Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

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hubers ne

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon hubers ne » So 4. Okt 2015, 11:02

Nächste Woche werden ja wieder die Nobelpreise verliehen.
Als eine aussichtsreiche Kandidatin gilt u.a. Emmanuelle Charpentier(https://de.wikipedia.org/wiki/Emmanuelle_Charpentier)

Die von ihr gefundene Methode wird in den Grundzügen verständlich von Peter Heller beschrieben.
http://www.science-skeptical.de/politik ... 9/0014632/

Interessant finde ich als GMO-Befürworter ja die Tatsache das man mit Hilfe von CRISPR/Cas9 eben nicht mehr feststellen kann wie die Modifikation entstanden ist.

Am Bemerkenswertesten erscheint mir jedoch der im folgenden zitierten Abschnitt von Heller
Da werden sich unsere Spitzenpolitiker die Klinke in die Hand geben, um vom Ruhm der Forscherin zu profitieren. Sie werden zwar nicht verstehen, was da genau ausgezeichnet wird, aber sie werden lächeln und stolz sein. Ob ihnen wenigstens die eigene Heuchelei auffällt, da sie eigentlich die Gentechnik ächten und aus Deutschland verbannen möchten?


Ein weiterer Artikel von P.Heller zum Thema Gentechnik ist hier zu finden
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/ ... _im_gehirn
in dem er die Arbeit von Stefaan Blanckes vorstellt.
http://www.spektrum.de/news/warum-diese ... it/1361504

Gästin

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Gästin » Mi 7. Okt 2015, 01:17

Also ich finde Gentechnik geil. Grasanbau war so schwierig nie, aber heute, ein Traum. Früher waren von 10 Pflanzen 7 weiblich und 3 männlich. Heute sind alle Pflanzen weiblich. Früher war die Blüte abhängig von der Belichtungsdauer, also 12h dunkel - 12h hell, weshalb im Outdoor die Blüte erst Mitte Sepember begannn, wodurch bei 6 Wochen Blüte bis zur Reife, das spärliche Licht Ende Oktober, inklusive Regen (Budfäule), reichen musste. Heute blühen die Pflanzen wenn sie eine bestimmte Wuchshöhe erreicht haben, also z.B. schon Mitte August. Das nennt sich Automatic Seeds. Hoch lebe die Gentechnik!
Aber NEIN, natürlich ist der Hanf nie gentechnisch verändert worden. Wäre auch viel zu teuer.

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Westerwaldschrat
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Westerwaldschrat » Fr 23. Okt 2015, 10:46

Thilo Spahl schreibt auf Novo Argumente einen interessanten Artikel zur EU-Richtlinie vom Anfang diesen Monats bezüglich des Anbaus von GVO'en im europäischen Agrarbereich. Demnach haben sich 16 EU-Staaten - einer davon wie nicht anders zu erwartend Deutschland - dafür Entschieden den Anbau von Pflanzen deren Saatgut genverändert daherkommt zu verbieten.

Er geht treffend auf die Auswirkungen für den Verbraucher ein - nämlich gar keine - da der Verkauf von Produkten, die auf der Verarbeitung importierter GVO-Produkte basiert, damit nicht verboten wurde, da keine Gesundheitsgefährdung festgestellt wurde.
Als Ergebnis stellt der Verfasser fest, dass hier Ideologie vor Rationalität zugunsten der Ökolandwirtschaft gestellt wird. Ich fand den Artikel recht Interessant, da mir diese Regelung gar nicht bewusst war. Schade das sich Deutschland so mal wieder selbst ein Bein stellt - aber solange das Gewissen beruhigt wird...
"Gut sein ist vornehm. Aber anderen beibringen, wie man gut ist, ist noch vornehmer – und strengt weniger an."
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Zaunkönigleberpastete
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Fr 20. Nov 2015, 11:39

Die US-amerikanische FDA hat erstmals ein gentechnisch verändertes Tier als Nahrungsmittel zugelassen.
USA erlauben genmanipulierten Lachs als Lebensmittel
- US-Behörden halten einen gentechnisch veränderten Lachs für unbedenklich und wollen ihn für den Verkauf als Lebensmittel zulassen.
- Umweltorganisationen laufen Sturm gegen die Entscheidung. Der Beschluss könnte Symbolwirkung haben.
[...]
Der Gentech-Fisch ist ursprünglich ein Atlantiklachs, dessen Erbgut so verändert wurde, dass er schneller wächst und dabei auch noch weniger frisst als ein Naturlachs.

"Dass er schneller wächst" ist gut. Der Lachs wächst angeblich mal eben doppelt so schnell wie ein herkömmlicher Atlantiklachs.


Da die deutsche Presse erstaunlich spärlich berichtet, noch ein paar Details:

Die Zulassung dieses "AquAdvantage-Lachses" scheint sich schon etwas hinzuziehen. Vom 21.09.2010:
http://www.wsj.com/articles/SB10001424052748703989304575503891676987232 hat geschrieben:The U.S. has moved closer to approving a laboratory-tweaked salmon that grows twice as fast as conventional farmed fish and would become the first genetically modified animal to appear on American dinner plates.
[...]
The AquAdvantage Atlantic salmon contains a growth hormone gene from the Chinook salmon, which accelerates its development in the first year.
[...]
AquaBounty created its first genetically altered salmon in 1989, and submitted its initial set of data to the FDA in 1995. So far, it has accumulated data from 10 generations of the animals. The company has far-flung operations—it is based in the U.S., its stock trades in London and it has fisheries in Canada and Panama.

Der (max. 20jährige) Patentschutz dürfte damit wohl schon abgelaufen sein?

Macht nichts, die Fischmafia findet immer einen Weg, sich ein Monopol zu sichern :devil: :
http://www.reuters.com/article/2015/11/20/us-aquabounty-technologies-fda-idUSKCN0T826T20151120 hat geschrieben:The approval for the fish, to be sold under the AquAdvantage brand, requires that the salmon be raised only in two designated land-based and contained hatcheries in Canada and Panama, and not in the United States.


Noch ein nicht ganz unwichtiger Satz aus dem Reuters-Artikel. Ein kleiner Rundblick durch die Google-News zeigt, dass offensichtlich kein deutschsprachiger Journalist es für nötig befunden hat, dies zu erwähnen:
All of the fish will be female, and reproductively sterile, to prevent inadvertent breeding of the genetically modified fish with wild salmon, FDA officials said.
»Fleischkonsum macht aggressiv und fördert Verblödung, macht stumpf und hart.« Christian Vagedes

Hans Olo
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Hans Olo » Fr 20. Nov 2015, 12:59

Zaunkönigleberpastete hat geschrieben:
All of the fish will be female, and reproductively sterile, to prevent inadvertent breeding of the genetically modified fish with wild salmon, FDA officials said.


Öhm, das ham se in Jurassic Park 1 auch behauptet und wir alle wissen wie es augegangen ist :devil:

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Fr 20. Nov 2015, 17:19

:devil:


Doro hat es auch schon:
https://www.facebook.com/dorothea.schre ... 4429537348
Doro Schreier via Netzfrauen
vor 58 Min.

Vorsicht Monsterfisch! Essen Sie noch Lachs? U.S. approves "‪#‎Frankenfish‬" for human consumption
Nun ist der „Frankenfish“ da – in den USA darf erstmals ein gentechnisch verändertes Tierprodukt in den Handel kommen.
Es sollen auch noch Gen-Küche [sic!] folgen und zig weitere Gentiere stehen in der Warteschlange. Wir haben Ihnen ja bereits geschrieben, dass die# FDA alles genehmigt. Das sollte man hinsichtlich des ‪#‎TTIPs‬ berücksichtigen. Wir essen schon lange keinen Lachs mehr, Sie?
Die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA hatte den Zulassungsantrag bereits seit Jahren auf den Prüfstand, denn die Risiken sind groß.Macht nichts, sagte die FDA - alles sicher, darum ist ja extra nun ein Mitglied des Aufsichtsrates aus dem US-Außenministerium in dem Konzern ‪#‎AquaBounty‬ gewählt worden.
Aber lesen Sie selber:
https://netzfrauen.org/2015/11/20/vorsi ... nsumption/
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Max P
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Max P » Fr 20. Nov 2015, 17:51

Hans Olo hat geschrieben:
Zaunkönigleberpastete hat geschrieben:
All of the fish will be female, and reproductively sterile, to prevent inadvertent breeding of the genetically modified fish with wild salmon, FDA officials said.

Öhm, das ham se in Jurassic Park 1 auch behauptet und wir alle wissen wie es augegangen ist :devil:

So wirds kommen: http://www.ivid.it/fotogallery/imagesea ... g_sfkn.jpg
Heribert analysiert: Bei der CDU/CSU genau das gleiche. Die waren mal rechtskonservativ und haben sich dann gewandelt zu einer links/grün angehauchten Hippiepartei.

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Di 12. Apr 2016, 01:05

http://www.taz.de/Streit-ueber-neue-Gen ... /!5290332/
Streit über neue Gentech-Methode: Ökobranche greift Bioforscher an

„CRISPR hat großes Potenzial“, meint Wissenschaftler Urs Niggli. Für diese Äußerung gegenüber der taz kriegt er jetzt Gegenwind aus der Szene.


Urs Niggli ist einer der bekanntesten und einflußreichsten Wissenschaftler im Ökolandbau. Es wäre wünschenswert, dass er genug Eier hat, um seine Positon weiter zu vertreten. Womöglich würde sich in der dogmatischen Bio-Szene dann tatsächlich was bewegen.
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DauergrillerIn ne

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon DauergrillerIn ne » Di 12. Apr 2016, 09:33

Viele Bio-Bewegten sind leider recht rückwärts-orientiert, esotherisch, anti-wissenschaftlich, anti-kapitalistisch etc. eingestellt. Da ist oft das eigene Weltbild vom "Heilen, Schönen, Guten" wichtiger als wissensbasierter Diskurs.

Das ist schade, weil dadurch Chancen vertan werden.

Gästerich

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Gästerich » Di 12. Apr 2016, 18:57

Hallo DauergrillerIn,
vor kurzer Zeit hatte Cornelius Courts auf ScienceBlogs diesen Beitrag gepostet. Mm trifft es dies sehr gut.
Als ehem. DDR-Bürger suche ich schon seit einer Weile nach einer solchen Erklärung. Für mich war "links" nie wissenschaftsfeindlich und rückwärtsgewandt, trotz aller Ideologie. Das habe ich erst in der BRD-Ära erfahren müssen. Ich find's schade.

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Max P
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Max P » Di 12. Apr 2016, 20:55

DauergrillerIn ne hat geschrieben:Viele Bio-Bewegten sind leider recht rückwärts-orientiert, esotherisch, anti-wissenschaftlich, anti-kapitalistisch etc. eingestellt. Da ist oft das eigene Weltbild vom "Heilen, Schönen, Guten" wichtiger als wissensbasierter Diskurs.

Antikapitalistisch im ursprünglich* marxistischen Sinne hat nichts mit esoterisch oder wissenschaftsfeindlich zu tun, im Gegenteil.

*also nicht, was Bolschewismus/Stalinismus daraus gemacht haben.
Heribert analysiert: Bei der CDU/CSU genau das gleiche. Die waren mal rechtskonservativ und haben sich dann gewandelt zu einer links/grün angehauchten Hippiepartei.

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Lachsbrötchen_mit_Ei » Mi 13. Apr 2016, 10:21

Naja ... Marxismus ist jedensfalls eine Verschwörungstheorie und von dort ist der Weg in die Esoterik nicht weit.
Wer aber, ..., seine Liebe der Menschheit entzieht und sie an Hund oder Katze wendet, begeht zweifellos eine schwere Sünde, eine soziale Sodomie sozusagen, die ebenso ekelerregend ist wie die geschlechtliche.

Konrad Lorenz

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon DauergrillerIn » Mi 13. Apr 2016, 10:22

Danke, Gästerich, für Deinen Link, der passt schon ganz gut. Möchte noch anmerken: Der radikale Gegenentwurf zur politischen Linken ist nicht etwa die politische Rechte - denn die sind Brüder im Un-Geiste. Nein, es ist der freiheitliche Demokrat, der für einen effizienten, liberalen Rechtsstaat eintritt.

Zu Max P: Schon Marx war die Bedeutung von Innovation in der Industriegesellschaft unbekannt. Darin lag einer seiner vielen Denkfehler.
" Leben ohne Tod ist nicht denkbar. Wer das erkennt und das Töten annimmt ist zwar kein besserer Mensch als andere, doch er ist ein mündiger Mensch, ein Erwachsener in der Gesellschaft von Kindern, die den Tod leugnen."
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon tori » Mi 13. Apr 2016, 15:08

Marx war ein hervorragender Analytiker der damaligen Situation, allerdings waren alle seine Ideen, die er zur Bewältigung der damaligen Lage hatte, unbrauchbar bis grausam. Viele, viele Jahre M/L in Bildung/Ausbildung haben mich zur Überzeugung gebracht, daß M/L eine Ideologie mit religiösen Zügen ist, die in jeder Art der Verwirklichung scheitern muß.
----
Zum Thema: Diese irrationale Technik/Fortschritts/Innovations/-Feindlichkeit der jetzt meinungsbildenden Linken war der hauptgrund, mich von jeglicher Nähe dahin zu verabschieden. Alle rationalen Menschen, die ich kenne, und die früher mal mehr oder weniger links waren, haben eben wegen der oben genannten Feindlichkeit der Linksideologie den Rücken gekehrt, meist denken sie jetzt liberal im traditionellen Sinne und sind deshalb parteipolitisch nahezu heimatlos.
Liebe Eso-Deppen und Aluhut-User,

Seid versichert: das Leuchten in Euren Augen ist nur das Licht der Sonne, welches durch Eure hohle Birne scheint.
von @ nochsoeine

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Bloedmann » Mi 13. Apr 2016, 17:48

WER SAHNE WILL MUSS KÜHE SCHÜTTELN!

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Zaunkönigleberpastete » Do 14. Apr 2016, 08:07

http://www.transgen.de/anbau/2562.zwanz ... anzen.html
Zwanzig Jahre Anbau von Gentechnik-Pflanzen: Gespaltene Welt

Im Frühjahr 1996 säten einige Farmer in den USA erstmals gentechnisch veränderte Pflanzen aus. Im Herbst liefen in den Häfen von Rotterdam und Hamburg Schiffe ein, die in ihren Frachträumen die ersten Produkte der Grünen Gentechnik nach Europa brachten - nicht nur auf die Teller, sondern mit einiger Verzögerung auch auf die politische Tagesordnung. Zwanzig Jahre später haben sich weder die großen Erwartungen erfüllt, noch sind die heraufbeschworenen Katastrophen und Negativszenarien eingetreten.

Zwanzig Jahre kommerzieller Gensoja-Anbau - und die Menschheit wurde weder ausgerottet noch zu einer Monsanto-Zombiearmee mutiert.

Zumindest habe ich davon nichts mitbekommen. Wir brauchen mehr Langzeitstudien. :Aluhut:
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Max P
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Max P » Fr 15. Apr 2016, 14:25

DauergrillerIn hat geschrieben:Zu Max P: Schon Marx war die Bedeutung von Innovation in der Industriegesellschaft unbekannt. Darin lag einer seiner vielen Denkfehler.

Im Gegenteil, auch und gerade auf der Innovationsfähigkeit der kapitalistischen Wirstschaft baute Marx seine Theorien auf. Fehlerfrei war sein Denken selbstverständlich nicht.


Lachsbrötchen_mit_Ei hat geschrieben:Naja ... Marxismus ist jedensfalls eine Verschwörungstheorie

So ein Blödsinn. :D


tori hat geschrieben:Marx war ein hervorragender Analytiker der damaligen Situation, allerdings waren alle seine Ideen, die er zur Bewältigung der damaligen Lage hatte, unbrauchbar bis grausam. Viele, viele Jahre M/L in Bildung/Ausbildung haben mich zur Überzeugung gebracht, daß M/L eine Ideologie mit religiösen Zügen ist, die in jeder Art der Verwirklichung scheitern muß.

Hätte ich eine "Real"-Soz-Sozialisierung, wüde ich vermutlich auch so denken. :/
Heribert analysiert: Bei der CDU/CSU genau das gleiche. Die waren mal rechtskonservativ und haben sich dann gewandelt zu einer links/grün angehauchten Hippiepartei.

Gästin

Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Gästin » Di 19. Apr 2016, 00:00

Habts den schon gekannt? Nich gesehn beim überfliegen ...

http://www.euleev.de/lebensmittel-und-e ... dener-reis

Der Pollmer mal ausführlich zum vergoldeten Reis.

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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Westerwaldschrat » Mi 20. Apr 2016, 10:47

Mal wieder ein Beitrag von Thilo Spahl auf Novo Argumente.

Er setzt sich mit dem Interview der TAZ mit Urs Niggli, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (Fibl) in der Schweiz ist, auseinander.

Niggli plädiert in dem Interview für *** F Ü R *** den Einsatz des CRISPR/Cas verfahrens und beleuchtet die Vorteile der GMO-Nutzpflanzen (geringerer Pestizideinsatz ...) und des, günstigen, neuen Verfahrens.

So wird Niggli Beispielsweise zitiert:

Dass wir eine Nullrisikostrategie verfolgen sollen, finde ich weltfremd. Jäger begannen vor 10.000 Jahren, die Kuh zu züchten, und sahen, dass mit Kuhmist die Gräser auf ihren Äckern viel besser wachsen. Wenn die nach dem Maßstab Nullrisiko vorgegangen wären, hätten die den Kuhmist nie aufs Feld getan.“


Die Reaktion der Verbände die um Ihre Einnahmen bangen folgt auf dem Fuße:

Saat:gut hat geschrieben:Voller Empörung nehmen wir die Äußerungen Prof. Nigglis, Leiter des ‚Forschungsinstituts für den Ökolandbau, Fibl‘ in der Schweiz zu Gentechnik im Ökolandbau zur Kenntnis. Willentlich und wissentlich setzt sich Prof. Niggli über den bekundeten Willen der deutschen Biobranche hinweg und diskreditiert die gemeinsamen Anstrengungen der Erzeuger-, Verarbeiter- und Verbraucherverbände. Er brüskiert das Vertrauen unserer Kunden und sät Zweifel an unserer Haltung zur Gentechnik. (…) Wir fordern den Stiftungsrat und den Vorstand auf, ihre Mitarbeiter darauf zu verpflichten in ihren öffentlichen Äußerungen zu den Zielen und Inhalten des Ökolandbaus zu stehen und die gemeinsamen Anliegen der Biobranche zu befördern, nicht konterkarieren!“

und weiter
Eine Strategie, die uns auf Dauer sehr teuer zu stehen kommen könnte. Der Ökolandbau und die Biobranche müssen immer erklären, warum nachhaltiges Wirtschaften nicht zum niedrigsten Preis machbar ist. Anstatt hier Zweifel über die Notwendigkeit dieser Kosten zu säen, sollte Prof. Niggli helfen, diese Nachhaltigkeit der Gesellschaft zu erklären.


Ja nee is klar. Also ein Wissenschaftler merkt, dass es nicht mehr funktioniert die alten Kamellen über Gentechnik wiederzukäuen und schlägt daher vor Vorteile und Risiken zu bewerten und den Biolandbau zu öffnen (Konventionelle Kartoffel ohne Pestizideinsatz vs. Biokartoffel mit Kupferlösung gespritzt). Dagegen jaulen die Lobbyverbände auf, die sich dann nicht mehr in der Lage sehen höhere Preise für ein Produkt, dass eine schlechtere Ökobilanz hat am Markt durchzusetzen oder noch schlimmer alte Glaubensgrundsätze aufgeben zu müssen.
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon xiao mei mei » Mi 29. Jun 2016, 20:40

Über 100 Nobelpreisträger schreiben an Greenpeace und verlangen, das sie ihre Opposition zu Gentechnik aufgeben

“We’re scientists. We understand the logic of science. It's easy to see what Greenpeace is doing is damaging and is anti-science," Roberts told The Washington Post. “Greenpeace initially, and then some of their allies, deliberately went out of their way to scare people. It was a way for them to raise money for their cause."


Ich hoffe sehr, das es was bringt
Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen. Heiner Geißler

Habra
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Habra » Mi 29. Jun 2016, 21:53

xiao mei mei hat geschrieben:Über 100 Nobelpreisträger schreiben an Greenpeace und verlangen, das sie ihre Opposition zu Gentechnik aufgeben

“We’re scientists. We understand the logic of science. It's easy to see what Greenpeace is doing is damaging and is anti-science," Roberts told The Washington Post. “Greenpeace initially, and then some of their allies, deliberately went out of their way to scare people. It was a way for them to raise money for their cause."


Ich hoffe sehr, das es was bringt


Ich bin da pessimistisch. Greenpeace (und auch alle anderen großmäuligen Umweltschützer) lassen sich doch nicht durch laue Argumente von Wissenschaftlern, die sowie so alle von Monsanto (oder einem anderem Belzebub aus der Chemie-, Pharma- oder Agrarmafia) bestochen wurden, beeinflussen. Nur wer bei Greenpeace sein tägliches Geld erhält, hat die allumfassende Weisheit im Umwelt-, Tier- oder Klimaschutz. :mauer:
Oder schreibt für die Netzfrauen. :rofl:

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Rageboy
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Rageboy » Do 30. Jun 2016, 11:16

Habra hat geschrieben:Ich bin da pessimistisch.


Ich auch, aber in anderer Hinsicht.
Goldener Reis mag im Einzelnen eine sinnvolle Sache sein, das kann ich nicht beurteilen. Dennoch habe ich meine Zweifel daran, dass er in der Lage wäre, an der Vitamin A - Unterversorgung in Entwicklungsländern substanziell etwas zu ändern.
Noch mehr bezweifle ich aber, dass genetisch veränderte Organismen eine der Lösungen für die Welternährungsprobleme darstellen. Das ist so, als wolle man schnellere Autos zur Vermeidung des Verkehrskollapses in den Innenstädten vorschlagen, weil die dann schneller wegfahren könnten.

Das Problem unterentwickelter Länder mit unterernährten Populationen sind nicht potentiell schlechte Erträge. Das Problem sind die subventionierten Überschüsse des Westens, die zu Preisen auf ihre Märkte geworfen werden, mit denen sie nicht konkurrieren können. Das Problem sind Korruption und Vetternwirtschaft. Das Problem sind Rohstoffe, die der Westen ausbeutet u.v.m.
Diese Probleme werden "patentierte" Nutzpflanzen mehr verstärken als abschwächen, noch dazu dann, wenn sie in den Händen einzelner, weniger Firmen sind.

Für den Westen sind die genmodifizierten Nutzpflanzen zumindest überflüssig. Wieviel Lebensmittel werfen wir weg, im Westen, mal alles zusammengerechnet? 20 % allein der Endverbraucher, insgesamt 40 %, die Hälfte? Wozu brauchen wir dann Nutzpflanzen mit noch höheren Erträgen, die wir mit noch höherem Aufwand produzieren - damit wir am Ende noch mehr wegschmeißen?
Außer möglicherweise in der Tierfutterzucht spielen genmodifizierte Nutzpflanzen in Europa ohnehin keine große Rolle. Der Verbraucher will sie nicht und kauft sie nicht.

Über die grundlegenden Vorgänge der Molekulargenetik, allen Einzelergebnissen und Lippenbekenntnissen zum Trotz, ist bislang wenig bekannt. Meiner Meinung sollte man auf einem Wissenstand wie diesem die Gene von Lebewesen nicht manipulieren, wenigstens jetzt noch nicht. Denn es handelt sich nicht nur um temporäre Veränderungen, sondern um Veränderungen, die sich fortpflanzen werden - und wie uns die Vergangenheit zeigt, geht dies auch meistens mit einer deutlichen Verringerung der Sortenvielfalt einher.
Trotz Milliardeninvestitionen und vollmundiger Versprechungen sind uns die Biotechnologien bis heute viele Erklärungen, Ergebnisse und Erfolge schuldig geblieben. In der Vergangenheit haben uns die Wissenschaften schon oft vieles versprochen - was dann aber am Ende dabei heraus kam oder welche Konsequenzen es hatte, das steht oft auf einem anderen Blatt.
Stellt sich dann aber jemand noch als "Wohltäter der Menschheit" ins Rampenlicht, dann klingeln bei mir die Alarmglocken. Ähnliches haben uns in den letzten Jahrzehnten schon einige versprochen, am Ende ging es aber nur um eines: Noch mehr Geld zu verdienen, Aktionäre noch reicher zu machen und die Massen noch mehr auszubeuten.

Zumal man den Eindruck haben muss, dass die bislang erreichten Ziele selbst der konventionellen Zucht der letzten Jahrzehnte fast nur "auf Masse" abzielen. Na toll: Noch ertragreichere Tomaten, die nach nichts schmecken, noch mehr Kartoffeln, die man nicht mal den Schweinen geben möchte, noch mehr Äpfel, die nur aus Zuckerwasser bestehen - brauchen wir das? Ich nicht.
Noch weniger brauche ich aber eine genveränderte Nutzpflanze, die nur noch den Interessen einer großen Nahrungsmittelindustrie dient: Der kürzlich vorgestellte Apfel z.B., der im Anschnitt nicht mehr braun wird. Da kann man den Industrie-Apfelstrudel einfacher produzieren und die Ascorbinsäure im Apfelsaft braucht's als Antioxidans dann auch nicht mehr.
Herr, lass mich ein guter Mensch sein. Aber bitte nicht sofort.

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Quarry
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Quarry » Do 30. Jun 2016, 11:21

Welche Nutzpflanzen sind den nicht genverändert, und wo ist der Unterschied ob eine Pflanze durch selektive Zucht oder sonstwie genverändert wurde?
Ertragreichere Pflanzen brauchen weniger Anbaufläche, dass das irgendwie negativ sein soll ist gelinde gesagt merkwürdig.
Oh Captain, my Captain.

Andreas Bär Läsker - der Donald Trump des Veganismus. XOND Rocks. :kotz:

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Quarry
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Quarry » Do 30. Jun 2016, 11:26

Oh Captain, my Captain.

Andreas Bär Läsker - der Donald Trump des Veganismus. XOND Rocks. :kotz:

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Rageboy
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Re: Goldener Reis oder Gentechnik im Allgemeinen

Beitragvon Rageboy » Do 30. Jun 2016, 12:24

Quarry hat geschrieben:Welche Nutzpflanzen sind den nicht genverändert, und wo ist der Unterschied ob eine Pflanze durch selektive Zucht oder sonstwie genverändert wurde?
Ertragreichere Pflanzen brauchen weniger Anbaufläche, dass das irgendwie negativ sein soll ist gelinde gesagt merkwürdig.


Dein Link ist mir bekannt, genauso die Tatsache, dass die Menschheit mittels Prozessen, die teils Jahrhunderte oder Jahrtausende gedauert haben, gewünschte Eigenschaften von Nutzpflanzen aus zähen Wildformen erst mühsam herausgezüchtet haben.
Dies aber - wie im Link - als "genetisch verändert" zu bezeichnen, mag eine gewisse Berechtigung haben, finde ich aber plakativ.

Der wesentliche Unterschied zwischen klassischer Zucht und gentechnischer Veränderung ist: Bei der klassischen Zucht ist dies nur über nah verwandte Arten möglich, Ein-, Quer- und Rückkreuzungen inklusive. Bei manchen Nutzpflanzen, wie z.B. Zitrusfrüchten sind das bereits so schon abenteuerliche Bäume geworden (Abstammungslinien mancher Zitrusfrüchte).
Ein vom Menschen herbeigeführter Zustand, gleichwohl aber in der Natur zumindest möglich.
Bei genmanipulierten Nutzpflanzen werden hingegen Genschnipsel gänzlich anderer Arten eingeschleust. Und das letztlich, ohne die molekulargenetischen Vorgänge grundsätzlich verstanden zu haben.

Das Massenwirkungsgesetz der Chemie lässt sich nicht betrügen, auch von genmanipulierten Pflanzen nicht. Ertragreichere Sorten brauchen mehr Dünger - irgendwoher muss die zusätzliche Masse schließlich kommen.
Wozu brauchen wir denn "ertragreichere Pflanzen auf weniger Anbaufläche"? Damit wir in Zukunft noch mehr von noch billigeren, noch eigenschaftsloseren Lebensmitteln haben? Von denen wir dann nicht 50 % wegschmeißen, sondern 80 %?

Persönlich kann ich nicht einmal einziges vegetabiles Lebensmittel benennen, welches nach meiner persönlichen Erfahrung in den letzten 30 Jahren besser geworden, ja überhaupt nur gleich geblieben ist. Billiger, mehr Masse, jederzeit verfügbar: Das ist alles, was in den letzten 30 Jahren dabei heraus gekommen ist - und das durch konventionelle Zucht:
Die Tomaten waren schon damals bescheiden - aber was da heutzutage im Angebot ist, das ist ein schlechter Witz.
Die Kartoffeln sind definitiv "billiger" geworden - dafür schneide ich i.d.R. mindestens 1/3 weg: Schwarz, überdüngt, Geschmack nichtssagend.
Äpfel: Was ist denn das heutzutage für ein Witz? Früher konnte man wenigstens noch einen Apfel kaufen, der halbwegs nach Apfel schmeckte - wenn man eine andere Sorte kaufte, als Golden Delicious. Heute schmecken alle Sorten im Handel nur nach Zuckerwassser.

Natürlich gibt es - noch - andere, bessere Qualitäten der genannten Lebensmittel. Sie werden aber mehr und mehr zu einer "Luxusware". Und interessanterweise findet man sie dann im Angebot jener, die aus Überzeugung und/oder Enthusiasmus die gepriesenen "Hochleistungssorten" gar nicht anbauen, sondern meist alte Sorten - auf den Regional- und Bauernmärkten nämlich, und nicht im Supermarkt.
Herr, lass mich ein guter Mensch sein. Aber bitte nicht sofort.


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