ARTE Serie "Stadt ohne Namen"

Weniger ernste Themen, die nirgendwo anders reinpassen.
Forumsregeln
Bitte benehmt euch halbwegs! Wenn ihr einen Beitrag gar nicht ertragen könnt, meldet ihn mit dem Ausrufezeichen rechts oben im Beitrag und begründet, was wieso gelöscht werden soll. Oder schickt uns eine Mail an kontakt at antiveganforum.com.
Der vom Donnerstag
AVA Agentin
Beiträge: 7202
Registriert: Fr 16. Apr 2010, 12:49

ARTE Serie "Stadt ohne Namen"

Beitragvon Der vom Donnerstag » Sa 13. Feb 2016, 18:04

Eine sehr interessante und gut gemachte Dystopie, erlaube mir das zu empfehlen:

Selten war ein Titel nichtssagender als dieser: „Stadt ohne Namen“ heißt die sechsteilige Serie von Arte France in ihrer deutschen Fassung. Das französische Original trägt den gleichermaßen treffenden wie grausamen Titel „Trepalium“. So heißt ein mittelalterliches Folterwerkzeug aus überkreuzten Pfählen, auf dem die Gliedmaßen eines Bestraften festgebunden und auseinandergezogen wurden, bis der Mensch förmlich zerriss. Das französische Wort für Arbeit, „travail“, leitet sich von dieser unmenschlichen Erfindung ab. Und auch das deutsche Wort „Arbeit“ konnte im Mittelalter noch Strafe, Qual, Not, Mühsal und Streit bedeuten.

Arbeit als Selbstverwirklichung? Das ist auch in der fernen Zukunft, in der „Stadt ohne Namen“ spielt, unbekannt. Dichter, Philosophen und kreatives Chaos gibt es ebenfalls nicht mehr in dieser sauber in zwei Sphären geteilten Welt. Eine Mauer trennt den „Süden“ von der „Zone“. Der Süden ist anscheinend der Hort des Glücks. Zumindest aus der Perspektive der Zonenbewohner. Im Süden gibt es Wohlstand und sauberes Wasser. Die Menschen in der Zone dagegen leben ohne Kanalisation und Wasser aus dem Hahn; sie stehlen das kostbare Nass, um zu überleben. Ihr ganzes Dasein wird von diesem Verteilungskrieg bestimmt.

Der Mensch um seiner selbst willen ist nichts mehr in dieser von Vincent Lannoo (Regie), Sophie Hiet und Antarès Bassis (Buch) entworfenen Dystopie. Soldaten, die Roboterklonen gleichen, bewachen die Mauer und schützen den Wohlstand des in goldenem Licht strahlenden Südens. Doch auch er ist kein Paradies auf Erden. Wer hier im Kampf ums Überleben bestehen will, muss mit Selbstverleugnung, Skrupellosigkeit und Konformität für die Arbeit und damit für sein Lebensrecht zahlen. Jede noch so kleine Abweichung vom vorgegebenen Plan wird bestraft, jeder ist jedem ein Wolf. Die Menschen gleichen Arbeitsbienen, gleich gekleidet, gleich gestimmt und austauschbar. Wer versagt, wird ersetzt. Das alles diene der Sicherung des Wohlstands und dem Überleben, sagt die Propaganda und sagen die herrschenden Oligarchenfamilien, die ihre Macht um jeden Preis verteidigen.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 61120.html

Zurück zu „Laberforum“



Wer ist online?

Mitgliederinnen in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gästin