Vegisan®

Nicht nur Veganer argumentieren ideologisch
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Plumbum
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Re: Vegisan®

Beitragvon Plumbum » Do 6. Apr 2017, 12:29

Bei jedem Übergewichtigen wirst Du den häufigen, regelmäßigen oder übermäßigen und kritiklosen, vor allem nebensächlichen Konsum von "Lebensmitteln" finden, die diese Bezeichnung im engeren Sinn nicht verdienen: Snacks, Chips, Flips, Erdnüsse, Gummibärchen bis hin zur stets wohlgefüllten eigenen Küchenschublade an Süßigkeiten - heruntergespült mit literweise zuckerhaltiger Limonaden.


Nein, nicht zwangsläufig. Genau das ist eins der probleme. Man kann auch mit GESUNDEN Lebensmitteln zu viel essen. Und genau, indem man immer wieder das Bild propagiert, dass, wer dick ist, auf jeden Fall zu viel süßigkeiten bzw. junkfood zu sich nimmt, haben es die dicken, die sich ansich gesund, aber eben zuviel ernähren, schwer, wirklich eine fehleranalyse hinzubekommen. Denn nicht mal beim arzt wird dir geglaubt. Es werden permanent ratschläge erteilt, die nicht zutreffen. und irgendwann ist man völlig demotiviert und fühlt sich hilflos.

Und ich gehöre zum beispiel zu denen, auf die dein bild nicht zutrifft. mein Limonadenkonsum inkl. Apfelschorle u.ä. beschränkt sich auf maximal 1 liter pro monat (Restaurant halt, aber auch da meist wasser), mein süßigkeitenkonsum ist extrem gering. Chips...vierteljahr her. Flips... Kann ich mich nicht erinnern. Gummibärchen? Nicht in diesem oder im letzten jahr. Kekse? Die selbst gebackenen zu weihnachten haben die kids jetzt im märz niedergemacht. Schokolade... Nicht mehr als 1 tafel im durchschnitt pro monat. Ungesalzene ungeröstete erdnüsse und allgemein nüsse aktuell allerdings häufiger, aber das ist nicht mein normales essverhalten. :grin:

Und es würde vielen helfen, wenn man mal vom dogma runterkommt, dass jeder dicke sich auf jeden fall so und so verhält und ein bissel limo weglassen und mal den arsch die treppe hochzubewegen statts fahrstuhl ist der schlüssel zur schlanken glückseligkeit. Und stattdessen gezielter schaut, ob nicht das individuell zubereitete gesunde essen doch schlichtweg für die person eine zu hohe portionsgröße hat, ob kraftsport gut wäre, anstatt insbesondere den frauen immer nur bissel spaziergang und sanfte gymnastik zu empfehlen, ob es stoffwechsel-auffälligkeiten gibt, ob die propagierten 5 mahlzeiten am tag als gesunde lebensweise bei der person zur erhöhten kalorienaufnahme beiträgt und wie sich allgemein die energiebilanz darstellt. Und daran individuell zugeschnittene tipps gibt.
Und nicht.. Nehmen sie margarine statt butter ... O-ton ernährungsberatung. Die ich dann fragen musste, was das dann konkret ausmachen soll bei ungefähr gleicher kalorienmenge pro 100 gr.

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Re: Vegisan®

Beitragvon Plumbum » Do 6. Apr 2017, 12:34

Frau Hermann - resp. so wie ich sie hier verstanden habe, denn ihr Buch habe ich nicht gelesen - mag in Teilen recht haben, intuitiv richtig gehandelt und schließlich gibt ihr Erfolg ihr ja auch recht. Von 120 kg auf 65 - eine beachtliche und respektable Leistung. Ihre Begründungen sind aber in Teilen falsch.


Und das weißt du, ohne ihr buch gelesen zu haben, wo sehr viel begründet wird.

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Re: Vegisan®

Beitragvon Rageboy » Do 6. Apr 2017, 12:40

Das war ich gepostet hatte, war in gewisser Weise formelhaft. Sicher gibt es Ausnahmen. Aber irgendwoher müssen die Kalorien ja kommen.

Plumbum hat geschrieben:Und nicht.. Nehmen sie margarine statt butter ... O-ton ernährungsberatung. Die ich dann fragen musste, was das dann konkret ausmachen soll bei ungefähr gleicher kalorienmenge pro 100 gr.


Gar nichts, das ist natürlich Blödsinn.
Schon lange übrigens, denn die Diskussion "Butter versus Margarine" ist schon seit Jahrzehnten vom Tisch. Allenfalls im Zusammenhang mit dem Cholesterin und generell der Zufuhr ungesättigter Fettsäuren kann das noch eine Rolle spielen. Aber auch da muss man genauer hinsehen, was und wie und vor allem in welchem Zusammenhang.
Herr, lass mich ein guter Mensch sein. Aber bitte nicht sofort.

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Re: Vegisan®

Beitragvon Plumbum » Do 6. Apr 2017, 12:48

Aber irgendwoher müssen die Kalorien ja kommen.


Natürlich. Es muss aber nicht junkfood oder süßigkeiten sein.

Es kann auch die leichte joghurtsoße und der lachs auf dem riesen-salat und das gute ciabatta dazu sein. Mal ganz plakativ.

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Re: Vegisan®

Beitragvon Rageboy » Do 6. Apr 2017, 12:49

Plumbum hat geschrieben:
Frau Hermann - resp. so wie ich sie hier verstanden habe, denn ihr Buch habe ich nicht gelesen - mag in Teilen recht haben, intuitiv richtig gehandelt und schließlich gibt ihr Erfolg ihr ja auch recht. Von 120 kg auf 65 - eine beachtliche und respektable Leistung. Ihre Begründungen sind aber in Teilen falsch.


Und das weißt du, ohne ihr buch gelesen zu haben, wo sehr viel begründet wird.


C'mon: Ihr seid es doch, die ihr Euch auf Nadja Hermann beruft, indem Ihr sagt, der Fasten- oder Hungerstoffwechsel fände nicht statt (oder nur in extremen Situationen). Meine obigen Zitate belegen: Er findet sehr wohl statt, auch bei lediglich eingeschränkter Nahrungszufuhr. Und das lässt sich beweisen, weil messbare Werte sich verändern (bislang nicht zitiert, aber nun):

"Parallel dazu nehmen die Aktivität des sympathischen Nervensystems sowie die Sekretion von Schilddrüsenhormon und Insulin ab, die Sekretion von Glukagon und Wachstumshormon nehmen zu. Als Folge dessen steigt die Konzentration der freien Fettsäuren (FFA) im Blut und das "Triglyzeride-FFA-Cycling" nimmt ab. Der Proteinabbau steigt Initial an, fällt dann aber wieder deutlich ab und reduziert sich auf ein Minimum."
Quelle. (1)
Herr, lass mich ein guter Mensch sein. Aber bitte nicht sofort.

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Re: Vegisan®

Beitragvon Plumbum » Do 6. Apr 2017, 12:59

Gut ...einigen wir uns so... Vielleicht ist es eine definition, was man als hungerstoffwechsel bezeichnet. Dass sich körperabläufe verändern, wenn man sich anders ernährt, hat keiner bezweifelt. Auch nicht nadja hermann. Dass man nach dem fasten wieder zunehmen kann, wenn man sich nicht adäquat ernährt, bezweifelt auch keiner. Es ist aber kein ominöser, nachwirkender effekt durch das hungern/fasten, sondern eine einfache frage der energiebilanz. und das ist ihre aussage.

Dass mit geringerem gewicht der grundumsatz und der arbeitsumsatz schwindet und es deswegen normal ist, dass man weniger essen benötigt, sofern man nicht mit muskelaufbau gegen steuert und dass das ganze kein kaputtmachen des stoffwechsels (wie in vielen, auch öffentlichrechtlichen ratgebern propagiert), sondern ein ganz normales verhalten des körpers ist, der halt jetzt weniger benötigt, darauf geht sie sogar explizit und sehr detailliert ein. Der unterschied in der aussage ist... "Jojo kommt durch die vorher reduzierte energiezufuhr zwangsläufig" (und das besagt dein satz auf den ich mich ursprünglich bezogen habe) versus "jojo ist nichts anderes als eine unausgeglichene energiebilanz nach dem fasten und ist vermeidbar durch vermehrten sport und/oder angepasstes essen (also energiebilanz herstellen) und ist damit kein zwangsläufiges, sondern ein beeinflussbares geschehen und deswegen brauch man sich auch nicht davor zu fürchten". (nadja hermanns aussage)

Und das begründet sie durch ernährungswissenschaftliche studien, deren interpretation sie durchaus aufgrund ihres berufs erlernt hat.

Ihre aussagen sind übrigens nicht aus der intuition heraus entstanden, sondern aufgrund der intuition hat sie es vorher selbst falsch gemacht. ihre aussagen sind entstanden, als sie bei sich selbst die reißleine gezogen hat, um endlich das abnehmen zu schaffen, damit sie eine OP vermeiden kann. Und dafür hat sie studien gewälzt... Nicht sich was ausgedacht.

Einar n.e.

Re: Vegisan®

Beitragvon Einar n.e. » Do 6. Apr 2017, 16:40

Ohne mich hier einbringen zu wollen:
Eine Bekannte von uns, Superköchin, ernährt ihre Familie und sich sehr gesund und abwechslungsreich.
Kaum Süßes, keine Kalorienbomben.
Alle sind übergewichtig, weil sie einfach kein Maß kennen und Unmengen verdrücken.
Mir wird immer ganz schwindlig, wenn ich das sehe.

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Re: Vegisan®

Beitragvon Plumbum » Do 6. Apr 2017, 17:12

Einar n.e. hat geschrieben:Ohne mich hier einbringen zu wollen:
Eine Bekannte von uns, Superköchin, ernährt ihre Familie und sich sehr gesund und abwechslungsreich.
Kaum Süßes, keine Kalorienbomben.
Alle sind übergewichtig, weil sie einfach kein Maß kennen und Unmengen verdrücken.
Mir wird immer ganz schwindlig, wenn ich das sehe.



Das ist das, was ich meine. Und wenn sie beim arzt wäre und um hilfe wegen übergewicht nachfragen würde, dann würde sie wahrscheinlich (nach meiner erfahrung) Aussagen bekommen, die einfach nicht auf sie zutreffen.. Und gleichzeitig würde ihr keiner Glauben schenken, dass es nicht auf sie zutrifft.

Einar n.e.

Re: Vegisan®

Beitragvon Einar n.e. » Do 6. Apr 2017, 18:10

Sie war mit ihren Kindern schon mal mehrere Wochen zu einer Kur, bei der man den Leuten wohl beibringen will, gesund und lecker zu kochen/essen.
Sie fand es total langweilig, hat dabei nichts gelernt (wusste das alles ja schon) und gemeint, dass sie dort ständig Hunger hatten, weil es immer nur einen Fingerhut voll Essen gab (womit sie vermutlich eine Menge meint, die unsereinem als genügend bis reichlich erscheint).

Physicus

Re: Vegisan®

Beitragvon Physicus » Fr 7. Apr 2017, 09:54

Ein Kilo Körperfett hat 7.000 Kcal und ein paar Zerquetschte. Es ist völlig egal woher diese Kalorien kommen.
Daraus ergibt sich aber auch, daß schon ein Zuviel von nur 100 kcal/Tag eine Zunahme von einem Kilo/Monat ergibt.
Es muß nicht immer "aber bitte mit Sahne" sein, es können auch die "5 am Tag" sein, wenn sie nicht woanders eingespart werden.

https://youtu.be/dyxov-oJuFo

Physicus

Re: Vegisan®

Beitragvon Physicus » Fr 7. Apr 2017, 10:00

Sorry muß natürlich 200 kCal/Tag heißen, als Gast kann ich leider nicht korrigieren

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Rageboy
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Re: Vegisan®

Beitragvon Rageboy » Fr 7. Apr 2017, 13:26

Physicus hat geschrieben:Es muß nicht immer "aber bitte mit Sahne" sein, es können auch die "5 am Tag" sein, wenn sie nicht woanders eingespart werden.


Einmal hatte ich einen Kollegen, der feststellte: "Aha, Sie gehören also tatsächlich noch zu den Veteranen, die noch echten Zucker zum Kaffee nehmen und keinen Süßstoff."
Stimmt. Und da ich der Einzige war, der "noch Zucker" nahm, konnte man meinen Verbrauch im Büro feststellen. Ein Paket = 1 kg Zucker verbrauchte ich in gut 2 Monaten.
Besagter Kollege war aber ein großer Fan von Coca-Cola ("Classic"); und davon trank er - allein im Büro - bis zu 2 Liter am Tag. Man kann leicht ausrechnen: Das 1 kg Zucker verbraucht er dann in max. 4-5 Tagen.

Ein anderes Beispiel:
Ich esse so etwas wie Kuchen nur gelegentlich. Industriekuchen oder den aus den heute leider üblichen Kettenkonditoreien kann ich nicht mehr essen: Zu süß, zu fettig ("schmalzig"), zu viele und künstliche Aromen. Das finde ich ungenießbar, außerdem liegt der mir wie ein Stein im Magen.
Gelegentlich backe ich daher für meine Freunde und mich einen Kuchen. Grundlage sind "Omas Rezepte aus der Nachkriegszeit" und folgerichtig mit guten, ordentlichen und klassischen Zutaten: Butter, Eier, Zitronenschale und echte Vanille.
Und natürlich Zucker; denn der Kuchen ist süß, "aber nicht soooo süß". Dafür ist er aber aromatisch - und beides fällt meinen Freunden und anderen Gästen regelmäßig auf.

Man beobachtet ferner:
Die Leute essen dann ein Stückchen - und gut ist's. Es hat sich eine Befriedigung der Sinne, des Körpers eingestellt, mehr muss man nicht haben.

Nach meiner persönlichen Einschätzung hat ein Zuviel auch oft etwas mit der Qualität der Nahrung zu tun. Palmöl, z.T. gehärtet ist keine Butter, Milchpulver keine Milch, Lezithin ist kein Ei und Vanillin ist keine Vanille - auch wenn das eine oder andere miteinander etwas zu tun hat, als Basis vorhanden ist oder die Grundlage der Herstellung war.
Man signalisiert dem Körper: Jetzt kommt ordentliche Nahrung - stattdessen kommt ein gehaltvoller, aber letztlich degenerierter Shice. Der Körper bildet einen Haufen Körpersäfte, um so einen Kram überhaupt zu verdauen: Und wie so oft, schießt er übers Ziel hinaus - der erneut knurrende Magen ist vorprogrammiert.
Herr, lass mich ein guter Mensch sein. Aber bitte nicht sofort.


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