Kopftuch?

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Der vom Donnerstag
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Kopftuch?

Beitragvon Der vom Donnerstag » Do 16. Mär 2017, 18:01

Der Mann spricht mir aus dem Herzen.
Man könnte vermuten, dass die Redakteure der „Tagesschau“ (vgl. Screenshot von der Website oben) jetzt komplett verblödet sind. So harsch urteilt man aber nicht über Kollegen, vermutlich sind sie nur dumm und ignorant oder wählen „grün“ und Multikulti und sprechen Gendersprech. (Damit Sie es nicht vergessen, liebe wohlwollende Leserin und lieber geneigter Leser: ich bin linksradikal und für den säkularen Staat. Wer mehr Religion will, ist für mich „rechts“ und ein politischer Gegner, auch wenn das unter grünem Tarnanstrich gefordert wird.)

Ahmad Mansour schrieb dazu: „Das aus religiöser Motivation getragene Kopftuch ist mehr als nur ein Stück Stoff. In vielen Fällen ist es, zunehmend in der Gegenwart, ein klares, religionspolitisches Symbol. Es steht für ein Denksystem der Geschlechtertrennung, für eine Übersexualisierung von Frauen und Mädchen bei gleichzeitiger Tabuisierung von Sexualität. Die Vorstellung dahinter ist: Eine unbedeckte Frau ist potentiell sündhaft und unrein, ehrlos, sie animiert Männer zu Übertretungen. Nimmt man es genau, steht dieses haarbedeckende Tuch damit in Konflikt mit Artikel 3 des Grundgesetzes, mit der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Das so getragene Kopftuch diskriminiert Frauen und degradiert sie zu Objekten der Blicke und des Begehrens von Männern. Das Tuch suggeriert, solcher Schutz vor Männern sei notwendig – und wer es nicht trägt verhalte sich ehrlos oder gebe sich preis.“

Außerdem fordert der Koran gar nicht, dass Frauen ein Kopftuch tragen sollten. Dazu stehen genug Quellen auf Wikipedia: „Im Koran finden sich keinerlei Regeln, wie ein Kleidungsstück auszusehen hat, das dem Verhüllungsgebot entspricht.“

Wer also von „Vielfalt“ redet, wenn mehrere unterschiedliche Kopftücher im Spiel sind, hat – mit Verlaub – nicht mehr alle Tassen im Schrank und will das Bekenntnis zum politischen Islam als „normal“ einbürgern.
https://www.burks.de/burksblog/2017/03/ ... e-vielfalt

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Max P
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Re: Kopftuch?

Beitragvon Max P » Do 16. Mär 2017, 19:04

Einerseits stimme ich Burks im Prinzip zu, aber sein Standpunkt (und ähnliche) ist mir andererseits zu abstrakt. In der Praxis würde ich nie einen Bohei darum machen, wenn eine Muslima ein Kopftuch tragen will, solange sie nicht zu verstehen gibt, dass sie Nichtkopftuchträgerinnen für minderwertig hält. Dementsprechend halte ich auch Berufsverbote für Kopftüchlerinnen im öffentlichen Dienst oder sonstwo für kontraproduktiv und sehr unweise. Jedenfalls solange es nur ein Kopftuch ist und man das Gesicht erkennen kann. Ich muss sagen, dass ich Vollverschleierungen (in Europa) mittlerweile als Provokation empfinde. Ob ich deswegen für ein Burka-Verbot wäre? Ich weiß es nicht. Gesetzliche Kleidungsvorschriften sind immer problematisch.
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BöserWolf
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Re: Kopftuch?

Beitragvon BöserWolf » Do 16. Mär 2017, 20:22

Das Tuch suggeriert, solcher Schutz vor Männern sei notwendig – und wer es nicht trägt verhalte sich ehrlos oder gebe sich preis.

Und spätestens hier bin ich als Mann beleidigt. Mir ist es jedenfalls noch nicht passiert, dass ich bei Anblick eines unbedeckten Frauenkopfes so wuschig wurde, dass mich drei Leute festhalten mussten. Solche verqueren Ideen wie im Zitat müssen von Männern kommen, die beim Anblick weiblichen Kopfhaares einen Ständer von Mekka bis Timbuktu bekommen. In Wahrheit verrät das Kopftuchgebot mehr über die Männer, die es befürworten als über die Frauen, die es tragen müssen.
Als Anmerkung: Früher trugen die verheirateten Frauen in unserem Kulturkreis eine Haube. Es gibt heute noch die Redewendung vom "unter die Haube kommen". Welche Kopfbedeckung die unverheirateten Mädchen trugen weiss ich allerdings nicht.
Das Leben ist einfach zu kurz, um es durch Urkost zu verlängern!

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Re: Kopftuch?

Beitragvon JoesFleischsalat » Do 16. Mär 2017, 21:16

Afaik gar keinen, eben "nicht unter der Haube", bzw. den Jungfernkranz, als Zeichen der Unbeflecktheit. Wurde dann nach der Eheschließung und Vollzug durch die HAube ersetzt.

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Plumbum
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Re: Kopftuch?

Beitragvon Plumbum » Do 16. Mär 2017, 21:18

Max P hat geschrieben:Einerseits stimme ich Burks im Prinzip zu, aber sein Standpunkt (und ähnliche) ist mir andererseits zu abstrakt. In der Praxis würde ich nie einen Bohei darum machen, wenn eine Muslima ein Kopftuch tragen will, solange sie nicht zu verstehen gibt, dass sie Nichtkopftuchträgerinnen für minderwertig hält. Dementsprechend halte ich auch Berufsverbote für Kopftüchlerinnen im öffentlichen Dienst oder sonstwo für kontraproduktiv und sehr unweise. Jedenfalls solange es nur ein Kopftuch ist und man das Gesicht erkennen kann. Ich muss sagen, dass ich Vollverschleierungen (in Europa) mittlerweile als Provokation empfinde. Ob ich deswegen für ein Burka-Verbot wäre? Ich weiß es nicht. Gesetzliche Kleidungsvorschriften sind immer problematisch.


Sehe ich ähnlich. Ich persönlich habe ein sehr ambivalentes verhältnis zum kopftuch, einerseits verstehe ich die haltung von burks, andererseits ist die haltung, die frau müsse das kopftuch ablegen genauso dogmatisch wie, sie müsse es anbehalten. Immer wieder gehts nur darum, wie frauen zu sein haben, wenn sie emanzipiert sein sollen, an welchem punkt ganz genau sie sich emanzipieren müssen, was wiederum als emanzipation nicht anerkannt wird, wie sie sich zu verhalten haben, was sie mit ihrer kleidung ausdrücken w/sollen, wie frau sich als businesswoman zu kleiden hat, welche tattoos noch annehmbar sind, wie stark das augenmakeup bei 45-plus sein darf etc. und das kotzt mich als frau durchaus an und ich glaube nicht, dass männer wirklich nachempfinden können, wie bescheuert das ist. Lasst die frauen doch einfach machen und ignoriert ihr aussehen, hauptsache sie machen es aus freier entscheidung. Das richtet sich übrigens durchaus auch an andere frauen. :grin:

Es ist auch einfach denkbar, dass ne frau das trägt, weil sie es so kennt, es als religionszugehörig empfindet und ansonsten nicht weiter drüber nachdenkt. So wie auch jede nicht-kopftuchträgerin im allgemeinen das nicht als bewusste entscheidung macht, sondern aufgrund der sozialisation und weil es tausend sachen gibt, die wichtiger sind als, was man aufn kopf hat, wie lang der rock ist, wie sehr man die arme und beine bedecken will usw. Und ich finde es durchaus legitim, wenn man als frau die (auch religiös und kulturell geprägte) sichtweise hat, dass das kopfhaar einen erotischen aspekt hat, den frau nur dem eigenen mann gönnen will. Ohne sonstigen Überbau von wegen "alle männer sind schweine und man muss sich schützen" oder "alles schlampen außer ich". so eine sichtweise ist nichts weiter als ein wohlfühlen und eine entscheidung, wie viel frau zeigt...ähnlich wie die entscheidung zur rocklänge, des ausschnittes usw. Und ähnlich wie die durchschnittskatholiken/evangelen, die auch oft feste vorstellungen von moral haben, weil sie es von klein auf so gelernt haben und die das nicht weiter hinterfragen, weil nicht jedem der weg zum philosophen gegeben ist, sondern manchmal einfach die fragen rund um job, haushalt, kochen, kindererziehung, finanzen wichtiger sind.

Ich habe oft das Gefühl, dass an die muslimische frau wesentlich höhere anforderungen gestellt werden als an die normale mitteleuropäische Frau. Und ganz ehrlich... Das kopftuch hat kein schwein interessiert, als die frauen noch schlecht deutsch konnten und schulen und treppenaufgänge geputzt haben. Erst, seit die muslimischen familien sich soweit integriert hatten und die rechte der frau anerkannt haben (!!), dass sie in nennenswerter anzahl ihre mädels unterstützen, dass sie das abitur ablegen und einen guten beruf wählen, erst seit dem wird darauf gekuckt. Weil diese form der integration dann doch den meisten nicht passt, egal wie gut die frau in der schule war, wie fleißig sie im studium war, wie vernünftig sie sich im job gibt...alles wird überblendet von einem stück stoff. Sogar, wenn frau das stück stoff durch baskenmütze u.ä. ersetzt, der religiöse aspekt für nichteingeweihte also nicht mehr zu erkennen ist.

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Max P
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Re: Kopftuch?

Beitragvon Max P » Do 16. Mär 2017, 22:12

Plumbum hat geschrieben:Und ganz ehrlich... Das kopftuch hat kein schwein interessiert, als die frauen noch schlecht deutsch konnten und schulen und treppenaufgänge geputzt haben.

Das stimmt.
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Re: Kopftuch?

Beitragvon Rageboy » Fr 17. Mär 2017, 12:58

Zunächst mal: +1

Plumbum hat geschrieben:Das kopftuch hat kein schwein interessiert, als die frauen noch schlecht deutsch konnten und schulen und treppenaufgänge geputzt haben. Erst, seit die muslimischen familien sich soweit integriert hatten und die rechte der frau anerkannt haben (!!), dass sie in nennenswerter anzahl ihre mädels unterstützen, dass sie das abitur ablegen und einen guten beruf wählen, erst seit dem wird darauf gekuckt.


Sicherlich richtig.
Allerdings spielt der Islam seitdem auch wieder eine größere Rolle, national wie international, ob privat oder politisch. Damals war der Islam im politische Sinne eher ein Randthema, wenn überhaupt, denn selbst die islamischen Länder orientierten sich politisch und auch kulturell entweder am Westen oder am Osten - und beide Blöcke mischten in den Zeiten des Kalten Krieges dabei kräftig mit.
Aus meiner Erinnerung spielte damals in Deutschland - soweit es Kontakte mit "den Ausländern", "den Gastarbeitern" überhaupt gab - der Islam und die Rückbesinnung auf islamische Werte kaum eine Rolle. Wenn, dann war das Privatsache, und die erste Gastarbeitergeneration konzentrierte sich auf ihr wirtschaftliches Vorwärtskommen - und schuftete.

Die "Rückbesinnung auf die Religion" kam im politischen Sinne in der islamischen Welt erstmalig wieder auf mit der Revolution im Iran und später dem Afghanistankrieg. Seitdem hat der Bedeutungszuwachs des Islam im Orient an Umfang und Stärke immer weiter zugenommen. Die Menschen in den genannten Ländern haben weder vom Westen noch vom Osten profitiert. In den westlich orientierten Ländern sind einige wenige Nutznießer, die jeweiligen Eliten, zu teils absurdem Reichtum gekommen, darüber hinaus sind die Länder im Korruptionssumpf versunken. Die Eliten haben die Massen dumm und klein gehalten und sie damit ärmer als zuvor gemacht. Die östlichen Systeme haben genauso wenig funktioniert wie im Osten und dieselben Probleme verursacht.
Der Islam als politisches System verspricht - nach deren Vertretern, in den Hoffnungen der Menschen - Auswege aus dieser Situation, denn wie in allen Religionen gilt ein gewisser Gleichheitsgrundsatz unter den Gläubigen. Nicht zu vergessen werden darf dabei, dass der Islam auch als politische Bewegung begann und damit eine gewisse Affinität zur Politik hat, und die Religion nach ihrem Selbstverständnis jeden an die Kandare legen kann, egal, wo er darüber hinaus gesellschaftlich steht.

Im Westen ist es vielmehr die 2. und nachfolgende Migrantengeneration, die sich zu den islamischen Werten bekennen will. Im Westen als Migranten zu lange nicht akzeptiert, in den Herkunftsländern aber auch nicht - denn da waren sie dann auf einmal "die Deutschen": Da wird dann die Religion zum identitätsstiftenden Element. Vor allem dann, wenn ein (meist selbst ernannter) Vordenker daher kommt und sagt: "Nation, Herkunft, Status, Bildung - alles ganz egal, Hauptsache, Du bist Muslim." Man schließt sich zu einer Gruppe zusammen, die "irgendwie anders" ist - auch im Vergleich zur Generation ihrer Eltern - (aber in dieser Ecke ist man ja sowieso), und kann dann eine durchaus größere Gemeinschaft von Gleichgestellten bilden, in der man dann anerkannt ist.
Das freiwillig, ja mit Stolz getragene Kopftuch junger, oft gebildeter Frauen ist dafür ein Symbol. Möglicherweise aber auch eine Zeiterscheinung, die wieder verschwinden wird: Dann nämlich, wenn eine fortschreitende Integration der folgenden Generationen hier geborener und aufgewachsener Muslime passiert und es in der islamischen Welt zu einer Befriedung und Demokratisierung kommt.
Herr, lass mich ein guter Mensch sein. Aber bitte nicht sofort.

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Plumbum
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Re: Kopftuch?

Beitragvon Plumbum » Di 21. Mär 2017, 08:01

Das freiwillig, ja mit Stolz getragene Kopftuch junger, oft gebildeter Frauen ist dafür ein Symbol. Möglicherweise aber auch eine Zeiterscheinung, die wieder verschwinden wird: Dann nämlich, wenn eine fortschreitende Integration der folgenden Generationen hier geborener und aufgewachsener Muslime passiert


Und persönlich denke ich auch, dass das erst passiert, wenn man MIT diesen muslimas redet und nicht über sie, wenn wichtiger ist, was sie außerhalb von religion im kopf haben, als das was sie auf dem kopf tragen, wenn eine frau mit kopftuch und qualifikation in der firma eher als frau mit unüblichen accessoire wahrgenommen wird und nicht, dass sich alles und immer ausschließlich auf das kopftuch fokussiert, wenn bemühungen von muslimas, ihr haar zu bedecken und gleichzeitig die religion nicht in vordergrund zu stellen, indem sie beispielsweise eine baskenmütze o.ä. tragen nicht abgebügelt werden, sondern diese bestrebungen anerkannt werden und wenn endlich mal ein unterschied gesehen wird zwischen dem locker um den kopf geschlagenen kopftuch, dass viel vom gesicht und teilweise von hals und haaren sehen lässt und burka oder niqab, d.h. Die vielen varianten gesehen werden. Beides wird begründungstechnisch, religionstechnisch oft in einen topf geschmissen. Und niemanden interessierts, dass die moderate muslima, die das macht, was sie machen soll... Lernen, abitur, feiern gehen, mann selbst aussuchen, job anstreben, perfekt deutsch sprechen in kurzform: sich integrieren... Möglicherweise davon auch echt beleidigt und abgeschreckt ist. in der öffentlichen debatte wirkt das oft so, dass nur die muslima, die wie die durchschnittsdeutsche lebt (und vielleicht mal anders kocht, so für den exotikfaktor) und dabei perfekter als jede deutsche frau Familie und beruf unter den hut bekommt (also auf keinen fall hausfrau nach hauptschulabschluss ist...das ist nur für deutsche gerade so akzeptiert, bei muslimischen menschen sind das bereits integrationsverweigerer)... Nur diese muslima wird ansatzweise anerkannt und hat dann sogar noch höhere probleme, einen job zu bekommen. Genauso wie beim emanzipationsbestreben alles nur dann zählt, wenn das kopftuch abgelegt wird... Dass muslima selbst entscheiden können, an welchem punkt sie sich emanzipieren und das kopftuch dabei keine rolle spielt bzw. sie es nicht als emanzipationsproblem sehen, dass wird nicht respektiert. Und das ist die doppelmoral in der debatte. Man ist wieder dabei, einer gruppe von frauen sehr detailliert vorzuschreiben, was sie zu denken und zu tun haben. Mich regt es auf, dass dieses bedürfnis, über frauen zu bestimmen, nicht endlich mal kleiner wird!

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Re: Kopftuch?

Beitragvon DampfpfeifIn » Di 21. Mär 2017, 09:58

Wird noch lange nicht kleiner werden.
Im Moment siehts eher so aus, als ob die Beschneidung von Frauenrechten gerade wieder fröhliche Urstände feiert.
Wir haben einerseits Maskulinisten die zu oft in der dunkelsten faschoecke herumsumpfen, anderseits feministinnen die im drölfzigsten Semster frisch von der Uni völlig abgehoben von der Realität Utopien herbeidiskutieren wollen, die für die durchschnittliche Frau die ihren Arsch aufreißt um in einer ausgesprochen kinder&familienfeindlichen gesellschaft irgendwie ihren Weg für sich und den Nachwuchs zu finden, völlig unerheblich sind.
Solange wir Pflegeberufe nicht anständig bezahlen.
Solange wir externe Kindererziehung nicht personell finanziell und zeitlich nicht aufwerten,
solang wird die tatsächliche Situation sich von Müttern und damit mehr als 70% aller Frauen in D sich nicht für sie wahrnehmbar ändern.

7 kleine Mädchen ( um die 15 herum) sagten vor ca10 Jahren :" Natürlich würden wir gerne auch einen aufgeschlossenen (deutschen) Freund haben und heiraten, aber die wollen uns nicht, und unsere Männer ( türkische) wollen uns nur mit Kopftuch"

Ich glaube wir haben zu lange die Regeln der Partnerschaft und zwischenmenschlichen Beziehungen ausser Betracht gelassen wenn wir über Kopftuch co diskutierten ( beide seiten)
Die Entscheidung ob eine Frau ein Kopftuch trägt oder nicht, ist in MittelEuropa immer noch in erster Linie ihre Entscheidung.
Ob wir sie bei dieser Entscheidung aber unterstützen oder alleine lassen sollten wir mal durchdenken.
Würden wir Muslimas nicht mit dem heiligen säkularem Eifer begegnen, und mit atheistisch loderndem Feuer jegliche religiöse Selbstbezeichnung ausbrennen wollen würden,
wäre dieser vehemente Kampf der nicht säkulären nicht da.

Ich bin für einen laizistischen Staat
Aber ich bin auch dagegen religiöse zu bekämpfen nur weil sie religiös sind.
Keinem Menschen würde es einfallen eine Kippa medial zu verteufeln, weil wir gelernt haben, dass dies zu etwas ausgesprochen grauslichem führen kann.


p.S. ich bin pastafari ;)

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Re: Kopftuch?

Beitragvon Plumbum » Di 21. Mär 2017, 11:33

Ich bin für einen laizistischen Staat
Aber ich bin auch dagegen religiöse zu bekämpfen nur weil sie religiös sind.
Keinem Menschen würde es einfallen eine Kippa medial zu verteufeln, weil wir gelernt haben, dass dies zu etwas ausgesprochen grauslichem führen kann.


Genau.

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Re: Kopftuch?

Beitragvon Der vom Donnerstag » Mi 22. Mär 2017, 22:41

Wer also von „Vielfalt“ redet, wenn mehrere unterschiedliche Kopftücher im Spiel sind, hat – mit Verlaub – nicht mehr alle Tassen im Schrank und will das Bekenntnis zum politischen Islam als „normal“ einbürgern.

mit Verlaub, mir gehts allein darum
die Diskussion ist nicht zielführend bislang, sorry to say so

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Re: Kopftuch?

Beitragvon Der vom Donnerstag » So 7. Mai 2017, 15:56

Das passt hier wohl am besten hin.
Wirbel um Van der Bellen Aussage :zöpfli:
Kann mich gerade einer gewissen Schadenfreude nicht erwehren. DE hat Claudia Roth, AT hat diesen GrünIn, kann also durchaus mithalten. :baeh:

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Re: Kopftuch?

Beitragvon Der vom Donnerstag » Di 11. Jul 2017, 18:54

Menschenrechtsgerichtshof Gesichtsschleier-Verbote in Europa zulässig

In Belgien verbietet ein Gesetz die Vollverschleierung im öffentlichen Raum. Zwei Musliminnen klagten vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen das Verbot – ohne Erfolg.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 01291.html
selbst die Kurzmeldung bei brf bringt mehr wesentliche Infos, als die deutsche Qualitätsjournaille: :lolli:
Das belgische Gesichtsschleier-Verbot verstößt nicht gegen das Recht auf Privatsphäre oder das Recht auf freie Religionsausübung. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg entschieden.
Frau mit Gesichtsschleier in Brüssel

In einigen Gemeinden, darunter auch Verviers, ist es verboten, in der Öffentlichkeit sein Gesicht zu verhüllen. Dagegen hatten mehrere Frauen geklagt. Sie sehen sich in ihren religiösen Rechten und persönlichen Freiheiten beschnitten.

Dem Argument folgte das Gericht nicht. Das Vermummungsverbot sei verhältnismäßig, um ein gemeinschaftliches Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft zu erhalten, so die Begründung des Urteils.
https://brf.be/national/1099172/

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Re: Kopftuch?

Beitragvon Max P » Mi 12. Jul 2017, 13:38

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Re: Kopftuch?

Beitragvon Bloedmann » Mi 23. Aug 2017, 23:08

Kopftuch erlaubt, Richter weg in Brandenburg.
http://www.rbb24.de/politik/beitrag/2017/08/syrerin-darf-kopftuch-tragen-luckenwalde-.html
Der Scheidungsprozeß an sich ist nicht ganz ohne. Gab das mal irgendwann in der Märkischen gelesen. Der Mann ist wohl ne üble Type. Einzelfall eben.
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Re: Kopftuch?

Beitragvon theodoravontane » Mi 23. Aug 2017, 23:31

Der vom Donnerstag hat geschrieben:Der Mann spricht mir aus dem Herzen.
Ahmad Mansour schrieb dazu: „Das aus religiöser Motivation getragene Kopftuch ist mehr als nur ein Stück Stoff.

Im Prinzip ja. Aber wer erkennt, ob ein Kopftuch aus religiösen oder kosmetischen (es gibt Frauen, die in der Chemo alle möglichen Stücke Stoff auf dem Kopf tragen) oder modischen Gründen getragen wird? Ich kann das nicht.
Bei Vollverschleierung sieht das anders aus, da ist es recht eindeutig.

Zudem wird das zur Schau stellen anderer Glaubenssymbole bei uns ja auch nicht so eng gesehen: Das Kreuz ist allgemein anerkannt (obwohl im Namen des Kreuzes auch viel Unheil passiert ist) und selbst amerikanische "Religionen" finden ihre Anhänger, wie Kollege Läsker mit seinem peinlichen Apple-Tattoo zeigt. Vorwürfe macht ihm deshalb niemand, vom schlechten Geschmack mal abgesehen.

Natürlich kann man sich mit der Symbolik des Kopftuches beschäftigen, aber gerade beim Kopftuch habe ich den Eindruck, daß es für die Trägerinnen eben kaum eine symbolische Bedeutung hat. Ich kenne eine ältere Griechin, die Kopftuch trägt, obwohl sie griechisch-orthodox ist. Und meine Großmutter hatte als Christin früher auch ab und an mal ein Kopftuch umgebunden, damit sie nicht ganz ohne Schutz Moped fährt.
Wenn es diese große Bedeutung für muslimische Frauen hätte, die sich ohne Kopftuch potentiell unrein, sündhaft und ehrlos empfinden, dann würden diese Frauen doch wohl gleich die Vollverschleierung wählen. Tun sie aber nicht. Hat wohl auch einen Grund …

Ich glaube, das Kopftuch ist oft einfach nur Folklore. So wie das Dirndl oder der Bollenhut.

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Re: Kopftuch?

Beitragvon Bloedmann » Do 24. Aug 2017, 00:56

Bißchen viel Folklore in der Stadt für mich manchmal... Oft. Wenn's zum Ausgleich für meine getrübten Augen wenigstens genau so viele Dirndls zum Kuchen gäbe, könnte ich ja noch mit leben.

*2,50 € in den Eimer für Politische Korrektheit schnipps und 2,50 € in die Feminismus Box leg*
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Re: Kopftuch?

Beitragvon Bloedmann » Do 24. Aug 2017, 08:08

Kuchen = Kucken. :embarrassed: Wegen dem Holz vor der Hüttn.

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Re: Kopftuch?

Beitragvon Skittles » Do 24. Aug 2017, 12:31

theodoravontane hat geschrieben:Ich glaube, das Kopftuch ist oft einfach nur Folklore. So wie das Dirndl oder der Bollenhut.

Du kannst selbstverständlich glauben was du willst. Ändert aber nichts daran, dass es viele liberale, gebildete Muslime gibt (die sich mit dem Islam auch wirklich auskennen) die seit Jahren vor dem immer größer werdenden Einfluss des politischen Islam eindringlichst warnen. Und vor dem Kopftuch, das ein Symbol des politischen Islam ist.
Und wenn du mir jetzt auch noch erzählst, dass kleine Mädchen im Vorschulalter freiwillig und gerne bei 30' den Fetzen auf dem Kopf tragen... Rein aus Folklore heraus, selbstverständlich...

In vielen muslimischen Ländern nehmen Frauen empfindliche Strafen auf sich, um Centimeter für Centimeter ein Stück mehr Freiheit vom Kopftuch zurück zu erkämpfen.
Und in aufgeklärten und liberalen Deutschland wird das Kopftuch dann als "Folklore" abgetan und von Liberalen verteidigt. :/

Ich würde mir übrigens auch Gedanken machen, welche kranke Ideologie dahinter steht, wenn eine christliche Sekte anfangen würde, (ausschließlich) Frauen 20 cm große Holz-Kruzifixe umzuhängen - über der Kleidung und für alle sichtbar zu tragen.
Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
Ist wert, daß es zugrunde geht;
Drum besser wär's, daß nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.

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Re: Kopftuch?

Beitragvon theodoravontane » Do 24. Aug 2017, 12:46

Skittles hat geschrieben:Du kannst selbstverständlich glauben was du willst. Ändert aber nichts daran, dass es viele liberale, gebildete Muslime gibt (die sich mit dem Islam auch wirklich auskennen) die seit Jahren vor dem immer größer werdenden Einfluss des politischen Islam eindringlichst warnen. Und vor dem Kopftuch, das ein Symbol des politischen Islam ist.
Und wenn du mir jetzt auch noch erzählst, dass kleine Mädchen im Vorschulalter freiwillig und gerne bei 30' den Fetzen auf dem Kopf tragen... Rein aus Folklore heraus, selbstverständlich...

Ich ging bei meinen Überlegungen erst einmal von erwachsenen Frauen aus, die die Entscheidungsfreiheit haben. Wenn von Familie oder Ehemann Zwang ausgeübt wird, dann ist das ein Problem. Ebenso, wenn es in muslimischen Ländern erzwungen wird.

Ich wollte nur sagen, daß ich mir nicht sicher bin, daß es bei uns immer und in jedem Fall ein politisches Zeichen ist.

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Re: Kopftuch?

Beitragvon Skittles » Do 24. Aug 2017, 12:58

Erwachsene sollten tragen dürfen was sie wollen. Minderjährige sollten vor dem Kopftuchzwang aber geschützt werden. Notfalls auch mit Kleidungsvorschriften in den Schulen.

Folklore wäre für mich, wenn türkische Frauen ein Kopftuch tragen, weil es daheim auch so war.

Unverständlich ist es, wenn die Eltern türkische Gastarbeiter waren und die Mutter nie ein Kopftuch getragen hat und die Tochter plötzlich ein Kopftuch aufsetzt.

Hochproblematisch ist es, wenn die jugendliche Sittenpolizei in Schulen patrouilliert und kopftuchfreie Mädchen als Huren und als Schande bezeichnet.

Und Irrsinn ist, wenn 5 Jährige sexualisiert werden und ihnen ein Kopftuch aufgezwungen wird, um sie vor dem schlechten westlichen Einflüssen zu schützen.
Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
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Drum besser wär's, daß nichts entstünde.
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