsanto ist beteiligt, weil sie sich wohl bei der Produktion des zu verteilenden Saatguts als eine Art Lizenznehmer einbringen. Dass sie Destributor sind, steht in der englischen Wiki! Das macht die Sache natürlich zu nichts schlechtem, weil der "böse Konzern Monsanto" beteiligt ist, denn Monsanto muss sich an alle gemeinnützigen, rechtlichen Rahmenbedingungen halten, die die Schöpfer des Golden Rice vorgeben.

@Zaunkönigleberpastete: Natürlich ist das Ganze nicht so einfach, wie ich es dargestellt habe. Aber es ist auf jeden Fall ein guter Schritt in die richtige Richtung, ein ehrenwertes Anliegen, meiner Meinung nach.

hubers ne

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon hubers ne » Mo 1. Dez 2014, 19:05

Hans Olo hat geschrieben:@Gastor: und wenn Du Hybridpflanzen hast, machst Du mit dem Erntegut garantiert kein neues Saatgut.

Aus Hybridsaatgut kann man garantiert neues Saatgut herstellen. Das dabei die sehr guten Eigenschaften der F1 Hybride sich wieder in entsprechende Linien aufspaltet sollte schon klar sein.
Das auch kein Hetrosis-Effekt mehr vorhanden ist liegt nun mal in der Natur der Hybridpflanzen.

Dennoch ist Golden Rice keine Hybride sondern es ist eine Linie (was in entsprechenden Kreisen auch als Samenfest bekannt ist)

@Zaunkönigleberpastete
Du kannst den Saatgutmarkt in DE nicht mit denen in Entwicklungsländern vergleichen. Denn dort gibt es in den wenigstens Fällen ein Saatgutrecht (by the way - die neue europäische Richtlinie orientiert sich am Deutschen Saatgutrecht und dieses wurde deshalb vor über 100 Jahren eingeführt weil die damaligen Landsorten einfach nur schlecht waren und somit ein Anreiz für die Züchter geschaffen werden sollte damit sie diese miserablen Sorten durch Zucht verbessern)
Die Halbwertszeit für verschiedene Sorten liegt deshalb im Durchschnitt bei nur drei Jahren weil Sorten die sich nicht durchsetzen dann schnell wieder vom Markt genommen werden.

Das für den Golden Rice eine Erhaltungszucht betrieben werden muss (die berühmte "Linda-Kartoffel Retter" mussten auch schmerzhaft lernen das dies für diese unterdurchschnittliche Kartoffelsorte von Nöten ist) ist auch klar.
Da dieser jedoch Lizenzfrei vermehrt und in lokale Sorten eingekreuzt werden darf muss halt ab und an wieder ein bisschen Basic-Saatgut herausgegeben werden. Wobei ich schon denke das die Jungs und Mädels vom IRRI + die vom Golden Rice Projekt + die assoziierten Saatgutprofis sich über diese Dinge Gedanken machten und entsprechende Vorgehensweisen ausarbeiteten.

Henry n.e.

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Henry n.e. » Mo 1. Dez 2014, 20:25

Zumal die"Probleme" in meiner Sicht nur gefunden werden, weil man nicht zugeben will, dass man Gvo einfach nur nicht will. Man stelle sich vor, sie bauen dort Tomaten an, zu 90?% Hybridsaat, da würde Applaus geklatscht werden.

Henry n.e.

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Henry n.e. » Di 20. Jan 2015, 20:11

Bei Novo Argumente steht ein Artikel zum Thema Gentechnik bzw absurder Politik damit.
Mit meinen Wurstfingern und Smartphone krieg ich das mit Link nicht hin.

Teratornis

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Teratornis » Di 20. Jan 2015, 23:11

Henry n.e. hat geschrieben:Bei Novo Argumente steht ein Artikel zum Thema [...]
Mit meinen Wurstfingern und Smartphone krieg ich das mit Link nicht hin.


Der König sprach's, der Page lief:

Grüne Gentechnik: Verbot gehört in den Papierkorb

Ich nehme mal an, dass es dieser Artikel ist.


Schönen Gruß

Teratornis

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Marsupi-Lami
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Marsupi-Lami » Mi 21. Jan 2015, 00:33

netter Artikel, dann geh ich demnächst wohl eindeutig nach dem Ausschlussprinzip wählen. Mich verbittert es zutiefst, wenn Politiker potentielle Gesetze in die Welt tragen, die größtenteils nur auf einem diffusen Gefühl des Misstrauens der breiten Masse fußen, anstatt sich Hintergrund anzueignen.

Beim Stöbern auf der Seite auch noch diesen netten Artikel gefunden synthetische Biologie, eine Welt ohne Palmöl?

naja stimmt schon, wer "normale" Gentechnik für gefährlich hält, für den ist wohl synthetische Biologie die Ausgeburt des Teufels... schade
Die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA hat einen Rückruf für sechs homöopathische Mittel der Firma Terra-Medica veröffentlicht, weil diese offenbar Wirkstoffe enthalten. (SZ, 27.3.14)

Henry n.e.

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Henry n.e. » Mi 21. Jan 2015, 17:45

Danke, den Text meinte ich. Stellt es schön dar. Etwas wie Urkost: eigene Wünsche als Tatsache darstellen.

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Zaunkönigleberpastete
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » So 25. Jan 2015, 09:20

Kommentar von Joachim Müller-Jung in der FAZ zu der "Wir haben es satt"-Demonstration vergangene Woche und im Speziellen zur Angst vor der Grünen Gentechnik:
http://www.faz.net/aktuell/wissen/verbo ... 79736.html

Bereits der Einstieg wäre signaturwürdig ich mag Ingrid aber nicht gleich wieder rausschmeißen:
Die Großdemonstration zum Start der Grünen Woche in Berlin war das Pegida der Wissenschaft. Wut statt Vernunft, das hat auch dieser Marsch von Zehntausenden gegen Gentechnik, Intensivlandwirtschaft und Freihandelsabkommen gezeigt, ist ein lautes und ergo probates Mittel der Öffentlichkeitsarbeit. „Wir haben es satt“, das war das zum Marschmotto gewordene Eingeständnis derer, die ach die freie Wissenschaft mittlerweile als festen Teil einer Verschwörung betrachten. Eine Verschwörung der Großkopferten gegen das Volk, eine der Mächtigen gegen ihre Bürger und eben eine Verschwörung der Wissenschaft gegen die selbstgebastelte Wahrheit der Protestler.

Zur Gentechnik schreibt Müller-Jung noch dies:
[...] was Forschungsministerin Johanna Wanka vor ein paar Monaten mit ihrer Bilanz der Biosicherheitsforschung als „Wissensbasis für einen verantwortungsvollen Umgang mit genveränderten Pflanzen“ bezeichnet hat. Mehr als dreihundert Forschungsprojekte seit 1987, davon mehr als die Hälfte mit transgenen Nutzpflanzen, wurden an über sechzig unabhängigen Instituten innerhalb und außerhalb der Hochschulen vorgenommen. Das Resümee war eindeutig: Im Vergleich zu herkömmlich gezüchteten Sorten gibt es kein erhöhtes Risiko - erst recht kein erhöhtes Gesundheitsrisiko.

Die Bilanz des Forschungsministeriums kann man hier herunterladen. LESEN!
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon noch so eine » So 25. Jan 2015, 14:01

Danke ZKLP für den Artikel und den Link!

Die ideologische Wissenschaftsfeindlichkeit der Grünen entwickelt sich mittlerweile von einer Lachnummer zur echten Gefahr.
Die Herausforderung unseres Planeten bald 10 Mrd. Menschen satt zu bekommen, wird schlichtweg ignoriert. Alles was mit Gen-, Bio- und auch Atomtechnologie und deren Forschung zu tun hat, passt nicht ins grüne Weltbild. Und das, was nicht ins Weltbild passt, gehört perse verboten, auch wenn ein Großteil der Bevölkerung dies anders sieht bzw. ganz und gar nicht mit den Forderungen der Grünen einverstanden ist, schließlich ist die Weltsicht der Grünen, die einzig richtige. Kein Wunder, dass gerade die Grünen die Redeuzierung des Biologie- Chemie- und Physikunterrichts fordern. Grüne gegen Biologieunterricht. Je unwissender das Volk, umso leichter manipulierbar für angstmachende grüne Ideologie. Mit Volldampf zurück ins Mittelalter.

Die Grünen sollten sich an der Haltung des früheren Feldzerstörers Mark Lynas (Greenpeace) orientieren, der 2013 auf der Oxford Farming Conference einen Vortrag für die Grüne Gentechnik gehalten hat, ein Plädoyer bessergesagt, nachdem er sich mit den wisenschaftlichen Erkenntnissen und Fakten auseinandersezte und somit seine Ansichten grundlegend änderte.
Vortrag von M. Lynas:
Ich würde gern mit einigen Entschuldigungen beginnen: Fürs Protokoll, hier und vorm Podium, entschuldige ich mich dafür, viele Jahre damit verbracht zu haben, Felder mit gentechnisch veränderten Pflanzen zu zerstören. Es tut mir ebenfalls leid, am Aufbau der Etablierung der Anti-Genfood-Bewegung in den 1990er Jahren mitgewirkt zu haben und somit eine wichtige technologische Option zu dämonisieren, die zum Wohl der Umwelt eingesetzt werden kann.

Grüne Gentechnik: Zum Wohl der Menschheit und des Planeten
"Veganismus ist eine bizarre Variante des moralischen Parasitismus. Er schmarotzt bei der Norm, dem Selbsterhaltungsinteresse des Menschen Vorrang einzuräumen, indem er dieses Schmarotzen selber zur Norm macht." Klaus Alfs

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Einar » So 25. Jan 2015, 15:46

@ noch so eine & ZKLP:
Danke für die Links und Beiträge.

- - -

Jene sehen "eine Verschwörung der Wissenschaft gegen die selbstgebastelte Wahrheit der Protestler" - und zwar in vielen Bereichen (Ökologie, Esoterik, Politik usw.),
Die Überforderung durch immer komplexere wissenschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenhänge scheint eine tiefe Sehnsucht nach einfachen, möglichst romantischen Antworten hervorzurufen.
"... die Arschlöcher da draussen, diese fleischfressenden Wichser sind wertlos und ekelerregend." (Martina Nitschke)

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Vormund » Mo 26. Jan 2015, 10:03

Bekanntlich gibt es auf jede noch so komplexe Frage eine einfache und einleuchtende Antwort über den klitzekleinen Nachteil, dass die Antwort falsch ist, kann man da schon hinwegsehen.
VERBIETEN ist die der Grünen (nur mein persönlicher Eindruck).
"Tierschützer" ist ein billig zu habendes Label moralischer Selbstermächtigung. (Eckhard Fuhr, Die Welt 11.02.14)

Henry n.e.

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Henry n.e. » Do 29. Jan 2015, 19:55

Http://business.financialpost.com/2013/ ... d-killers/
Greenpeace als Entwicklungsverhinderer. Vorsichtig ausgedrückt...

Henry ne.

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Henry ne. » Di 3. Feb 2015, 13:25

http://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/biologie/genmanipulierter-mais-verursacht-nicht-nur-leberschaeden-13372130
Wir forschen tagein tagaus, bis wir etwas finden, was zu einer Schlagzeile taugt, wie der Versuch dabei aussieht, ist völlig einerlei.
Kurze Zusammenfassung:
Ich nehme Ratten, füttere eine Gruppe mit gv-Soja bzw. gv-Mais, die Kontrollgruppe mit nicht-gv-Weizen. Die Unterschiede, die auftreten, schiebe ich dann flink der Genveränderung unter, schon habe ich das, was ich will :mauer:
Wenn es dich da oben gibt, ziel doch bitte mal mit einer Ladung Hirn. Solche "Studien" würde kein Schüler in der Mittelstufe ernst nehmen.

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Grimm » Di 3. Feb 2015, 15:40

Henry ne. hat geschrieben:http://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/biologie/genmanipulierter-mais-verursacht-nicht-nur-leberschaeden-13372130
Wir forschen tagein tagaus, bis wir etwas finden, was zu einer Schlagzeile taugt, wie der Versuch dabei aussieht, ist völlig einerlei.

Hab mir die Seite ein bisschen angesehen. Eine Ein-Mann-Angelegenheit. Der hat keinen Plan, was er da zusammenkopiert. Aber vielleicht weiß er ja wenigstens, weshalb er das macht. Weitere Schlagzeilen, die nicht immer viel mit dem Rest des Artikels zu tun haben:

- Gedanken von Gehirn zu Gehirn über das Internet übertragen (mach ich jetzt auch gerade)
- Wer glücklich ist, kauft nicht ("Gehirnforscher" Gerald Der Unvermeidliche Hüther)
- Künstliche Netzhaut lässt Blinde wieder sehen
- Cannabis lässt Krebszellen platzen (Ursache für Franz Konz' Wunderheilung endlich gefunden?)
- Batterie lässt Oxford Electric Bell seit 175 Jahren klingeln (tut sie nicht)
- Inder verzichtet seit über 70 Jahren auf Essen und Trinken (zu dick isser jedenfalls nicht)
- Menschen die an Verschwörungstheorien glauben sind vernünftiger
- 300 Millionen Jahre altes Zahnrad wirft Fragen auf
- ...

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Di 3. Feb 2015, 22:38

Henry ne. hat geschrieben:Ich nehme Ratten, füttere eine Gruppe mit gv-Soja bzw. gv-Mais, die Kontrollgruppe mit nicht-gv-Weizen. Die Unterschiede, die auftreten, schiebe ich dann flink der Genveränderung unter, schon habe ich das, was ich will :mauer:

Ein paar Infos zu der Studie gibt es bei Psiram:
https://forum.psiram.com/index.php?topic=13798.0
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » So 8. Feb 2015, 08:52

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Westerwaldschrat » Mo 16. Feb 2015, 13:04

Spitzer Kommentar von Prof. Jacobsen zum Forderungskatalog des Netzwerks Gen-Ethisch und diverser Umweltverbände zur Forschungen im Bereich der Grünen Gentechnik.

Die hier von Herrn Jacobsen, meines erachtens zutreffend, diagnostizierte Vorgehensweise zieht sich leider immer intensiver durch alle möglichen Bereiche des öffentlichen Lebens. Angefangen beim Verbandsklagerecht über die "gesellschaftlich relevanten Gruppierungen" etc. Warum sollen diese Lobbygruppen anderen Lobbygruppen gegenüber bevorzugt werden.
"Gut sein ist vornehm. Aber anderen beibringen, wie man gut ist, ist noch vornehmer – und strengt weniger an."
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Einar » Mo 16. Feb 2015, 17:16

Danke fürs Verlinken des Jacobsen-Kommentars.
Leider bleibt es meist bei solchen Einzelstimmen (gegen die Esoteriker waren damals ja auch nur ein paar Professoren mal kurz laut geworden).
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Westerwaldschrat » Do 26. Feb 2015, 13:32

Sehr spannender Artikela auf Novo Argumente zum Thema Sicherheit in der grünen Gentechnik. Anlass ist ein zusammenfassender Bericht des Bundesforschungsministeriums zum 25jährigen Bestehen der BMBF-Forschungsprogramme zur biologischen Sicherheitsforschung. Der etwas polemische Artikel fasst ein Interview mit dem Staatssekretär im Bundesumweltministerium Jochen Flasbarth, ehem. Präsident des NABU und des Bundesumweltamtes, zusammen.
Offenbar besteht hinsichtlich der Risikoeinschätzung zwischen den Häusern eine erhebliche Meinungsverschiedenheit, hätten immerhin schon 25 Jahre Forschungen doch erbeben, dass die Risiken beim Einsatz von GMOSorten denen des Einsatzes von herkömmlich gezüchteten Sorten gleichen.

Das BMBF Papier hab ich noch nicht komplett gelesen - aber die Zusammenfassung - finde es aber enorm spannend, dass nicht nur die üblichen Verdächtigen, die erst medial inszeniert Studien über die Gefahren beim Einsatz von GMO Pflanzen produzieren die dann als schlichte Propagandalügen entlarvt werden, nein vielmehr kommt bei seriöser und weniger effektheischender Forschung ein Ergebnis zum tragen, dass genau die Gegenposition vertritt - und das über einen derart langen Forschungszeitraum ein solches Fazit zulässt.

Mein Fazit: Es ist an der Zeit jedem Landwirt die Wahl zu lassen was er auf seinen Feldern anbaut, solange er nur vernünftig deklariert. Wer gerne GMO - Pflanzen anbauen will soll das doch bitteschön tun dürfen. Es ist damit eine rein betriebswirtschaftliche Entscheidung, ob der erwartete Mehrertrag die potenziellen Absatzschwierigkeiten und Lizenzkosten für das Saatgut abdeckt oder nicht. Aber ich denke die Bauern in D sind Kaufmann genug um sich das selbst auszurechnen. Ich sehe zum Beispiel einen echten Vorteil darin, dass ein Höherer Ertrag bei gleicher Fläche erzielt werden kann. Selbst wenn man zu der Entscheidung käme das die Pflanzen nicht für Futtermittel geeignet wären, zur Herstellung von Biosprit oder Gas langen die allemal.
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Mi 4. Mär 2015, 13:12

Bei NovoArgumente wärmt Sabine Leopold eine alte Geschichte auf - aber sei's drum. Spontane Mutationen in diesem Umfang passieren eben nicht jeden Tag:

Gentechnik: Mythos Giftgasgras
Diese Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten. 2012 machte im Internet die Meldung die Runde, eine Herde Kühe sei in Texas an Cyanid im Gras gestorben. Die Erklärung: Das genetisch manipulierte Gras ["Tifton-85"] sei spontan mutiert. Sabine Leopold trennt Fiktion und Realität.


Siehe auch: http://en.wikipedia.org/wiki/Tifton_85
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Mi 4. Mär 2015, 13:50

Zaunkönigleberpastete hat geschrieben:... and the winner loser is: GMO.
Opinion Differences Between Public and Scientists

Zur dieser unterschiedlichen Risikoeinschätzung der Gentechnik gibt es mittlerweile auch einen Artikel bei SciLogs. Vor allem die Kommentare sind sehr interessant:
Gentechnik und die Öffentlichkeit – das große Missverständnis?
»Fleischkonsum macht aggressiv und fördert Verblödung, macht stumpf und hart.« Christian Vagedes


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