Euro vs. DM

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Klaus Hirschkuh
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Re: Euro vs. DM

Beitragvon Klaus Hirschkuh » Di 23. Nov 2010, 09:07

Lilo hat geschrieben:@ jac.daco: Ich hab die Einführung des Euro schon mitbekommen, du scheinst die Abschaffung der DM aber verschlafen zu haben. Was meinst du, wo die auf einmal wieder herkommt? Das wäre doch schlicht eine neue Währung. Warum sollte es der auf einmal besser gehen? Doch nur, weil man die Banken nicht mehr Stützt und die Folgen in Kauf nimmt. Das kann mit dem Euro aber genauso haben. Wie gesagt, ich sehe den Unterschied nicht. Was du vermutlich im Ergebnis eigentlich willst: Auflösung der EU, Errichtung neuer Zollgrenzen.

@ Klaus: In den Absätzen danach wird dir erklärt, wieso das Chaos eben gerade nicht auf Irland und Griechenland beschränkt wäre. Bei Irland ist es übrigens völliger Schwachsinn, von Reinschummeln in den Euro zu sprechen. Die hatten damals mit Abstand die besten Zahlen aller Länder.

Griechenland hatte auch sehr schöne Zahlen. :rolleyes: So ist das eben wenn Bilanzen gefälscht und schön gefärbt werden.
Spanien, Portugal und Italien klopfen schon an die Tür. Und die Türkei will auch gerne.
Im übrigen was die DM anbelangt, diese war eine nationale Währung. Deren Wert durch die Bundesbank bestimmt wurde. Heute wird der Wert des Euro auf Gedeih und Verderb von Sesselpubsern in Brüssel bestimmt. Das ist der kleine Unterschied.
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Caine
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Re: Euro vs. DM

Beitragvon Caine » Di 23. Nov 2010, 09:26

Klaus Hirschkuh hat geschrieben:Im übrigen was die DM anbelangt, diese war eine nationale Währung. Deren Wert durch die Bundesbank bestimmt wurde. Heute wird der Wert des Euro auf Gedeih und Verderb von Sesselpubsern in Brüssel bestimmt. Das ist der kleine Unterschied.


Ist die EZB jetzt von Frankfurt nach Brüssel umgezogen? Hab ich gar nicht mitbekommen.
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Klaus Hirschkuh
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Re: Euro vs. DM

Beitragvon Klaus Hirschkuh » Di 23. Nov 2010, 09:59

Caine hat geschrieben:
Klaus Hirschkuh hat geschrieben:Im übrigen was die DM anbelangt, diese war eine nationale Währung. Deren Wert durch die Bundesbank bestimmt wurde. Heute wird der Wert des Euro auf Gedeih und Verderb von Sesselpubsern in Brüssel bestimmt. Das ist der kleine Unterschied.


Ist die EZB jetzt von Frankfurt nach Brüssel umgezogen? Hab ich gar nicht mitbekommen.

Mein Irrtum. Ja die EZB meinte ich. Ist aber letzlich der gleiche EU-Sumpf. :/
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Re: Euro vs. DM

Beitragvon icetool » Di 23. Nov 2010, 18:28

Nunja Lilo, ein Zusammenbruch den Euro würde ja nicht gleich ein Zusammenbruch der EU bedeuten, bzw. der EWG. Allerdings würde es den Ländern vielleicht wieder etwas mehr Luft zum Atmen geben, allerdings klar zum Nachteil für die deutsche Exportwirtschaft.


(Btw. Bin ich natürlich nicht der Meinung das Frankreich ein kleines Land ist, aber Frankreich ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner Deutschlands, leidet aber sehr darunter, dass eigene Produkte im Land noch sehr teuer sind. Früher konnte Frankreich das durch Inflation regeln)
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Re: Euro vs. DM

Beitragvon Klaus Hirschkuh » Mi 24. Nov 2010, 13:05

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jac.daco
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Re: Euro vs. DM

Beitragvon jac.daco » Mi 24. Nov 2010, 15:44

Auch hier lassen die Bewohner nicht widerstandslos alles mit sich machen.
http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B1495 ... ntent.html
Da sie egal was sie anstellen, immer in den Arsch gekniffen sind ginge es diesen Staaten ohne den Euro besser. Deutschland profitiert zur Zeit am meisten davon. (Zumindestens die Wirtschaft, die Steuerzahler sollen dafür ja aufkommen.)
"Die Franzosen neigen dazu sehr dünne Steaks zu grillieren, die kaum 200 Gramm wiegen. Für mich ist das Aufschnitt."
„›Bekanntlich‹ ist ein Wort, das überall da Anwendung findet, wo man nicht genau Bescheid weiß.“

Otto von Bismark,

Lilo

Re: Euro vs. DM

Beitragvon Lilo » Di 21. Dez 2010, 12:58

Richtig lustig wird es, wenn man durchgeknallten rechtsradikalen Verschwörungsspinnern wie Ron Paul die Kontrolle über die Geldpolitik anvertraut: http://sueddeutsche.de/geld/vereinigte- ... -1.1038765

Vom Regen in die Jauchegrube.

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Re: Euro vs. DM

Beitragvon Veganmeister » Mi 22. Dez 2010, 11:05

icetool hat geschrieben:Nunja Lilo, ein Zusammenbruch den Euro würde ja nicht gleich ein Zusammenbruch der EU bedeuten, bzw. der EWG. Allerdings würde es den Ländern vielleicht wieder etwas mehr Luft zum Atmen geben, allerdings klar zum Nachteil für die deutsche Exportwirtschaft.

Aber was bitte sollte die EU bzw. EWG denn für einen SInn haben, ohne Euro=gemeinsamer Wirtschaftsraum?
Das Gebilde, welches es seit den römischen Verträgen gab und sich EWG,dann EG, dann EU nannte, hat nicht viel gebracht.
Der Fehler des Euro ist doch gerade, dass seine Einführung eben nicht mit einer gemeinsamen Wirtschafts- und Währungspolitik verknüpft wurde, weil sich die Regierenden seinerzeit nicht darauf einigen konnten, sondern dass stattdessen nur der Stabilitätspakt als Minimalkonsens eingeführt, aber nicht sauber durchgeführt (Deutschland, Frankreich waren die ersten Sünder)und noch weniger wirklich kontrolliert (siehe Griechenland) wurde.

Der Euro ist ne gute Sache:
Für den Bürger ganz klar (Scheiss Geldwechselei etc. fällt weg, und damit auczh für jeden einzelnen enorme Kosten, die er vorher, ohne es zu bemerken, bezahlt hat)
Für die Wirtschaft, zumal gerade die Export-Wirtschaft ganz klar: Kommt die DM zurück, geht die WIrtschaft dramatisch in die Knie, weil sich anders als früher inzwischen die Globalisierung dermassen ausgeweitet hat, das die Absicherung von Wechselkursrisiken (das haben wir ja immer noch, aber wenigstens nicht innerhalb der EU, und auch global kaum noch, weil aufgrund der Größe und Stärke des Euro Deals eben auch in Euro abgeschlossen werden können, was früher zur Zeiten der "kleinen" DM nicht ging) die Kosten der deutschen Exportgüter extrem ansteigen lassen würde.
Und ausserdem war ich gerade mal ne Runde in Amiland: 70 % . 70% kostet mich da das Leben, verglichen mir hier: Grund : EURO Stärke . Der Euro ist eine harte und stabile Währung. 1985 kostete ein Dollar zeitweise 3,46 DM !

Das Geheule über den Teuro: Da spar ich mir mal nen Kommentar. Da kann der Euro nix zu, das ist der Cleverness der Händler und Gastronomen (die waren ja die ersten: Auf der Speisekarte wurde nur das Währungssymbol geändert, die Zahlen blieben stehen) zu danken.
Das moderne Heidentum kann sich doch problemlos, sagen wir mal am 18. Januar, zu einem Caipirinha-Umtrunk treffen und dabei in Erinnerungen schwelgen.(Joseph, kochender Misanthrop)
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Klaus Hirschkuh
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Re: Euro vs. DM

Beitragvon Klaus Hirschkuh » Mi 22. Dez 2010, 13:01

Veganmeister hat geschrieben:Der Euro ist ne gute Sache:
Für den Bürger ganz klar (Scheiss Geldwechselei etc. fällt weg, und damit auczh für jeden einzelnen enorme Kosten, die er vorher, ohne es zu bemerken, bezahlt hat)

Wie oft kam das schon vor (beim echten 08/15 Bürger)? Einmal im Jahr für den urlaub?
Für die Wirtschaft, zumal gerade die Export-Wirtschaft ganz klar: Kommt die DM zurück, geht die WIrtschaft dramatisch in die Knie, weil sich anders als früher inzwischen die Globalisierung dermassen ausgeweitet hat, das die Absicherung von Wechselkursrisiken (das haben wir ja immer noch, aber wenigstens nicht innerhalb der EU, und auch global kaum noch, weil aufgrund der Größe und Stärke des Euro Deals eben auch in Euro abgeschlossen werden können, was früher zur Zeiten der "kleinen" DM nicht ging) die Kosten der deutschen Exportgüter extrem ansteigen lassen würde.
Und ausserdem war ich gerade mal ne Runde in Amiland: 70 % . 70% kostet mich da das Leben, verglichen mir hier: Grund : EURO Stärke . Der Euro ist eine harte und stabile Währung. 1985 kostete ein Dollar zeitweise 3,46 DM !

Deutschland ging es auch zu DM Zeiten gut. Den Export gibt es ja nicht erst seit dem Euro.
Zollabkommen alla Schengen waren weitaus wichtiger.

Ich finde die Nachteile die uns die Faulen Eier in der Eurozone bescheren, wiegen den Vorteil des Euros nicht auf.
Das Geheule über den Teuro: Da spar ich mir mal nen Kommentar. Da kann der Euro nix zu, das ist der Cleverness der Händler und Gastronomen (die waren ja die ersten: Auf der Speisekarte wurde nur das Währungssymbol geändert, die Zahlen blieben stehen) zu danken.

Wohl wahr. Meistens rechnet man eben doch 2:1 um und nicht mit dem echten Wechselkurs. Und man Ignoriert 8-9 Jahre Inflation.
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Plumbum
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Re: Euro vs. DM

Beitragvon Plumbum » Do 23. Dez 2010, 21:09

Eine neue DM wäre ne neue Währung, nicht die alte DM. Und jede Währungsreform hat den normalen Leuten Geld aus der Tasche gezogen. Jetzt haben wir nunmal den Euro, nun soll er auch bleiben. ;)

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Bloedmann
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Re: Euro vs. DM

Beitragvon Bloedmann » Fr 16. Jun 2017, 14:51

Ihr denkt der Faden hier wäre alt? Na dann klickt mal hier drauf:

https://www.youtube.com/watch?v=x1ef0BBtuYA

Hat im Laufe seiner langen Karriere doch nicht nur heiße Luft verbreitet. Respekt. Hat nur damals keinen interessiert.
WER SAHNE WILL MUSS KÜHE SCHÜTTELN!

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Holzbock
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Re: Euro vs. DM

Beitragvon Holzbock » Fr 16. Jun 2017, 15:05

Aphorismus aus China zum Thema: Geduld

Wenn du lange genug am Fluß sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeischwimmen.


Was noch lange nicht bedeutet, dass man von irgendetwas auch nur die geringste Ahnung haben muß - nur gutes Sitzfleisch.


:rofl:
"Früher war nicht alles besser - ich habs nur besser verstanden" Torsten Sträter

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Gilles
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Re: Euro vs. DM

Beitragvon Gilles » Fr 16. Jun 2017, 17:30

Bin zwar nicht religiös, aber für diesmal:

"Oh, Gott" :mauer:
Andreas Bär Läsker - der Donald Trump des Veganismus

irgendsoeingast

Re: Euro vs. DM

Beitragvon irgendsoeingast » Mo 19. Jun 2017, 16:24

Irgendwie ist das doch alles einerlei. Der kleine Bürger hat die Kröten zu schlucken, die die monetäre Infrastruktur nun mal vorgibt. Warum auch nicht?

Der Euro war nicht der Teuro, der Ruf ist nicht so verdient. Das was das Leben so teuer macht, ist die seit über 20 Jahren andauernde weitreichende Sozialraubbau, der die Inflation mit ihrer Schönrechnerei erst Erfahrbar macht. Ein Gutteil der Deutschen hat einen massiven Einkommensverfall durch Geldentwertung erlitten.

Die Zeit verklärt zudem die DM Preise ganz ordentlich. Schon in meiner Kindheit / Jugend hieß es immer: "Früher haben wir (Eltern / Großelterngeneration ) für 10 Pfennige noch zig mal soviel für unser Geld bekommen!"
Da wars aber nicht so schlimm, da hatte die gefühlte Verteuerung noch erhebliche Löhne und Kaufkraft als Gegengewicht. Das fehlt heute und der Sündenbock ist der Euro, der als Teuro verkauft wird.

Besonders hart sind auch die Einschnitte durch Sozialraubbau. Bis heute mehr als 10 Jahre nach Hartz4 Einführung hat ein Sozialfall nicht soviel Kaufkraft / Geld zur Verfügung wie einst unter den Regeln der Sozialhilfe. Es bleibt hier anzumerken das die Hartz-Komission etwa 510 Euro! vorgesehen hatte als Unterhalt zum Leben und einige andere Kürzungen nachträglich stattfanden. Bis heute fast 15 Jahre später ist der Betrag noch nicht auf diesem Niveau angekommen - wohl gemerkt trotz! der steigenden Lebenshaltung über diese Zeit. Mal ein Beispiel? Vor wenigen Jahren kostete Zentis Belmandel noch etwa 1,29. Jetzt im Eiltempo auf 2,19 Euro gestiegen. Verschiedene Produkte die ich hier nicht aufzählen mag, auch. Nicht nur Preise steigen, sondern die Inhalte der Produkte sinken und Wertgebende Zutaten werden weniger.
Produkte des alltäglichen Bedarfs steigen langsam, aber sie steigen. Leistungen aus dem Sozialen und Löhne aber nicht oder marginal. Da haben wir noch nicht über fast eine Verdopplung von Stromkosten, extreme Steigerungen von Mobilitätskosten (das Sozialticket im VRR ist teurer als der Sozialsatz für Mobilität und deckt nicht jede Fahrt ab).
Wohnen wird auch immer schwieriger. Kostensenkungsaufforderungen scheinen mir sehr häufig und eine Anpassung der KDU an die tatsächlichen Kosten werden auch nicht vorgenommen.

Ohne Wohngeld und andere Subventionsleistungen des Staates könnte das niedrige Lohnniveau gar nicht gehalten werden. Subventionspolitik für die Reichen, für die Unternehmen, die auch die Gewinne der Unternehmen bezahlt.

Das hat alles natürlich auch zu einem minimalen Lohnabstand geführt. Der heutige Mindestlohn ist nichts als eine lächerliche Schamgrenze für die Entlohnung eines Vollzeit arbeitenden Bürgers. Von dem Geld kann kein Bürger wirklich ein Auskommen fristen geschweige denn ein Leben aufbauen.

Das sind die Probleme, nicht der Euro.

Wird sich aber nicht ändern. In Frankreich ist jetzt wohl der nächste neoliberale "Reform"-Rausch mit Sozialraubbau geplant. Danach ist vielleicht wieder Deutschland dran und der Teuro als Sündenbock wird den Leuten weiterhin helfen, sich nicht wirklich auseinander zu setzen.

irgendwer

Re: Euro vs. DM

Beitragvon irgendwer » Mo 19. Jun 2017, 16:30

Holzbock hat geschrieben:Was noch lange nicht bedeutet, dass man von irgendetwas auch nur die geringste Ahnung haben muß - nur gutes Sitzfleisch.


Das beschreibt perfekt die Politik von Angela Merkel. Lobet die geliebte Bundeskanzlerin! :devil:

Gastor

Re: Euro vs. DM

Beitragvon Gastor » Mo 19. Jun 2017, 19:29

irgendsoeingast hat geschrieben:Das sind die Probleme, nicht der Euro.

Wird sich aber nicht ändern. In Frankreich ist jetzt wohl der nächste neoliberale "Reform"-Rausch mit Sozialraubbau geplant. Danach ist vielleicht wieder Deutschland dran und der Teuro als Sündenbock wird den Leuten weiterhin helfen, sich nicht wirklich auseinander zu setzen.
Das ist aber ein größerer Komplex, der Euro ist schon sehr von Nachteilen geprägt, solange man unterschiedlich starken Wirtschaften, ohne gemeinsame Wirtschaftspolitik und ohne eine Transferunion durchzusetzen, allen die gleiche Währung gibt. Beispiel: Könnte Griechenland auf eine Drachme umsteigen und abwerten, könnte ein starker Euro aus Deutschland ermöglichen, dass auch ein deutscher Geringverdiener plötzlich wieder mal Urlaub machen kann, nämlich in Griechenland, wo dann alles so schön günstig ist. Der Euro(raum) an sich ist eine Fehlkonstruktion, die nicht auf wirtschaftlicher Vernunft, sondern auf den Idealen Europa zu vereinen, beruht.

Gastor

Re: Euro vs. DM

Beitragvon Gastor » Mo 19. Jun 2017, 19:34

irgendsoeingast hat geschrieben:Wird sich aber nicht ändern. In Frankreich ist jetzt wohl der nächste neoliberale "Reform"-Rausch mit Sozialraubbau geplant. Danach ist vielleicht wieder Deutschland dran und der Teuro als Sündenbock wird den Leuten weiterhin helfen, sich nicht wirklich auseinander zu setzen.
Diese Reformen sind aber nötig, anders wird es nicht gehen, solange man den Euro beibehalten will. In der Transferunion (und nichts anderes wird mit dem Euro möglich sein) werden sich die Sozialsysteme, der bisher führenden Wirtschaftsnationen, nach unten anpassen müssen, die Schwachen alle auf unser Niveau zu holen wird nicht möglich sein. Also entweder müssen wir bereit sein unsere eigenen Ansprüche zu senken, weil mit den von uns erarbeiteten Leistungen auch die Schwachen anderer Länder wie Griechenland, Portugal, Spanien oder Italiens finanziert werden müssen, oder wir müssen ihnen einen Ausstieg aus dem Euro und das Abwerten der eigenen Währungen ermöglichen.


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