Steinzeitdiät

Nicht nur Veganer argumentieren ideologisch
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Einar n.e.

Re: Steinzeitdiät

Beitragvon Einar n.e. » Mo 13. Feb 2017, 16:37

An welch verrückte Heilsversprechen manch Veganer glaubt, um die Mangelernährung zu ertragen ...
:irre:

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Schlangenschnitzel
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Re: Steinzeitdiät

Beitragvon Schlangenschnitzel » Mo 13. Feb 2017, 17:15

DG ne hat geschrieben:Komisch - Inder, die sich ja "alle" voll gesund und vegetarisch und so ernähren, tauchen und er Liste gar nicht auf. :gruebel:

Wird wohl daran liegen, daß in Indien:
a) für jeden, der so richtig Gurumässig nach den obigen Regeln lebt, sich bei traditioneller Landwirtschaft so ca. 40 Leutchen richtig den Arsch aufreissen müssen, um genug Überschüsse zum durchfüttern zu erwirtschaften;
b)der Stellenwert lückenlos dokumentierter Lebensdaten zum Beweis Vegan/vegetarischer Überlegenheit bei wahrhaft spirituellen Menschen eher geringen Stellenwert hat;

Abgesehen davon wird die wirklich wahre Wahrheit sowieso von der Pharma/Fleischusw.Mafia systematisch unterdrückt, um die Umsätze nicht zu gefährden.

peter2

Re: Steinzeitdiät

Beitragvon peter2 » Mo 13. Feb 2017, 20:06

Solche Beispiele könnt Ihr auf
http://www.ProVegan.de finden, Dr. Henrich hat sogar seinen Schäferhund 17 Jahre vegan ernährt!
Professor Valter Longo (Kalifornien) hat gezeigt, dass es in seiner Heimat in Italien, zahlreiche
über 90 und 100 jährige gibt, die nur ganz selten tierische Produkte verzehren und darauf hin
einen sehr geringen IGF-1 Spiegel haben und die Krebsrate dadurch in seinem Geburtsort gleich 0 ist.
An Hand der Kleinwüchsigkeit, welche durch einen Wachstumsrezeptorendefekt an der Leber
hervorgerufen wird, haben Professor Svi Laron und Professor Valter Longo aufgezeigt, dass
diese Menschen so gut wie nie Krebs, oder Diabetes bekommen!
Also wenig Fleisch, nie Milch trinken, oder Frischkäse essen und alles bleibt gut!
Das ist das ganze Geheimnis, was o.g. Organisationen vehement leugnen!
Ab und zu mal ein Ei, oder ein wenig Honig ist okay und mal eine Made im Apfel
oder in Pflaumen ist auch gut(B12).
Wenn Ihr Kirschen knabbert, auch mal ein Blatt mit verzehren, das sättigt super!
John Robbins ist auch sehr lehrreich und Professor Campbell, ( Die China Study)!
Könnt Peter fragen was Ihr wollt, er hat fast alles gelesen!

Peter

Einar n.e.

Re: Steinzeitdiät

Beitragvon Einar n.e. » Mo 13. Feb 2017, 20:26

Ja, allen möglichen Scheiß hast Du gelesen.
Lauter Mist, der hier schon -zigfach verrissen wurde.

Warum lest und verbreitet Ihr Veganer ständig Unsinn und verschließt Eure Augen vor den Tatsachen?

- - -

Unantastbarkeit 2.0. Eindeutig.

Alles liebe :)

DG ne

Re: Steinzeitdiät

Beitragvon DG ne » Mo 13. Feb 2017, 20:27

peter2 hat geschrieben:Solche Beispiele könnt Ihr auf
http://www.ProVegan.de finden, Dr. Henrich hat sogar seinen Schäferhund 17 Jahre vegan ernährt!
Professor Valter Longo (Kalifornien) hat gezeigt, dass es in seiner Heimat in Italien, zahlreiche
über 90 und 100 jährige gibt, die nur ganz selten tierische Produkte verzehren und darauf hin
einen sehr geringen IGF-1 Spiegel haben und die Krebsrate dadurch in seinem Geburtsort gleich 0 ist.


und wie viele sind nah an den 150?


An Hand der Kleinwüchsigkeit, welche durch einen Wachstumsrezeptorendefekt an der Leber
hervorgerufen wird, haben Professor Svi Laron und Professor Valter Longo aufgezeigt, dass
diese Menschen so gut wie nie Krebs, oder Diabetes bekommen!
Also wenig Fleisch, nie Milch trinken, oder Frischkäse essen und alles bleibt gut!
Das ist das ganze Geheimnis, was o.g. Organisationen vehement leugnen!
Ab und zu mal ein Ei, oder ein wenig Honig ist okay und mal eine Made im Apfel
oder in Pflaumen ist auch gut(B12).
Wenn Ihr Kirschen knabbert, auch mal ein Blatt mit verzehren, das sättigt super!



Also keine 150-jährigen.


John Robbins ist auch sehr lehrreich und Professor Campbell, ( Die China Study)!
Könnt Peter fragen was Ihr wollt, er hat fast alles gelesen!


Und nix verstanden.

P.S. die Chiny Study ist lange widerlegt.

PPS.: die meisten Menschen im Alter von etwa 100 Jahren haben einen Weltkrieg erlebt. Offenbar sind Weltkriege gut für ein langes Leben. Sogar besser als Rohkost, denn es gibt keine rohköstlichen Greise diesen Alters.

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Rageboy
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Re: Steinzeitdiät

Beitragvon Rageboy » Di 14. Feb 2017, 11:59

peter2 hat geschrieben:Professor Valter Longo (Kalifornien) hat gezeigt, dass es in seiner Heimat in Italien, zahlreiche
über 90 und 100 jährige gibt, die nur ganz selten tierische Produkte verzehren ...


Italiener, "die nur ganz selten tierische Produkte verzehren"? Die muss man auch erst einmal finden ... :grin:

1. Statistisch ist der jährliche Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch (Rind und Kalb, Schwein, Schaf und Ziege, Geflügel, Quelle: Statistica) von Deutschland und Italien ziemlich ähnlich:

Deutschland: 60,0 kg
Italien: 56,1 kg
zum Vergleich: USA: 120 kg

Wobei ich annehme, dass die Zahlen noch ähnlicher werden, rechne man die obskureren Fleischarten noch hinzu (Pferd, Esel).

2. Je älter die Menschen werden, um so wahrscheinlicher ist es, dass sie an Krebs erkranken und daran sterben:

Die folgende Grafik setzt einmal für eine Auswahl von Ländern die Lebenserwartung und den Anteil der Menschen, die an Krebs versterben, in Relation. Wie zu sehen, meldet man die weltweit höchste Lebenserwartung in Japan und in der Schweiz.
Gleichzeitig ist dort auch die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, am höchsten. In Südafrika werden die Menschen im Durchschnitt nur 50 Jahre alt. Und weniger als 10 Prozent sterben an Krebs. Wo möchten Sie lieber leben? In einem Land mit wenig Krebs oder mit viel?

Quelle, Grafik: Handelsblatt, Der Mythos von der Krebsgefahr

3. Der Mythos der Lebenserwartung:
Italiener, Griechen, Japaner, die steinalt werden - das hat man mir in der Berufsschule schon vor knapp 30 Jahren erzählt. Bei den Italienern und Griechen läge das an der gesunden, "mediterranen" Ernährung mit wenig Fleisch und viel pflanzlichen Fetten. Die Japaner profitierten von einer quasi vegetarischen Ernährung + Fisch.
Ja wie schön, wenn das nur so einfach wäre ...

... denn wie wir mittlerweile wissen, gab es in allen diesen Ländern auch weit verbreitete und massive Formen von Rentenbetrug - mit Alten, die es so nie gab:

Italien: T-Online: Rentenbetrug in Italien: Verwandte kassieren Renten von Toten
Sozialbetrug in Italien: In hunderten Fällen haben Norditaliener widerrechtlich die Renten von Verwandten bezogen, die oftmals schon jahrelang tot waren. Das haben laut italienischen Medienberichten Überprüfungen durch die Finanzpolizei in der Region um Lecco bei Mailand ergeben. Aber auch in anderen Regionen des Landes haben Bürger durch Sozialbetrug abkassiert.


Griechenland: SPON: Betrugsfälle 2012: 50.000 Griechen kassierten Renten toter Verwandter
Seit Griechenland gegen die Krise kämpft, hat die Regierung ihr Vorgehen gegen den Rentenbetrug verschärft. So meldeten die griechischen Rentenkassen Anfang 2012, sie hätten die Zahlung von insgesamt 63.500 Renten gestoppt, die zu Unrecht gewährt wurden. Kurz zuvor hatten die Kassen alle Ruheständler aufgefordert, sich persönlich bei den Behörden zu melden.
Doch die verschärften Kontrollen waren offenbar wenig wirksam: Auch 2012 haben sich nach offiziellen Angaben rund 50.000 Menschen Renten und Pensionen verstorbener Angehöriger erschlichen.


Japan: Rentenbetrug?Japanische Behörden vermissen Greise und wittern Ungemach
Mindestens 279 Japaner, die hundert Jahre oder mehr auf dem Buckel haben sollen, sind plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Da wird ein Verdacht laut: Rentenbetrug.
[...]
Der alte Herr habe damals beschlossen, durch strenges Fasten zum lebendigen Buddha zu konvertieren. Wäre er aber tatsächlich noch am Leben, müsste Kato nun 111 Jahre zählen und genau mit diesem Alter ist er bei der Stadtverwaltung und dem Rentenamt als ältester Mann Tokios gemeldet. Vermutlich ist der Pensionär aber in Wirklichkeit an diesem Tag vor 32 Jahren gestorben, was die trauernden Angehörigen nur nicht meldeten. Stattdessen ließen sie ihn in seiner Wohnung verwesen. Seine Rente wurde pünktlich weiter überwiesen, weswegen nun die Staatsanwaltschaft ermittelt.
[...]
Nun hat er den Ärger – 93 Hundertjährige in seinem Viertel hat er gefunden, 105 bisher noch nicht. Es darf also damit gerechnet werden, dass sich der Rentenbetrug zu einem Skandal ausweitet.


100jährige, gar 110jährige Italiener, Griechen, Japaner? Lachhaft, die alten Leute sterben genauso wie unsereiner.
Zumal man sicher annehmen darf: Die nicht mehr aufgefundenen Greise sind nur die Spitze eines ziemlich großen Eisbergs.
In den genannten Ländern so massiv mit der Rente betrogen und jahrzehntelang die Kohle kassiert - dass die Zahlen bereits die Statistiken verbogen!.
Herr, lass mich ein guter Mensch sein. Aber bitte nicht sofort.

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Gilles
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Re: Steinzeitdiät

Beitragvon Gilles » Di 14. Feb 2017, 15:31

Den Beitrag fand ich absolut interessant,

aber meinste, das bringt was, dem Vollh Peter mit Fakten zu kommen? :gruebel:
Andreas Bär Läsker - der Donald Trump des Veganismus

DG ne

Re: Steinzeitdiät

Beitragvon DG ne » Di 14. Feb 2017, 15:32

Gilles hat geschrieben:Den Beitrag fand ich absolut interessant,

aber meinste, das bringt was, dem Vollh Peter mit Fakten zu kommen? :gruebel:


Klar. Nur glaubt Peterle eben an seine alternativen Fakten.

totaleGästin

Re: Steinzeitdiät

Beitragvon totaleGästin » Di 14. Feb 2017, 21:21

Rageboy hat geschrieben:In den genannten Ländern so massiv mit der Rente betrogen und jahrzehntelang die Kohle kassiert - dass die Zahlen bereits die Statistiken verbogen!.


erinnert an den FakeBias heutiger medizinischer Statistik in Deutschland.

Afaik noch nicht richtig überprüft, dürfte jedoch erhebliche Einflüsse auf die Datenausflüsse der XXL Epidemien irgendwas haben.

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/mei ... ticle=true

Vielleicht sollte man das einfach mal anders machen: Jeder Arzt zahlt für kranke Patienten? Bzw. bekommt weniger Geld für Kranke. Haha, das wäre lustig und es gäbe wie bei den privaten Krankenkassen keine Chance für Kranke einen Arzt zu finden.
Wem das bescheuert vorkommt: So funzt ja das Privat-Krankenkassenschmarotzer-System ...

DG ne

Re: Steinzeitdiät

Beitragvon DG ne » Di 14. Feb 2017, 21:31

Im Artikel geht es um das Gebaren der gesetzlichen Krankenkassen. :kaffee:

Aber was hat das mit der Steinzeitdiät zu tun?

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theodoravontane
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Re: Steinzeitdiät

Beitragvon theodoravontane » Di 14. Feb 2017, 23:09

peter2 hat geschrieben:Das Leben könnte recht lang sein, wenn wir uns das nicht selbst verkürzen würden!
Dr. Galina Schatalova schrieb:

Über 50.000.000 Kcal Lebensenergie verfügt der Mensch durchschnittlich!( Unterer Erwärmer nach Ayurveda)
Aber nur max. 1200 bis 1500 Kcal futtern und ein wenig bewegen, aber nicht zu viel, also etwa doppelter
Grundumsatz, etwa 1000 Kcal verballern, täglich!
Peter

Ich kenne die Frau Scharlatanova nicht, aber ich glaube, sie irrt. Warum solle ich das doppelte des Grundumsatzes "verballern", wenn ich auch einfach beim Grundumsatz rumdümpeln und knapp 274 Jahre alt werden kann?
Ich bin mir sicher, selbst diese Rechnung ist noch nicht zum Maximum gedacht. Der Grundumsatz bei Frauen ist theoretisch schon 10% geringer als bei Männern, ich denke, andere Variablen werden da noch mehr rauskitzeln. Ich gehe also von einem Grundumsatz von 300 aus. Daß das richtig ist hat mir mein geistiger Führer gechannelt, ebenso wie daß die Lebensenergie auf 1.000.000.000 Kcal angestiegen ist, seit der Mensch Fleisch isst.

Also einfach den oberen Erwärmer einschalten, ein Schnitzel braten und nachrechnen:
1.000.000.000 / 300 = 3333333,333333333
3333333,333333333 / 365 = 9132,4200913242 Jahre

Der Mensch kann also locker über 9000 Jahre alt werden, und das OHNE was zu tun.

Und Du kommst mit Deiner lächerlichen veganen Ernährung an … Geh spielen Kind, mit Erwachsenen 900-jährigen kannst Du Dich nicht messen!

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Rageboy
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Re: Steinzeitdiät

Beitragvon Rageboy » Mi 15. Feb 2017, 12:19

Gilles hat geschrieben:Den Beitrag fand ich absolut interessant,

aber meinste, das bringt was, dem Vollh Peter mit Fakten zu kommen? :gruebel:


Fakten sind ja sowas von unvegan.

Mal zur Steinzeit-Diät:
Vor einiger Zeit las ich einen längeren Artikel zur Ernährung des Menschen in der Steinzeit (6). Es zeigte sich, dass das Thema - wieder einmal mehr - komplexer ist, wenn man genauer hinschaut. Und das, was uns in den Medien und selbst ernannten "Experten" als Steinzeit-Diät verkauft wird, eben auch nur eine romantische Lieschen-Müller-Phantasie von im Detail letztlich unbekannten Eigenschaften ist.

Im Wesentlichen:

1. Informationsermittlung
Es gibt verschiedene Wege, herauszufinden, was und wie die Menschen in der Steinzeit gegessen haben. Alle diese Herangehensweisen sind indirekt und lassen nur begrenzt Rückschlüsse auf die Ernährung des eiszeitlichen Steinzeitlers zu:
- Archäologische Befunde aus der Steinzeit.
Zweifellos eine der "härteren" Beweismethoden, dennoch können archäologische Befunde auch ein trügerisches Abbild vermitteln. Knochen von Tieren können für den Zeitraum von Jahrhunderttausenden erhalten bleiben, aber pflanzliche Reste verrotten innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen.
- Analogieschlüsse aufgrund historischer Jäger & Sammler - Kulturen
Heute gibt es weltweit praktisch keine Jäger & Sammler - Kulturen mehr, resp. die wenigen, die es noch geben mag (Amazonas, Andamanen) wollen und werden in Ruhe gelassen, sind Spezialfälle und/oder wurden durch die Moderne beeinflusst. Es gibt historische Berichte über J & S - Kulturen aus der Entdeckerzeit o.ä., die man auswerten kann, die aber auch mit Vorsicht zu behandeln sind, denn sie haben jeweils ihre historisch-moralische Prägung und/oder ihr Wahrheitsgehalt ist zweifelhaft.
Darüber hinaus sind Analogieschlüsse eben Analogieschlüsse: Sie können, je nach Klima, Ethnie oder auch Kultur des Objekts auch abweichende Ergebnisse liefern.
- Archäologische Befunde aus historischer Zeit
Hierbei handelt es sich um Hinterlassenschaften von J & S - Kulturen aus historischer Zeit, zum Beispiel Muschelschalen-Hügel der Aborigines. Darüber hinaus gilt dasselbe wie für Analogieschlüsse.
- Kulturelle Erzeugnisse aus der Steinzeit und deren Eigenschaften
Studium von Höhlenmalereien und Figuren können den einen oder anderen Hinweis liefern, z.B. ob ein Tier zur Jagdbeute gehörte. Über den Umfang der Jagd sagen sie freilich nichts aus. Waffen und deren Erprobung können Hinweise über die Art der Jagd geben. Aus Keramiken und anderen Hinterlassenschaften und deren Nutzungsspuren lassen sich Rückschlüsse ziehen.
- Eigenschaften der Fauna, der Flora und der Ernährung des Menschen

2. Befunde
Der Mensch nutzt Proteine zum Aufbau körpereigener Proteine, deren Zufuhr ist für den Körper lebensnotwendig. Allerdings nutzt der Körper Proteine nur im Ausnahmefall zur Energiegewinnung, denn die Gewinnung von Energie aus Proteinen ist für den Körper aufwändig und belastet die Nieren. Der Körper benötigt daher für die Energiegewinnung Kohlenhydrate oder Fette. Fehlen sie in der Nahrung, dann kommt es zu einer Mangelerscheinung: Dem sog. Kaninchenhunger, einer Fehlernährung, die mit gravierenden Krankheitssymptomen einhergeht sowie zu einer nicht zähmbaren Gier nach Fett.
Kohlenhydrate sind in der Natur nur als Beeren, Nüsse, Honig und Ahornsirup zu sammeln. Sie sind nur in begrenztem Umfang vorhanden, nur zu bestimmten Jahreszeiten, müssen aufwändig hergestellt werden und/oder sind schlecht zu lagern.
Protein erhält der J & S zwar durch die Jagd; allerdings ist das Fleisch der Wildtiere arm an Fett. Das Fett der Wildtiere befindet sich unter der Haut, im Muskel und in den Knochen - benötigt das Wildtier das Fett selbst für seinen Stoffwechsel, dann baut es das Fett in genau der Reihenfolge ab: Erst unter der Haut, dann aus dem Muskel und zuletzt aus dem Knochenmark.
Folgerichtig finden sich die größten Fettgehalte in den Knochen, und genau solche Hinterlassenschaften aus der Steinzeit hat man in großer Menge gefunden: Zerschlagene Knochen, deren Mark entfernt wurde.

3. Fettgewinnung
Der J & S der Steinzeit gewann das Fett, indem er die Knochen zerschlug und anschließend auskochte. Dabei setzt sich das Fett oben ab und kann dann abgeschöpft werden {1}. Allerdings sind die Keramiktöpfe der Steinzeit zum Kochen ungeeignet: Sie springen im Feuer, weswegen man mit Garsteinen arbeiten musste. Große Steine werden im Feuer erhitzt und anschließend in die Flüssigkeit gegeben: Ein aufwändiges Verfahren zum Kochen einer Fleischbrühe und man braucht viel Brennstoff dafür.

4. Alternativen zur Jagd
Fische, Schalen- und Krustentiere haben z.T. beträchtliche Fettanteile. Wer im Meer fischen will, muss mit dem Boot hinausfahren, es stehen ihm aber auch zwei Ernährungsgebiete zur Verfügung, Land und Meer. Bei Ebbe können Schalen- und Krustentiere gesammelt werden und es handelt sich im Vergleich zur Jagd um weniger aufwändige und weniger gefährliche Methoden der Nahrungsgewinnung.
Man vermutet daher, dass die Menschen der Steinzeit vorrangig an den Küsten und an Flüssen gelebt haben, was sich jedoch nicht oder nur schwierig beweisen lässt. Denn in der Eiszeit lag der Meeresspiegel bis zu 120m tiefer und was damals die Küsten waren, liegt heute 120m unter dem Meerespiegel.

5. Milcherzeugung
Ötzi die Gletschermumie, die älteste Mumie überhaupt, war im Leben noch laktoseintolerant. Er konnte, wie auch heute die meisten Menschen weltweit, als Erwachsener keinen Milchzucker verdauen. Die Laktoseintoleranz ist die natürliche Eigenschaft des Menschen; die Fähigkeit der Europäer, als Erwachsener Milchzucker verdauen zu können, ist eine genetisch erworbene Eigenschaft - und sie nimmt auch innerhalb von Europa von Norden nach Süden ab (Laktoseintoleranz: Schweden: 2%, Deutschland: 15%, Norditalien: 41%, Sizilien: 71%).
Warum aber entwickelten die Europäer - im Unterschied zu anderen Kulturen - überhaupt die Milchwirtschaft, wenn sie mit der Milch Verdauungsschwierigkeiten bekommen?
Die Frage ist umstritten, es wird jedoch Folgendes vermutet:
- Die Laktoseintoleranz ist keine Allergie. Sie geht mit Beschwerden einher, aber nicht mit schwerwiegenden Krankheitssymptomen oder gar Tod durch Schock.
- Ohne Pasteurisierung, abgeschlossener und gekühlter Lagerung bleibt Milch nicht lange Milch. Je nach Lagertemperatur ist Rohmilch spätestens nach 1-2 Tagen dick, i.d.R. nach ein paar Stunden (Sommer). Der prähistorische Verzehrzustand der Milch ist daher nicht Frischmilch, sondern Sauermilchprodukte und Käse. Letztere werden aber selbst von Laktoseintoleranten meist ohne Probleme vertragen, denn der Laktosegehalt ist vermindert oder aufgehoben.
- Käse kann teils beträchtliche Fettgehalte haben - und speichern, denn er lässt sich lagern. Quark der Doppelrahmstufe hat knapp 20% Fett (40% i.Tr.) und ein Gouda kann bis zu 60% i.Tr. haben. Von Butter erst gar nicht zu reden ...
- Es ging also wieder einmal um das Fett!

6. Zum "genetische" Ansatz der Paleo-Diät
Eines zeigt das Beispiel der Laktosetoleranz aber in jedem Fall: Es ist keineswegs so, dass es in den Jahrtausenden seit Ötzi zu keiner genetischen Anpassung gekommen wäre. Heutzutage sind nur 2% aller Schweden und 15% aller Deutschen laktoseintolerant - verglichen mit 94% aller Chinesen und 98% aller Südostasiaten, die historisch keine Milchkultur entwickelt haben, sind dies beweiskräftige Zahlen für eine genetische Anpassung.
Andere Behauptungen der Paleo-Vertreter - die "Fraßgifte" des Getreides, an die wir nicht angepasst wären - lassen sich entweder nicht beweisen, oder eine Anpassung daran ist längst erfolgt. Denn die Getreidekultur betreiben Menschen mindestens genauso lang, wenn nicht länger als die Milchkultur. Wären Getreideprodukte derartig "giftig" und hätte seit dem Beginn der Getreidekultur keine genetische Anpassung erfolgen können: Es gäbe sie längst nicht mehr, denn ihre Betreiber wären ausgestorben.

7. Andere Zutaten der Paleo-Diät
Die von den Paleo-Vertretern zum Fleisch verzehrten Gemüse und Obst gab es in der Steinzeit noch nicht. Es handelt sich ausnahmslos um Zuchtformen, die der Mensch z.T. über Jahrtausende aus den Wildformen herausgezüchtet hat. Die meisten von ihnen gibt es nicht einmal seit 2.000 Jahren, wurden von den Griechen, den Römern, den Kreuzfahrern mitgebracht, werden erst seit Jahrhunderten gezüchtet, sie kommen aus Amerika und den Kolonien oder sind Züchtungen der Neuzeit und Moderne {2}.
Von "Steinzeit" kann nicht die Rede sein.
Selbst viele unserer "heimischen Wildfrüchte", die meisten Nüsse etwa, gab es hier zwar ursprünglich, die heutigen Formen dieser Pflanzen stammen aber aus dem Orient. Die wilden Vertreter unserer Obst- und Gemüsesorten aber sind vor allem: klein, faserreich, hart, sauer, bitter und wenig gehaltvoll.

8. Fazit
Mit der "Steinzeit-Diät" ist es wie mit der "Mittelalter-Küche": Es handelt sich mehr um romantische Vorstellungen des Sujets, als um (prä-)historische Realitäten. Entweder entsprechen die Kostformen nicht dem, was als (prä-)historisch belegt gilt; oder sie sind für den modernen Menschen ungenießbar.
Es ist, als wollte man glauben, eine Westernshow wäre das getreue Abbild der amerikanischen Pionierzeit.
Die Aussagen zur Ernährung und Genetik des Menschen lassen sich nicht belegen, nicht halten und sind rein spekulativ. Auch sie entsprechen mehr einem romantischen Bild der Steinzeit, als durch wissenschaftliche Methoden gewonnene, anzunehmende eiszeitliche Zustände.

Außerdem: Wie die gefundenen Skelette zeigen, wurde kaum ein Mensch in der Eiszeit älter als 30 Jahre. Man kann allein aus dieser Tatsache kaum ableiten, die Lebensweise des steinzeitlichen Menschen sei die gesündere gewesen und ermutige zu einer Aussicht auf ein langes und gesundes Leben.
Es muss auch fragwürdig bleiben, warum ausgerechnet um die Ernährung immer so ein Affenzirkus um eine vorgeblich "natürliche" Lebensweise gemacht wird. Der Mensch lebt seit mindestens mehreren Tausend Jahren nicht mehr in "natürlicher" Weise (sofern es überhaupt Sinn macht, dem Homo Sapiens überhaupt mit diesem Attribut zu versehen). Bei allen anderen Aspekten des Lebens: Wohnen, Heizen, Kleidung, Nahrungsmittelbeschaffung, Medizin usw. usf. wollen wir ja auch keine steinzeitlichen Zustände herbeiführen. Die meisten würden nicht einmal eine Ofenheizung wollen, wir sie für die letzten Jahrhunderte üblich war.
Will man an einem rauchenden Feuer hocken, in einer Hütte mit einem Loch im Dach? Mit Fellen bekleidet und sich bei einem Knochenbruch vom Jagdunfall vom Schamanen mit Zauberversen behandeln lassen? Warum also dieser ganze Zinnober um eine "natürliche" Ernährung?

Anmerkungen:

{1} Fette im Übrigen, die wir heute nach Möglichkeit nicht mehr für die Ernährung verwenden und von z.B. Brühen abschöpfen und verwerfen. Rinderfett aus einer Knochenbrühe z.B. hat einen hohen Schmelzpunkt und ist unter anderem deshalb schwer verdaulich.

{2} Das heute so gängige Rapsöl zum Beispiel gibt es erst wenige Jahrzehnte. Vorher enthielt der Raps zu viele Bitterstoffe und das Rapsöl taugte nur für die Seifen- und Kosmetikproduktion. Erst die Züchtung bitterfreier Rapssorten seit den 80er Jahren ermöglichte die Rapsölproduktion zu Nahrungsmittelzwecken.
Die Zucchini wurde aus dem aus Amerika stammenden Gartenkürbis gezüchtet - aber erst in Europa. Vor dem 17. Jh. gab es sie nicht und wie mir eine Freundin aus Mittelamerika berichtete, gibt es sie in Ländern wie Honduras bis heute nicht.

Weiterführende Literatur:

(6) Paul Freedman (Hg.)
Essen. Eine Kulturgeschichte des Geschmacks
Primus Verlag Darmstadt, 2007
Herr, lass mich ein guter Mensch sein. Aber bitte nicht sofort.

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jac.daco
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Re: Steinzeitdiät

Beitragvon jac.daco » Mi 15. Feb 2017, 12:57

Dem ist nicht mehr viel zu zu fügen.
"Die Franzosen neigen dazu sehr dünne Steaks zu grillieren, die kaum 200 Gramm wiegen. Für mich ist das Aufschnitt."
„›Bekanntlich‹ ist ein Wort, das überall da Anwendung findet, wo man nicht genau Bescheid weiß.“

Otto von Bismark,


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